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Studie

Gerontopsychiatrische Versorgung: Gemeinsames Forschungsprojekt von LWL und KVWL am Start

Die demografische Alterung stellt die medizinische Versorgungslandschaft vor beträchtliche Herausforderungen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund zunehmender Multimorbidität gewinnt auch die gerontopsychiatrische Versorgung mehr und mehr an Bedeutung. Denn psychische Beschwerden, Angststörungen und Depressionen etwa sind nicht selten Begleiterscheinung der körperlichen Beschwerden. Mit Blick auf im Alter virulente Mobilitätshemmnisse ist eine gemeindenahe gerontopsychiatrische Versorgung für die kranken Menschen entscheidend. Indes: Werden auch ''morgen'' noch ausreichende, Versorgungsbedarfe abdeckende Ressourcen verfügbar sein?

Das ist die Leitfragestellung eines gemeinsamen Versorgungsforschungsvorhabens von LWL und KVWL, das unmittelbar vor dem Start steht. Es soll differenziert Aufschluss geben über den gegenwärtigen und zukünftigen (abgestellt wird auf das Jahr 2020) gerontopsychiatrischen Versorgungsbedarf, um die erforderlichen Kapazitäten und ggf. bestehende versorgungspolitische Handlungsbedarfe abschätzen zu können. Die Studie ist sektorenübergreifend angelegt, d. h. Versorgungsstrukturen im stationären, teilstationären und ambulanten Bereich werden gleichermaßen mit einbezogen. Untersuchungsregionen sind die Stadt Bochum und der Kreis Gütersloh. Die Auswahl dieser sehr unterschiedlich aufgestellten Regionen erfolgte unter Berücksichtigung einer bestehenden sozialstrukturellen Clusterung der Kreise und kreisfreien Städte, die das Bochumer ''Zentrum für interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung’' vorgenommen hat.

Das Projektvorhaben wurde im Rahmen eines Symposiums der Bundesärztekammer am 21.10.2009 zum Thema ''Versorgung psychisch kranker alter Menschen'' einer breiteren Fachöffentlichkeit vorgestellt. (Wb, 26.10.2009)