Hedwig-Dransfeld-Schule
LWL-Förderschule
Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung
BOB
Berufsorientierungsbüro –
Berufs- und Studienorientierung einen Raum geben
1 Überblick
Das BOB soll die Aktivitäten der Berufsorientierung bündeln: z.B. Bewerbungen zu formulieren, im Internet nach Ausbildungsplätzen zu recherchieren oder sich in der Mediothek über die unterschiedlichen Ausbildungsberufe zu informieren. Es dient zugleich als Ort für Beratungsgespräche durch die dafür zuständigen Lehrerinnen und Lehrer für Berufsorientierung. Das BOB bildet das Zentrum für Maßnahmen zur Berufsorientierung an den Schulen. Hier sollen außerdem externe Partner wie Berater der Agentur für Arbeit, Wirtschaftsvertreter, Jugendberufshilfe u.a. eingebunden werden.
Das BOB bietet auch den Eltern die Gelegenheit, sich mit den schulischen Koordinatorinnen und Koordinatoren für Berufs- und Studienorientierung (StuBo-KoordinatorInnen) über die berufliche Ausrichtung ihrer Kinder zu beraten.
Die Möglichkeiten, das BOB für die Berufsorientierung der Schule zu nutzen, sind vielseitig.
Im BOB sollen die verschiedenen Elemente zur Berufsorientierung langfristig und nachhaltig in das bestehende schulische Konzept implementiert und die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Partnern der regionalen Wirtschaft, der lokalen Agentur für Arbeit oder mit ortsansässigen Bildungsträgern in die Ausbildung oder das nachschulische Berufsleben begleitet werden.
Das BOB ist Bestandteil des Innovationsprojekts „Zukunft fördern. Vertiefte Berufsorientierung gestalten“ der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit, des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stiftung Partner für Schule NRW. Die Regionaldirektion NRW engagiert sich auch im Jahr 2010 mit umfangreichen Finanzmitteln zur Förderung der vertieften Berufsorientierung.
Mit dem BOB soll an der Schule eine zentrale Anlaufstelle für Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler geschaffen werden. Durch Maßnahmen verschiedenster Art werden Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen in ihrer Berufs- und Lebensplanung unterstützt. Die Entscheidung zur Aufnahme einer Ausbildung oder einer anderen berufsvorbereitenden Maßnahme soll hier grundlegend vorbereitet, unterstützt und reflektiert werden. Zielgruppenspezifisch können Gruppen- und Einzeltermine während oder außerhalb der regulären Unterrichtszeit stattfinden. Die zeitliche Einbindung des Berufsorientierungsbüros innerhalb der curricularen Vorgaben an der HDS, hängt von den individuellen Gegebenheiten unseres Systems ab. Das BOB vereinigt die Funktionen eines Informations-, Kommunikations- und
Beratungszentrums.
2 Die Ausstattung
Eine Mediothek nimmt im BOB eine wichtige Stellung ein, indem sie den Schülerinnen und Schülern ein niederschwelliges Informationsangebot rund um die Berufs- und Studienwahl anbietet. Hier werden Informationen seitens der Agentur für Arbeit, der Hochschulen und weiterer Institutionen genauso angeboten wie Literatur zum Thema Bewerbung und Karriereplanung sowie Informationen zu Ausbildungs- und Praktikumsplätzen in der Region.
Das Internet bietet weitreichende Recherchemöglichkeiten zur Thematik wobei eine
Linkliste die zielgerichtete Informationssuche der Schülerinnen und Schüler unterstützen
kann. Des Weiteren können beispielsweise Formulare oder die aktuelle Ausgabe der Handreichung Studien- und Berufswahl der Agentur für Arbeit bereit liegen.
Im Beratungsraum/-bereich werden die Schülerinnen und Schüler nicht nur durch die
Lehrkräfte, Sozialpädagogen/-innen oder die Berufseinstiegsbegleitung der Schule
individuell und persönlich zu Fragen der Berufs- und Lebensplanung beraten, vielmehr kann dieser Bereich auch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Agentur für Arbeit, der RAA, Vertreterinnen und Vertretern der Kammern, der Zentralen Studienberatungen und anderer beauftragter Personen genutzt werden.
Ein Arbeitsplatz für den StuBo dient der Koordination des gesamten Prozesses der
Berufs- und Studienorientierung. Die gesamten Maßnahmen der Schule können von hier aus vorbereitet, organisiert und evaluiert werden.
Im Veranstaltungsraum/-bereich werden die Informationen zum Thema Ausbildung,
Studium und Beruf durch Veranstaltungen mit Ausbilderinnen und Ausbildern,
Auszubildenden, Beraterinnen und Beratern der Agentur für Arbeit sowie ehemaligen
Schülerinnen und Schülern vertieft und reflektiert. Weiterhin können hier Workshops und Projekte zur Berufs- und Lebensplanung von externen Trainern durchgeführt werden.
Eine Datenbank und die PC-Nutzung dient der Vereinfachung, Praktikums-, und Ausbildungsmöglichkeiten zu finden. Die eigenständige Suche der Schülerinnen und Schüler nach einem passenden Berufsfeld, geeigneten Unternehmen und Betrieben soll damit ermöglicht werden. Zudem können auf diese Weise Kontakte zu
bestehenden oder neu hinzukommenden Betrieben intensiv gepflegt und dokumentiert werden. Zudem werden Musterbewerbungen bereitgehalten, um damit die Schülerinnen und Schüler bei der eigenständigen Erstellung aussagekräftiger
Bewerbungsunterlagen zu unterstützen.
Der Aufbau und die Ausstattung des BOBs sowie die Durchführung besonderer Projekte ist ohne die Einbindung externer Partner wie die Agentur für Arbeit, Vertreterinnen und Vertreter der Kammern oder erfahrene Bildungsträger und Trainer nur schwer zu bewältigen. Diese können einerseits umfangreiches Material zur Verfügung stellen und andererseits als Experten im Bereich Übergang Schule und Beruf ihr Wissen mit einbringen. Das BOB bietet gute Gelegenheiten, über konkrete Ansatzpunkte neue Kontakte zu außerschulischen Partnern zu knüpfen.
3 Was ist ein BOB?
Berufsorientierung ist ein so großer Bereich in der Schule, dass man diese Aufgabe nur durch Teamstrukturen bewältigen kann. Da es sich um eine Querschnittsaufgabe aller Fächer und aller Jahrgänge an den Schulen handelt, ist es wichtig, einen Raum zur Koordinierung und zum Austausch zur Verfügung zu haben. Das BOB bietet sich als Koordinierungsbüro aller Berufsorientierungsprojekte an, wie sie ansatzweise in der Übersicht dargestellt sind:
Unter einem Berufsorientierungsbüro verstehen die Projektpartner einen Raum, der als zentrale Anlaufstelle für die Berufsorientierung, als Schülerberatungszentrum und als Koordinierungsbüro für die Berufsorientierung genutzt wird.
Es dient als die zentrale Anlaufstelle in allen diesbezüglichen Belangen.
Festmachen kann man diese Funktionen an der räumlichen Ausgestaltung des BOBs.
1. Information mittels einer Mediothek
2. Beratungsraum/Koordinierungsbüro
3. Arbeits- und Veranstaltungsraum
4 Welche Aufgaben und Funktionen hat ein BOB?
Im BOB stehen die Schülerinnen und Schüler und ihre Berufsorientierung im Mittelpunkt. Das Wissen um ihre eigenen Stärken und Schwächen verbunden mit der Stärkung des Selbstwertgefühls, die Kenntnis der verschiedenen Ausbildungsberufe sowie des regionalen Ausbildungsmarktes, die Förderung der eigenen Selbstständigkeit und als Folge davon auch die Erhöhung der Motivation, sich mit der eigenen Berufswahlplanung intensiv zu beschäftigen, sind die zentralen Ziele der Arbeit des BOBs.
Ein Grundprinzip des BOBs soll die größtmögliche Partizipation von Schülerinnen und Schülern an seiner organisatorischen und inhaltlichen Ausgestaltung sein.
Das BOB ist die zentrale Anlaufstelle für den gesamten Berufsorientierungsprozess. Es steht Schülerinnen und Schülern wie Lehrern offen.
Es ist nicht isoliert zu sehen, sondern muss immer in den gesamten Berufsorientierungsprozess einer Schule eingebunden werden. Nur so lässt sich das BOB langfristig und nachhaltig in das Schulprogramm integrieren. Daher ist es schwierig, eine allgemeingültige Aussage zu dem Angebotsspektrum eines BOBs zu machen. Jede Schule muss ihr Berufsorientierungskonzept mit den Möglichkeiten der individuellen Förderung, die ein Berufsorientierungsbüro bieten kann, abstimmen. Die Einrichtung eines BOBs gibt jeder Schule noch einmal die Möglichkeit, ihre Berufsorientierung zu systematisieren und an der individuellen Förderung jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers neu auszurichten.
Das BOB soll eine Anlauflaufstelle sein, in der Schülerinnen und Schüler ihre gewonnenen Erfahrungen sortieren und ergänzen können. Es soll helfen, das Puzzle Berufsfindung zusammenzufügen. Ebenso ist es die zentrale Koordinierungsstelle für die Berufsorientierung und soll Lehrern die Möglichkeit eines Austauschs eröffnen.
Das Berufsorientierungsbüro vereint die Funktionen eines Informations-, Kommunikations- und Beratungsortes unter einem Dach.
Insbesondere der Informationsbereich, die Mediothek, nimmt im Rahmen des BOBs eine wichtige Stellung ein.
• Sie bietet ein Angebot zur Information über verschiedenste Berufsbilder.
• Sie bündelt und organisiert Informationen über Praktikumsplätze und -erfahrungen, Ferienjobs etc.
• Sie stellt neben ihren informativen Aspekten in besonderer Weise Möglichkeiten partizipatorischen und selbstregulierten Lernens und Handelns von Jugendlichen bereit.
• Sie qualifiziert und fördert die beteiligten Jugendlichen durch die intensive und kreative Auseinandersetzung mit der Thematik in ihrer Fähigkeit, eigene Berufswünsche zu identifizieren.
5 Einrichtung von Berufsorientierungsbüros
Daneben ist die Beratung bedeutsam, die sich vor allem um die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler kümmert und sie – auch in ungestörter Atmosphäre – hierbei begleitet. Der Bereich kann aber auch für Gruppenberatungen genutzt werden.
Als Schülerberatungszentrum kann man das BOB vielfältig nutzen. Das BOB-Team ist Ansprechpartner für sämtliche Fragen zur Berufsvorbereitung. Wichtig sind regelmäßige tägliche Öffnungszeiten des BOBs. Neben der Beratung steht die Information über Berufe im Mittelpunkt des Interesses von Schü¬lerinnen und Schülern am BOB. In der Mediothek haben die Schülerinnen und Schüler die Mög¬lichkeit, sich mittels verschiedener Medien über eine Vielzahl von Berufen selbstständig zu informieren und im Internet durch eine Linkseite Informationen zu finden.
Unterstützt werden kann die Informationsfindung durch regelmäßige Veranstaltungen mit Ausbildern, Auszubildenden sowie ehemaligen Schülerinnen und Schülern, die Infos über und Einblicke in verschiedene Berufe geben. Ehrenamtliche Mitarbeiter können im BOB zur Vertiefung berufskundliche Arbeitsgemeinschaften anbieten.
Das BOB sollte eine Praktikumsdatenbank bereit halten, um die eigenständige Suche nach geeigneten Praktikumsplätzen zu unterstützen.
Für die 10. Klassen steht das Übergangscoaching der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt der Arbeit des BOB. Schülerinnen und Schüler werden bei der gezielten Suche nach Ausbildungsplätzen unterstützt. Es sollte eine Datenbank mit ausbildenden Betrieben angelegt werden. Das BOB-Team unterstützt die Schülerinnen und Schüler des Weiteren beim Schreiben von individualisierten Bewerbungen. Hier hilft eine Datenbank mit Musterbewerbungen. Im weiteren Übergangscoaching werden Einstellungstests und Vorstellungsgespräche simuliert.
Die Betreuung der Schülerinnen und Schüler endet nicht mit dem Ende der 10. Klasse. Die Schülerinnen und Schüler sollten die Möglichkeit haben, eine Nachbetreuung in Anspruch nehmen zu können. Vielen Schülerinnen und Schülern fehlt die Vertrauensperson nach der Schule und sie fühlen sich alleine gelassen. Hier bietet die Sprechstunde des BOBs auch eine Möglichkeit, Ausbildungsabbrüche zu verhindern und Schülerinnen und Schüler, die unentschlossen ans Berufskolleg gewechselt sind, weiter im Jobcoaching zu unterstützen.
Alle diese Maßnahmen sind ohne die Einbindung von externen Partnern nicht zu bewältigen. Schule kann nicht alles alleine leisten, sie muss andere Professionen in die Schule holen und deren Wissen den Schülerinnen und Schülern zunutze machen. Kurz zusammengefasst ergeben sich verschiedene Ziele, die auch durch das Berufsorientierungsbüro erreicht werden sollen:
> Individualisierung des Berufsorientierungsprozesses
> Nachhaltige Beratung und Betreuung
> Stärkenorientiertes Arbeiten mit Schülerinnen und Schülern
> Unterstützung der Selbstfindung/Orientierung
> Förderung mit einem ganzheitlichen Ansatz
> Stärkung der Eigeninitiative
> Starker Praxisbezug
> Öffnung von Schule zum regionalen Umfeld
> Handlungs- und Lebensweltorientierung
> Wissensvergrößerung über die Berufswelt und ihre Ansprüche
> Vermittlung von Kenntnissen über den regionalen Arbeitsmarkt
Buchenweg 30
59457 Werl
Tel.: 0 29 22 / 97 87 - 0
Fax: 0 29 22 / 97 87 - 19
Schulleitung:
Jörg Schultze
(Sonderschulrektor)
Benedikt Abel
(Sonderschulkonrektor)
Sekretariat:
Claudia Vickermann
Hier haben Sie die Möglichkeit, z.B. gebrauchte Rolli-Kleidung, Hilfsmittel etc. weiterzugeben oder Tipps, Infos und Termine auszutauschen.