Psychotherapeutische Notfallversorgung bei Großschadensereignissen durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Im traumatischen Notfall hilft der LWL

Anschläge oder Amokläufe in Schulen, Bedrohung durch Sprengsätze, Schusswaffengebrauch, Suizid oder Tod in der Schule, Geiselnahmen und Entführungen, aber auch Naturkatastrophen oder technische Katastrophen, Verkehrsunfälle mit vielen Verletzten oder große Brände – allesamt sogenannte Großschadensereignisse, die bei den Betroffenen neben körperlichen vor allem auch großen seelischen Schaden verursachen können.

Um die psychotherapeutische Versorgung dieser betroffenen Menschen besser gewährleisten zu können, hat die Unfallversicherung NRW für ihre Versicherten mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) einen entsprechenden Vertrag geschlossen. Demnach steht ein Team von Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen bereit, die spezielle Erfahrungen in der Betreuung von Menschen nach traumatischen oder krisenhaften Ereignissen haben.

Dieses Angebot richtet sich an Versicherte der Unfallkasse NRW, wobei die Zuständigkeit der Unfallversicherungsträger gesetzlich geregelt ist. Die Unfallkasse NRW ist im Wesentlichen für die Unternehmen des Landes und der Gemeinden, für Kinder in Tageseinrichtungen und in Tagespflege, Schüler/innen und Studierende, ehrenamtlich Tätige, für Personen, die Angehörige im häuslichen Bereich pflegen, und private Haushaltshilfen zuständig.

Psychotherapeutische Notfallversorgung

Das Angebot der psychotherapeutischen Notfallversorgung ist als eine kurzfristige psychotherapeutische Krisenintervention bei den Betroffenen Tage oder Wochen nach dem Ereignis zu verstehen. Nachdem der Zentrale Leitende Notfalltherapeut des LWL verständigt worden ist, wird eine zentrale Anlaufstelle am Schadensort eingerichtet. Über das flächendeckende Netz der LWL-Kliniken in NRW stehen sofort speziell ausgebildete und qualifizierte ärztliche und psychologische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LWL zur Verfügung.

Da nicht jeder Betroffene – ob als unmittelbares Opfer oder als Zeuge – nach einem traumatischen Ereignis behandlungsbedürftig, sondern möglicherweise nur geringfügig belastet ist, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des PNV-LWL die wichtige Aufgabe direkt vor Ort eine diagnostische und prognostische Einschätzung der Belastungen vorzunehmen. Über den Verlauf von bis zu einem Jahr besteht die Möglichkeit einer Nachbetreuung.

Unser diagnostisches und therapeutisches Angebot umfasst

  • Vorsorgegespräche (Interviews, Fragebögen) zur Klärung der Frage, ob eine weiterführende psychotherapeutische Unterstützung notwendig ist
     
  • Ambulante Krisenintervention
     
  • Unterstützung bei der Suche nach ambulanter Psychotherapie
     
  • Stationäre Krisenintervention
     
  • Soziale Beratung

Alle Angebote der PNV-LWL erfolgen auf freiwilliger Basis. Die gesammelten Informationen unterliegen der Schweigepflicht unter Einhaltung der einschlägigen datenschutzrechtlichen Vorschriften (u.a. enthalten in SGB V, VII, X, in der Datenschutz-Gesetzgebung des Bundes und der Länder, Schweigepflicht für Ärzte und sonstige Heilberufe nach § 203 StGB).