Integrierte Versorgung

Kooperation zwischen allen am Behandlungsprozess Beteiligten

Die Integrierte Versorgung unterscheidet sich von der bisherigen Versorgung dahingehend, dass sie durch eine engere Verzahnung aller Bereiche den gesamten Behandlungsbedarf des Patienten umfasst. Mit der Integrierten Versorgung soll die Abschottung zwischen den Versorgungssektoren (stationär, ambulant, rehabilitativ) zu überwinden. Grundlage bildet ein sektorenübergreifendes und/oder interdisziplinär fachübergreifendes Behandlungskonzept. Mediziner in Praxen und Krankenhäusern sollen verstärkt miteinander sowie mit Rehabilitationseinrichtungen und nichtärztlichen Leistungserbringern kooperieren. Besonders bedeutend ist dies für Krankheitsverläufe, die Leistungen aus allen drei Sektoren beanspruchen. Dies gilt in zunehmenden Maße, je komplexer der Krankheitsverlauf ist und/oder zur Chronifizierung neigt. Wesentliches Ziel dieses Versorgungsmodells ist die Steigerung der Behandlungsqualität und Wirtschaftlichkeit durch eine bessere Koordination der Behandlungskomponenten über alle Leistungsbereiche hinweg.  

Die bisherigen Studien gehen davon aus, dass die Integrierte Versorgung das Zukunftsmodell darstellt. So konstatiert der Sachverständigenrat in seinem Gutachten 2007, dass es bei der Integrierten Versorgung nicht um das "ob", sondern nur um das "wie" geht. Angesichts der Prävalenzentwicklung von seelischen Erkrankungen wird die Integrierte Versorgung auch für die psychiatrische Versorgung zunehmend an Bedeutung gewinnen. 

Für Patienten bietet die Integrierte Versorgung viele Vorteile:

  • Alle Behandlungsprozesse, insbesondere zwischen ambulanter und stationärer Behandlung, sind aufeinander abgestimmt.
  • Die enge Zusammenarbeit ermöglicht einen kontinuierlichen und umfassenden Informationsaustausch.
  • Die Behandlungsqualität steht an erster Stelle, d.h. die Beteiligten verpflichten sich zu hohen Qualitätsstandards.
  • Der Behandlungsablauf wird von allen Beteiligten gemeinsam mit dem Patienten abgestimmt.
  • Die Zusammenarbeit gewährleistet, dass der Patient nach der stationären Behandlung schnell einen Anschlusstermin beim ambulant behandelnden Arzt erhält.

Vorteile für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten:

  • Schnellere und effizientere Informations- und Kommunikationswege (EDV-unterstützt).
  • Geringerer Organisationsaufwand durch koordinierte Abläufe.
  • Zusätzliche Vergütung zu den EBM-Leistungen.
  • Bessere und schnellere Abstimmung zwischen den Beteiligten (kurze Wege, Case-Management, etc.).
  • Wissenstransfer und fachliche Sicherheit durch leitlinienorientierte Behandlungsverfahren, Fortbildungen, Fallkonferenzen, etc.
  • Erhöhung der Wirtschaftlichkeit.
  • Verbesserung der Arbeitszufriedenheit.