Landesbetreuungsamt (LBA)

Betreuungsvereine

Den anerkannten Betreuungsvereinen wird seitens des Gesetzgebers ein hoher Stellenwert bei der Umsetzung des seit 1992 bestehenden Betreuungsrechtes (BtG) zugeschrieben.

Der den anerkannten Betreuungsvereinen gesetzlich zugewiesene umfangreiche Aufgabenkatalog ist in § 1908 f Abs. 1 Nr. 2 und 2a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) i.V.m. § 2 Landesbetreuungsgesetz NRW (LBtG NW) sowie den Richtlinien für die Anerkennung von Betreuungsvereinen des Landes NRW - aufgeführt:
Neben dem Führen von Betreuungen gehört zu den gesetzlichen Pflicht-Aufgaben der anerkannten Betreuungsvereine insbesondere auch:

  • die Gewinnung neuer ehrenamtlicher Betreuerinnen und Betreuer 
  • die Begleitung bereits bestellter ehrenamtlicher Betreuerinnen und Betreuer, d.h.
    - die Einführung neu bestellter Ehrenamtlicher in ihre Aufgaben
    - die Fortbildung und
    - die Beratung der bestellten Ehrenamtlichen
  • die Beratung von Bevollmächtigten
  • das Informieren über Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen.

Ferner können anerkannte Betreuungsvereine seit dem 2. Betreuungsrechtsänderungsgesetz (BtÄndG) im Einzelfall auch Personen bei der Erstellung von Vorsorgevollmachten beraten.
Den in Westfalen-Lippe bestellten familiären sowie außerfamiliären ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern stehen in 94 anerkannten Betreuungsvereinen mit insgesamt 106 Geschäftsstellen kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung, die sie bei der Ausübung der rechtlichen Betreuung unterstützen. Die Angebote der anerkannten Betreuungsvereine stehen den ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern kostenlos zur Verfügung. Eine Mitgliedschaft im Betreuungsverein ist für die Ehrenamtlichen nicht erforderlich. 

Die Voraussetzungen, wann ein rechtsfähiger Verein in NRW als Betreuungsverein anerkannt werden kann, werden in § 1908 f BGB i.V.m. § 2 LBtG NW sowie den Richtlinien für die Anerkennung von Betreuungsvereinen des Landes NRW geregelt.
Erst nach Prüfung der Anerkennungsvoraussetzungen und nach Ausstellen der entsprechenden Anerkennungsurkunde durch das Landesbetreuungsamt kann der Betreuungsverein tätig werden. Die Einhaltung der Anerkennungsvoraussetzungen wird vom LBA jährlich überprüft.

Alle in Westfalen-Lippe anerkannten Betreuungsvereine sind einem Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege angeschlossen. Die in Westfalen-Lippe in den anerkannten Betreuungsvereinen tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen in der Mehrzahl über ein abgeschlossenes Studium der Sozialarbeit bzw. Sozialpädagogik.

Ein Verzeichnis über die anerkannten Betreuungsvereine in Westfalen-Lippe finden Sie hier.