Beginn des Projektes mit der zentrale Auftaktveranstaltung am 12. Dezember 2013 im LWL-Landeshaus in Münster

Frühe Hilfe Beistandschaft? Praxisentwicklungsprojekt "Beistandschaften 2020"

Im Dezember 2013 fiel der Startschuss für das Praxisentwicklungsprojekt "Beistandschaften 2020". An je drei Standorten in Westfalen-Lippe und im Rheinland entwickeln die Fachdienste Beistandschaften der Jugendämter von Februar 2014 bis Juli 2015 neue konzeptionelle Bausteine für die Herausforderungen dieses Fachdienstes.

Das Kooperationsprojekt der beiden NRW-Landesjugendämter wird mit Mitteln des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und steht auf zwei Säulen: Ein Beratungsprojekt und fachliche Begleitung an sechs Standorten durch die Fachberaterinnen und Fachberater der Landesjugendämter und daneben ein wissenschaftliches Forschungsprojekt, das mit qualitativen und quantitativen Untersuchungsmethoden die aktuelle Situation der Beistandschaft in NRW beleuchten wird. Die wissenschaftliche Begleitforschung wird durch das Institut für Soziale Arbeit e.V. durchgeführt.
Fachlich unterstützt wird das gesamte Praxisentwicklungsprojekt durch einen interdisziplinär besetzten Projektbeirat. Neben den NRW-Landesjugendämtern, dem Institut für soziale Arbeit und den Vertreterinnen und Vertretern der sechs Standorte und des Jugendministeriums gehören dem Beirat auch die kommunalen Spitzenverbände und die Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendhilfestatistik an.

Ziele des Projekts

Das Projekt verfolgt mehrere Ziele für die Weiterentwicklung des Fachdienstes:

  • Die fachlich-konzeptionelle Weiterentwicklung der Beistandschaft als ein wichtiges Aufgabenfeld des Jugendamtes mit hoher quantitativer und qualitativer Bedeutung für Mütter und Väter.
  • Die Qualitätsentwicklung bei der Beratungs- und Unterstützungstätigkeit im Jugendamt.
  • Die Förderung und Stärkung der Elternkompetenz und gemeinsamer Elternschaft bei den Themen Unterhalt und Wahrnehmung elterlicher Verantwortung.
  • Die Herstellung der Anschlussfähigkeit zu den Themen Frühe Hilfen, Prävention, Schutz von Kindern und Jugendlichen, Verringerung von Armutsrisiken
  • Die Profilierung des Fachdienstes Beistandschaft im Kontext der Leistungen zur materiellen Absicherung von Kindern.

Die Ergebnisse und Erkenntnisse des Praxisentwicklungsprojektes werden Ende Juni 2015 im Rahmen einer zentralen Transferveranstaltung der breiten Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Das Foto zeigt Antje Krebs

Antje Krebs (Projektleitung)
Fachberaterin für Beistandschaften, Vormundschaften, Pflegschaften im LWL-Landesjugendamt Westfalen

 

Tel.: 0251 591-5780
antje.krebs@lwl.org

Das Foto zeigt Thomas Fink

Thomas Fink
Fachberater für Jugendhilfeplanung und Organisationsberatung im LWL-Landesjugendamt Westfalen

Tel.: 0251 591-4581
Thomas.Fink@lwl.org


Mitgliederbereich Projekt Beistandschaften 2020


Die Grafik zeigt das Deckblatt des Leistungsprofils des Beistandes

Beistandschaften

Arbeits- und Orientierungshilfe: Qualitätstandards für Beistände

Die Beistandschaft (§§ 1712 ff. BGB) wurde mit der grundlegenden Reform des Kindschaftsrechts zum 01.07.1998 geschaffen. Auf schriftlichen Antrag eines Elternteils wird das Jugendamt Beistand des Kindes und kann für die Aufgaben zur Feststellung der Vaterschaft und zur Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen tätig werden. Die Beistandschaft trat als freiwilliges Beratungs- und Unterstützungsangebot für allein sorgeberechtigte Mütter oder Väter an die Stelle der bis dahin geregelten Amtspflegschaft.

Das damit eröffnete Arbeitsfeld der Beistandschaft erforderte zunächst wegen seiner Neuausrichtung gegenüber der früheren Amtspflegschaft neue Denk- und Arbeitsweisen bei den Jugendämtern (§§ 18 , 52a SGB VIII).
 
Um diese mit zu erarbeiten, in die Arbeitspraxis einzuführen und weiter zu entwickeln, gründete sich bei den Landesjugendämtern Westfalen und Rheinland der überregionale Arbeitskreis der Beistände. In diesem Arbeitskreis wurde 2004 unter Mitwirkung der Landesjugendämter „Das Leistungsprofil des Beistandes“ erarbeitet, das den Jugendämtern Leitlinien zur Umsetzung der gesetzlichen Aufgaben und Anforderungen geben sollte und ein auf die neuen Regelungen zugeschnittenes Arbeitsprofil konzipierte.

Der überregionale Arbeitskreis hat inzwischen das „Leistungsprofil“ und weitere Arbeitshilfen in überarbeiteter Fassung vorgelegt: Im Sommer 2009 wurde durch die Landesjugendämter Westfalen und Rheinland die Sammlung „Qualitätsstandards für Beistände“ herausgegeben, die neben der Überarbeitung des Leistungsprofils weiter die „Anlagen zum Leistungsprofil“, die Arbeitshilfe „Volljährigenunterhalt“ sowie „Öffentlichkeitsarbeit“ enthält.
 

Arbeits- und Orientierungshilfen

Hier steht Ihnen die o. g. Veröffentlichung der Qualitätsstandards für Beistände als PDF-Dokument zur Verfügung.

Download Qualitätsstandards für Beistände