Lernen fürs Leben:
Das Wohnheim mit sozialpädagogischer Förderung
Die meisten Auszubildenden des Berufsbildungswerkes Soest wohnen in seinem Wohnheim. Das liegt zum einen daran, dass viele Auszubildende zu weit entfernt wohnen, um jeden Tag nach Hause zu fahren. Ein weiterer Grund ist, dass das Wohnheim mit seinem gestuften Wohnkonzept und der sozialpädagogischen Förderung ein wichtiger Bestandteil des umfassenden Angebotes im Berufsbildungswerk ist. Hier lernen die Jugendlichen im täglichen Zusammenleben wichtige Handgriffe und Verhaltensweisen, die das Berufsleben und den Alltag erleichtern und als soziale Kompetenz erwartet werden.
Die Gläser und Tassen stehen sauber aber noch etwas feucht auf der Spüle, unter dem Tisch liegen ein paar Pizzakartons, in der Sofaecke sitzen drei Jugendliche und diskutieren lebhaft über die aktuellen Bundesligaergebnisse. Echtes WG-Leben in Soest. Mit dem Unterschied: Die Jugendlichen, die hier leben, sind alle blind oder sehbehindert.
Sie absolvieren eine Ausbildung im LWL-Berufsbildungswerk Soest und nutzen das Angebot, im nahen Wohnheim oder den Außenwohngruppen der Einrichtung zu leben. - Allein sein? Kein Problem! Das Wohnheim bietet neben wenigen Doppelzimmern eine große Zahl von Einzelzimmern an, sowohl in den Basisgruppen auf dem Gelände als auch in den Wohngruppen außerhalb in der Stadt Soest. Jeder, der das möchte, kann die Tür hinter sich zu machen. Aber allein bleiben braucht niemand: Wo viele junge Leute sind, da ist auch immer etwas los...
Das Interview mit Dilan Yüsün, Dirk Korsten und Jürgen Förster als Audiopodcast und Word-Datei:
Wer neu in das Berufsbildungswerk kommt kommt, zieht zunächst in eine Basisgruppe. In diesen Gruppen wohnen die Jugendliche in Einzel- oder Doppelzimmern.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wohnheimes machen die neuen Hausbewohner mit den verschiedenen Aufgaben und täglichen Verrichtungen vertraut, die für die Haushaltsführung wichtig sind. Später können die jungen Errwachsenen in eine der kleineren Wohngruppen oder Außenwohngruppen umziehen. Dort lebt jeder in einem Einzelzimmer, ist selbständiger und trägt mehr Verantwortung für die Gestaltung des täglichen Lebens. So lernen sie Schritt für Schritt alles Nötige, um in Zukunft selbstständig zu wohnen und einen eigenen Haushalt zu führen. Jede Wohngruppe verfügt über Internetanschluss, eigene Wohn- und Esszimmer sowie Küchen.
Das Wohnheim soll aber nicht die Familie ersetzen, es soll vielmehr ergänzen. Damit die Erziehung zu Hause und im Wohnheim eine Einheit bilden, sucht und fördert das Wohnheim den engen Kontakt zum Elternhaus. Auch fahren die Jugendlichen während der Urlaubszeiten und alle zwei Wochen am Wochenende nach Hause. Die Fahrtkosten erstattet die Agentur für Arbeit. Natürlich können die Jugendlichen auf eigene Kosten auch jedes Wochenende nach Hause fahren.
Wer viel lernen will, sollte sich in seiner Freizeit auch aktiv betätigen und entspannen können. Dafür bietet das Wohnheim viele Möglichkeiten, die sich an den Bedürfnissen und Interessen seiner jungen Bewohnerinnen und Bewohner orientieren. So gibt es eine Turnhalle, Außensportanlagen, eine Diskothek und verschiedene Hobbyräume, beispielsweise für Fitness oder Kreativität. Außerdem werdem Freizeitaktivitäten in der Stadt Soest und den zahlreichen Vereinen besonders gefördert.
Jugendliche, die nicht im Wohnheim leben wollen, weil sie aus der näheren Umgebung von Soest kommen oder eine eigene Wohnung in Soest haben, können selbstverständlich an den gemeinsamen Freizeitaktivitäten teilnehmen.
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Kontakt: Burkhard Remkes |