Nach langer Vorbereitung war es im November 2009 so weit: Die neue Telefon-Übungsanlage des LWL-Berufsbildungswerkes Soest konnte in Betrieb genommen werden. Nachdem die alte Anlage über viele Jahre guten Dienste im Rahmen der Ausbildung von Bürokräften und Kaufleuten für Bürokommunikation geleistet hatte, war sie einerseits technisch überholt, andererseits konnten die Anforderungen des beruflichen Alltags nur noch begrenzt simuliert werden.
Denn der klassische Telefonisten-Arbeitsplatz ist ein Auslaufmodell: Heute muss ein Mitarbeiter im Service-Center auch Anfragen per Mail bearbeiten, Nachrichten aufnehmen, Informationen nachschlagen und weiter geben sowie im Internet recherchieren können.
Das alles ist mit der neuen Anlage möglich: Sie verfügt über einen Lehrer und zwei Schülerplätze, von denen einer mit elektronischer Schriftvergrößerung und Sprachausgabe für Sehbehinderte, der andere mit Brailledisplay und Sprachausgabe für Blinde ausgestattet ist. Alle drei Plätze können miteinander kommunizieren, und der Lehrer kann beliebige Gesprächszustände simulieren sowie Mails mit Aufträgen und Anfragen an die Schüler senden.
Im Gegensatz zur alten Anlage handelt es sich nicht mehr um eine Insellösung, sondern die Anlage verfügt über Internetanschluss, so dass sowohl im Internet recherchiert als auch „echt“ telefoniert werden kann wie in einem Callcenter. So ist eine praxisnahe, zeitgemäße Ausbildung möglich und bei Fehlfunktionen kann die Anlage fern gewartet werden.
Vier Ausbilderinnen haben an einer Schulung teilgenommen und erobern nun die neue Technik, um sie zum Nutzen der blinden und sehbehinderten Teilnehmerinnen und Teilnehmer einzusetzen.