LWL-Wohnverbund Lippstadt

Qualitätsmanagement

Alle Einrichtungen des Gesundheitswesens müssen bis zum Jahr 2OO5 ein an dem aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik orientiertes Qualitätsmanagement einführen und dieses auch weiterentwickeln. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat beschlossen, das Modell des EFQM (European Foundation for Quality Management) in seinen Kliniken und in seinen Pflege- und Förderzentren einzuführen. Es handelt sich um ein Managementsystem, das von vielen namhaften Firmen wie Nokia, Volvo und IBM eingesetzt wird. Im europäischen Raum wird es zunehmend erfolgreich in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen angewendet.
Qualitaetsmanagement
Das EFQM-Modell besteht aus neun Kriterien. Hierunter sind fünf sog. Befähiger-Kriterien und vier sog. Ergebnis-Kriterien zu verstehen (s. Grafik). Die Befähiger-Kriterien behandeln das, was unsere Kliniken tun, wie sie vorgehen. Die Ergebnis-Kriterien berücksichtigen all jenes, was unsere Kliniken erzielen, wobei die Schlüsselergebnisse natürlich von dem abhängen, was die Befähiger tun. EFQM für Exellence ist ein dynamisches Modell. Es ermöglicht, dass sich die Befähiger durch Innovation und Lernen verbessern, was wiederum zu verbesserten Ergebnissen führt. Doch wie lässt sich nun dieses Modell, das die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens transparent macht, in unseren psychiatrischen Einrichtungen in Warstein und Lippstadt anwenden? Ende 2OO2 wurden innerhalb der Westfälischen Kliniken neben allen Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleitern, dem Personalrat Warstein und Lippstadt, den Öffentlichkeits- und Ökobeauftragten auch die Betriebsleitung mittels umfangreicher Fragebögen zu verschiedenen Kriterien wie z.B. Führung, Mitarbeiter, Unternehmenspolitik und Strategie sowie kundenbezogene Ergebnisse befragt. Ergänzend haben viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an beiden Klinikstandorten das erforderliche Zahlenmaterial bereitgestellt und dadurch die Informations- und Datensammlung tatkräftig unterstützt. Nachdem das umfangreiche Material gesichtet und zusammengestellt worden war, fand Mitte Januar 2OO3 anlässlich der Konsensfindung jeder einzelnen Einrichtung eine extern moderierte Selbstbewertung statt. Beteiligt waren die Betriebsleitung, die Werkleitung, die Fachbereichsleitungen, die Leiterin der Stabsabteilung, die Vorsitzenden der Personalvertretungen und die Qualitätsbeauftragten. Bei der Selbstbewertung unserer Kliniken und Pflege- und Förderzentren wurden die vorhandenen Stärken, aber auch Möglichkeiten für Verbesserungen aufgezeigt. Diese Arbeitssitzung diente der Überprüfung von Tätigkeiten und Ergebnissen, stellte also eine Standortbestimmung unserer Einrichtungen in Warstein und Lippstadt dar. Die Ergebnisse der ersten Selbstbewertung unter Anwendung des EFQM-Modells wurden den Abteilungsleitungen in den Kliniken und den Wohngruppenleitungen in den Pflege- und Förderzentren vorgestellt. Für jede Einrichtung sind Verbesserungsbereiche benannt worden, die durch verschiedene Projekte umgesetzt werden. Die herausgearbeiteten Stärken und Verbesserungspotenziale sind Grundlage für weitere Qualitätsverbesserungsprojekte innerhalb unserer Einrichtungen in Warstein und Lippstadt. Sie dienen u. a. den LWL-Kliniken und Pflege- und Förderzentren des LWL im Kreis Soest. Ziel des Qualitätsmanagements innerhalb unserer Kliniken ist eine Zertifizierung (analog einer TÜV-Plakette) durch anerkannte Prüfstellen. Hierzu werden externe Experten die Resultate unserer geleisteten Arbeit in festgelegten Zeiträumen überprüfen. Dr. Gertrud Bureik
Helmut S. Ullrich