Krankheitsbilder

Schizophrenie

Der Begriff Schizophrenie stammt aus dem Griechischen und heißt so viel wie ''Spaltungsirresein''.

Schizophrenien zählen zu den häufigsten psychischen Krankheiten. Dennoch fällt es - vor allem den Betroffenen - schwer, sie zu identifizieren, zumal die Anfänge scheinbar ganz ''normaler'' Natur sind. Ängstlichkeit, Stimmungsschwankungen, Missverständnisse, Einsamkeit oder Passivität sind Gefühle, die jeder Mensch hin und wieder durchlebt, ohne deshalb schon schizophren zu sein oder sich dafür zu halten. Erst wenn die Merkmale, Anzeichen oder Signale eskalieren, sind es oftmals Angehörige, Freunde und Bekannte, die auf psychische Veränderungen aufmerksam werden und eine seelische Erkrankung vermuten, meistens eher als die Leidenden selbst.

Unter Schizophrenie versteht man die Zersplitterung der Persönlichkeit. Das Denken, Fühlen und Handeln bilden keine Einheit mehr und ist gewissermaßen aufgespalten.

Die meisten Menschen mit schizophrenen Erkrankungen halten sich für unverstanden bis hin zum Leiden unter Verfolgungswahn, verschließen sich ihrer Umwelt, reagieren panisch oder, wenngleich selten, überschwänglich begeistert. Viele kapseln sich immer mehr ab, schaffen ihre eigene Wirklichkeit, hören plötzlich Stimmen, die es nicht gibt (akustische Halluzinationen) und registrieren ihre Umgebung zunehmend als bedrohlich und feindselig.

Die gestörte Wahrnehmung der äußeren Wirklichkeit verursacht zudem abweichendes Erleben und Denken und daraus resultierend eine unlogische Willensbildung und Entscheidungsfindung. In der Folge entstehen tief greifende Zwiespältigkeiten, zeitweilig aber auch ein sich bis zum Starrsinn steigerndes Festhalten an einmal gewählten Einstellungen und Entscheidungen.

Markante Kennzeichen schizophrener Störungen sind Wochen oder Monate dauernde Krankheitsprozesse sowie höchst unterschiedliche Phasen und Verläufe. Zwischen den akuten Krankheitsepisoden sind monate- oder jahrelange stabile Abschnitte keine Seltenheit. Viele Patientinnen und Patienten werden nur ein- oder zweimal in ihrem Leben von schizophrenen Symptomen angegriffen. Auch in der modernen Medizin gibt es noch keine gesicherten Kenntnisse, die eine exakte Vorhersage über den Krankheitsverlauf zulassen. Aber es gibt inzwischen gute und hilfreiche Therapieansätze. Durch Früherkennung und eine möglichst frühzeitige Behandlung kann der Krankheitsverlauf günstig beeinflusst werden. Als Zentrum für Früherkennung und Therapie psychischer Störungen bietet zum Beispiel das ''BoFit'' an der LWL-Universitätsklinik Bochum Beratung, Behandlung und begleitende Hilfen für Betroffene.