Foto: Rattanstuhl Gemeinsam neue Qualitäten entdecken.

Erzieherische Hilfen

Kooperatives Qualitätsmanagement öffentlicher und freier Träger

Mit der Neufassung des Entgeltrechts im KJHG schreibt der Gesetzgeber für teilstationäre und stationäre Leistungen zwingend eine Qualitätsentwicklungsvereinbarung zwischen den Jugendämtern und den Leistungsanbietern vor.
Diese Qualitätsentwicklungsvereinbarung ist ein integrierter Bestandteil des Entgeltsystems und soll der Leistungstransparenz und der kontinuierlichen Anpassung von Leistungsangeboten an die örtliche Bedarfslage dienen. Die Beschränkung der Verpflichtung auf teilstationäre und stationäre Leistungen in der Jugendhilfe ist eher gesetzestechnischer Natur und greift fachlich eigentlich zu kurz, zumal über die Jugendhilfeplanung eine umfassende gemeinsame Verantwortung der öffentlichen und freien Träger für die örtlichen Jugendhilfeleistungen gegeben ist. Gerade im Zuge der Flexibilisierung erzieherischer Hilfen und der zunehmenden Bedeutung sozialräumlich bezogener Leistungspartnerschaften zwischen öffentlichen und freien Trägern ist es, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Legitimationsdrucks auf die Jugendhilfe, erforderlich, örtlich abgestimmte und verbindlich strukturierte Qualitätsdialoge zu führen. In diesen Dialogen müssen das Jugendamt als Gewährleister und die in der Regel freien Träger als Leistungsanbieter Schlüsselprozesse in der Hilfeleistung definieren, Schnittstellen zwischen Jugendamt und freien Trägern in der Leistungserbringung identifizieren, gegenseitige Erwartungen formulieren an das, was der Andere in dem kooperativen Leistungsprozess erbringen soll und daraus schließlich Mindeststandards ableiten. Besondere Bedeutung erhält dieses Verständnis kooperativen Qualitätsmanagements vor allem dann, wenn in der strategischen Weiterentwicklung der Jugendhilfe an die Einführung sozialräumlicher Leistungsbudgets gedacht wird, wie dies derzeitig z. B. in der Stadt Stuttgart geschieht. Wir beraten und moderieren solche örtlichen Prozesse und bietet in Kooperation mit dem LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho einen Zertifikatskurs „Kooperatives Management in der Jugendhilfe – gemeinsam regionale Jugendhilfedienstleistungen steuern“ für Leitungskräfte öffentlicher und freier Träger an.