Seit ihrem Bestehen hat die LWL-Koordinationsstelle Sucht rund 36 Modellprojekte durchgeführt. Damit werden neue Wissens- und Praxiswege für die Suchthilfe erschlossen und beispielhaft und detailliert dokumentiert. Diese Dokumentationen sind für jedermann kostenfrei erhältlich.
Europa hat weltweit die höchste Alkoholkonsumrate und Alkoholkonsum ist in den Kulturen der meisten EU-Länder fest verankert (HBSC Studie 2005/2006). Auch wenn das Trinkverhalten von Jugendlichen von ihren unterschiedlichen kulturellen, sozialen und politischen Besonderheiten abhängig ist, stellt der Alkoholkonsum bei Minderjährigen und besonders das Komasaufen ein ernsthaftes Problem dar. Laut HBSC Studie 2005/2006 trinken 5% der 11-jährigen, 11% der 13-jährigen und 26% der 15-jährigen regelmäßig Alkohol. Erwachsene (z.B. Eltern, Schlüsselpersonen) sind sich im Allgemeinen ihrer Verantwortung als Vorbilder nicht bewusst. Und die Einzelhändler erkennen ihre Rolle, die sie beim Verkauf von Alkohol an Minderjährige spielen, nicht.
Das Gesamtziel des Projekts ist deshalb die Reduzierung des Alkoholkonsums sowie der damit verbundenen Schäden bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Europa.
Mit einem Auftaktworkshop am 14./15. Dezember in Münster startete die Koordinationsstelle des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL-KS) in Kooperation mit der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) das vom Bundesgesundheitsministerium geförderte Projekt „Eltern.aktiv - Pro-aktive Elternarbeit in der ambulanten Suchthilfe“. Acht deutschlandweite Standorte der Suchthilfe nehmen teil. An einem vom LWL geförderten Projekt, das parallel zum Bundesprojekt durchgeführt wird, beteiligen sich vier Jugendämter aus Westfalen-Lippe.
Mit dem PEER-Projekt soll in Fahrschulen eine zusätzliche Interventionsmöglichkeit geschaffen werden. In Form einer von Angehörigen der Altersgruppe (PEERs) „Junge Fahrer/innen“ geleiteten Kurzintervention zum Schwerpunkt Alkohol- und Drogenkonsum bei motorisierter Verkehrsteilnahme, richtet sich das suchtpräventive Angebot direkt an die Zielgruppe der Fahrschüler/innen. Junge Menschen, die in Grundlagenseminaren geschult wurden, gehen in Fahrschulen in denen sie Gesprächsrunden zum Schwerpunkt „Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“ gestalten.
Ziel des am 1. Januar 2008 gestarteten Projektes ist es, erstmals wegen Suchtmittel-Missbrauchs auffällig gewordenen Jugendlichen Frühinterventionsmaßnahmen anzubieten. Basis des Projektes ist das deutsche, von der LWL-KS entwickelte Modellprojekt "FreD". Die Zielgruppe wird erweitert und das Projekt zudem in 17 europäischen Ländern durchgeführt.
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Cannabis gilt weiterhin als Nr. 1 der illegal konsumierten Drogen. Sein Konsum ist eher eine Angelegenheit Jugendlicher und junger Erwachsener; dies zeigt auch die Repräsentativbefragung der BZgA. In den letzten 30 Tagen konsumierten insgesamt 3,4 % der Jugendlichen mindestens ein Mal Cannabis. Regelmäßiger Cannabiskonsum, d.h. der Gebrauch von Cannabis mit einer Häufigkeit von mehr als zehn Mal im Jahr, wurde bei 2,3 % der 12- bis 19-jährigen Jugendlichen ermittelt. Viele Einrichtungen der Suchthilfe begegnen der wachsenden Anzahl von hilfesuchenden Cannabiskonsument/innen und deren Angehörigen mit guten Ideen und Konzepten.
Wolfgang Rometsch
Tel.: 0251 591 4710
Fax: 0251 591 5499
E-Mail: wolfgang.rometsch@lwl.org