Die Sicherung des Kindeswohls hat oberste Priorität. Gewährleistet wird dies u.a. durch:
Wir verpflichten uns, alle Abweichungen und insbesondere alle aktuellen Gefährdungen durch Vernachlässigung oder Misshandlung dem/der zuständigen SachbearbeiterIn des Jugendamtes unmittelbar mitzuteilen.
Diagnostik
Die Diagnostik dient in erster Linie der Einschätzung des Kindeswohls. Gleichzeitig dient sie der Einschätzung der Mutter-/Vater-Kind-Beziehung und der elterlichen Kompetenzen, welche nach anschließender Rückmeldung und bei Bedarf gefördert werden. Es wird sowohl eine Diagnostik bezogen auf die Mutter als auch bezogen auf das Kind vorgenommen.
Im Rahmen der Betreuung erfolgt durch die Dipl. Psychologin eine zusätzliche Diagnostik der Eltern-Kind-Beziehung und des kindlichen Bindungsmusters mit einer anschließenden Entwicklungsberatung und Förderung der Eltern-Kind-Beziehung. Dieses Angebot ist für die Mütter/Väter verpflichtend, um sowohl bereits während der Schwangerschaft als auch nach der Geburt eine mögliche Kindeswohlgefährdung einzuschätzen und abzuwenden. Der diagnostische Prozess vollzieht sich über einen Zeitraum von ca. drei Monaten.
Mit Hilfe von Videoaufnahmen und standardisierten Verhaltensbeobachtungen werden vorhandene elterliche Ressourcen und Kompetenzen sowie Grenzen und problematische Interaktionsmechanismen deutlich. Vor dem Hintergrund dieses Wissens kann durch videogestützte Beratung an der Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion gearbeitet werden, welche für die Entwicklung eines sicheren Bindungsmuster und somit einer zukünftigen gesunden seelischen Entwicklung einen wichtigen Faktor darstellt. Im Vordergrund der Beratung stehen die Sensibilisierung der Wahrnehmung und der richtigen Einschätzung kindlicher Signale und Bedürfnisse. Hieran anschließend steht die Förderung einer zuverlässigen, feinfühligen und angemessen elterlichen Reaktion auf die Signale des Kindes.
Das Baukastenmodell
Das Baukastenmodell startet mit der vierwöchigen „Kennenlernphase“, beginnend mit dem Einzug des Kindes. In dieser Zeit sind die Mitarbeiterinnen bei allem, was die Mutter mit ihrem Kind tut, anwesend (Zubereitung der Nahrung, Stillen, Wickeln, Baden, Waschen, Verabreichen von Medikamenten, etc.)
Nach den ersten vier Wochen kommt es zu einer Auswertung der Beobachtungen und einem Austausch des gesamten Teams über die Erfahrungen und die Bedarfe der Mutter. Auf der Grundlage der Teamauswertung erarbeitet die Bezugsbetreuerin daraufhin gemeinsam mit der Mutter ein individuelles Unterstützungs- und Kontrollmodell, welches sich aus verschiedenen Bausteinen zusammensetzt. Es umfasst von der weiteren Begleitung der Grundversorgung über die Beratung zur Erziehung und Gesundheitsfürsorge bis hin zur Freizeitgestaltung, den Umgang mit Partnerschaft und die zukünftige Lebensplanung alle individuellen Fragen der Kindeswohlsicherung und des Zusammenlebens mit Kind. Integriert in das Hilfeplanverfahren zielt es auf die individuelle Verselbständigung der jungen Mutter im Umgang mit ihrem Kind ab.
Die Kinderstube
In der hausinternen Kinderbetreuung, der „Kinderstube“, findet eine Betreuung und Förderung der Säuglinge und Kinder durch Fachpersonal statt.
Die Hauptbetreuungszeit in der Kinderstube liegt derzeit zwischen 8.00 und 12.00 Uhr. Je nach konkretem Bedarf können zwischen 7.15 und 17.15 Uhr Kinder in der Kinderstube betreut werden.
In den nordrhein-westfälischen Ferienzeiten findet in der Kinderstube keine regelmäßige Kinderbetreuung statt, es können aber je nach Bedarf Betreuungszeiten eingerichtet werden.
Außerhalb der Betreuungszeiten steht die Kinderstube den Müttern, Vätern und Kindern als zusätzlicher Spiel- und Bewegungsbereich zur Verfügung.
Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist für die Betreuerinnen äußerst wichtig. Sie beinhaltet Gespräche über die Besonderheiten des jeweiligen Kindes beim Bringen und Abholen, bei Bedarf Elternabende zu verschiedenen Themen, Termine zu persönlichen Elterngesprächen und angeleiteten Spielstunden.
Zu den pädagogische Schwerpunkten gehört neben der körperlichen Versorgung der Kinder vor allem das Freispiel. Förderschwerpunkte innerhalb der Kinderstube sind Sprachliche Bildung und Förderung, Musikalische Bildung und Erziehung, Bewegungsförderung, Gestalterische Erziehung sowie Hygiene.
Intervention bei Krisen
Die Belastungen der jungen Mütter führen unter Umständen zu Überforderungssituationen, die „Auszeiten“ ohne das Kind notwendig machen. Die Betreuung, Versorgung des Kindes wird in diesem Fall rund um die Uhr durch das pädagogische Personal gewährleistet.
Bei psychischen Krisen der Mutter, die einen längerfristigen Psychiatrieaufenthalt notwendig machen, wird die Sinnhaftigkeit der gemeinsamen Unterbringung von Mutter und Kind in der Klinik mit dem ärztlichen Personal geprüft (möglich zum Beispiel in der Psychiatrie Herten bei Postpartum-Depression, in der Westfälischen Klinik in Lengerich), ansonsten wird das Kind weiterhin durch den Kinderbereich der Einrichtung bzw. in einer familiären Übergangspflege betreut.
LWL Einrichtung für Mütter/Väter und ihre Kinder
Osnabrücker Strasse 11
49477 Ibbenbüren
Tel: 0 54 51 / 93 88 20
Fax.: 0 54 51 / 93 88 220
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