Weiterbildung zum Job-Coach UB vorgestellt
LWL und Handwerkskammer sichern Qualität durch Qualifizierung
Münster/Soest: Am 26. März 2009 stellte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe ein neues Weiterbildungsangebot vor: Ab dem 27.8.2009 können sich interessierte Fachkräfte zum Jobcoach für Unterstützte Beschäftigung – kurz: Job-Coach UB – weiterbilden. Träger dieser Weiterbildung sind das LWL-Integrationsamt Münster und das LWL-Berufsbildungswerk Soest zusammen mit dem Handwerkskammer- Bildungszentrum Münster.
Landesrat Matthias Münning, zuständig für die Behindertenhilfe in Westfalen-Lippe, stellte in seiner Rede heraus, dass der LWL ein hohes Interesse daran habe, dass das neue Instrument der Unterstützten Beschäftigung erfolgreich in die Praxis umgesetzt werde. Ziel und Zweck dieses neuen Qualifizierungsangebotes sei es, genau hierzu beizutragen.
Die Weiterbildung zum Job-Coach UB umfasst insgesamt 366 Unterrichtsstunden. Sie verteilen sich auf in 9 Blockseminare, Selbststudium, Fallpraxis sowie Arbeitsgruppentreffen. Die Weiterbildung wird mit einer Abschlussarbeit und einem Colloquium abgeschlossen. Zugelassen zu dieser Weiterbildung sind Personen, die entweder Qualifikationen im Bereich Sozialpädagogik vorweisen oder aus der betrieblichen Praxis kommen und über die Eignung als Ausbilder/in verfügen.
Das „Gesetz zur Einführung unterstützter Beschäftigung“ wurde am 19.12.2008 durch den Bundesrat verabschiedet. Mit seiner Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt ist es Anfang 2009 in Kraft getreten. Über die Bundesagentur für Arbeit, die Kostenträger für die Unterstützte Beschäftigung ist, wurden die Maßnahmen im Februar ausgeschrieben. Der Zuschlag erfolgte in der ersten Aprilwoche.
Auch in Zeiten der Hochkonjunktur ist der Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt für junge Menschen mit Behinderungen immer schwerer geworden. Nicht nur die Anforderungen im Beruf sind gestiegen, auch zahlreiche Berufsausbildungen sind in den vergangenen Jahren überarbeitet und in der Regel anspruchsvoller geworden. Andererseits konnte in verschiedenen Modellprojekten die Erfahrung gemacht werden, dass behinderte Menschen durchaus vollwertige Arbeit an bestimmten Arbeitsplätzen leisten können, wenn sie an diesem Arbeitsplatz geschult wurden. Auf überflüssige Theorie kann verzichtet werden; ein Transfer von der Ausbildungsstätte zum Betrieb entfällt.
Wesentlicher Schlüssel zum Erfolg ist bei dem Konzept die Arbeit des Job-Coach, der die Anleitung im Betrieb übernimmt und den behinderten Teilnehmer schult. Er vereinigt zahlreiche Funktionen in einer Person vom Anleiter über den Netzwerker bis zur Krisenfeuerwehr. Um die Arbeit erfolgreich leisten zu können, sind sowohl sozialpädagogische und behinderungsspezifische Kenntnisse erforderlich als auch Kenntnisse und Erfahrungen hinsichtlich betrieblicher Strukturen und Abläufe. In der Weiterbildung werden die unterschiedlichen Anforderungen dieser Tätigkeit aufgegriffen und praxisnah vermittelt und vertieft.
Anfragen und Anmeldungen richten Sie bitte an: