Zukunftsmarkt Tagespflege: Pflegereform schafft finanzielle Anreize
Lange führte die Tagespflege noch ein Schattendasein: Nur rund 19.000 Pflegebedürftige wurden im Jahr 2005 in einer der bundesweit 783 Tagespflegeeinrichtungen versorgt.
"Die Pflegereform schafft erhebliche Anreize für Pflegebedürftige, die Tagespflege in Anspruch zu nehmen", so Bernd Tews, Geschäftsführer des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa). Der Grund: Die Reform hat im Jahr 2008 deutlich ausgeweitete Leistungsansprüche für Tagespflegegäste ermöglicht. So erhalten Pflegebedürftige jetzt einen zusätzlichen Anspruch für Tagespflege in Höhe von 50 Prozent der ambulanten Sachleistungen.
Das bedeutet konkret: Standen einem ambulant betreuten Pflegebedürftigen in Pflegestufe I vor der Reform 384 Euro zur Verfügung, sind es seit dem 1. Juli 2008 630 Euro (420 Euro Sachleistungen ambulant + 210 Euro zusätzlich für die Tagespflege). Nach dem gleichen Prinzip erhöht sich der Satz in Pflegestufe II von 921 Euro auf 1.470 Euro und in Pflegestufe III von 1.432 auf 2.205 Euro.
Von noch größerer Bedeutung ist, dass durch die Reform erstmals die große Masse der Pflegegeldbezieher ins Visier der professionellen Anbieter gerückt ist. Denn auch diese Gruppe - immerhin 70 Prozent aller Pflegebedürftigen - erhält nun 50 Prozent des ambulanten Sachleistungsbetrages für die Tagespflege. Dieses Geld muss für die Tagespflege in Anspruch genommen werden. Für die Pflegegeldbezieher bedeutet das: Entweder sie lassen das zusätzliche Geld aus dem Topf der Pflegeversicherung verstreichen - oder sie nehmen die Dienste professioneller Anbieter der Tagespflege in Anspruch.
Für die ambulanten Dienste eröffneten sich neue Perspektiven: "Pflegedienste können über die Tagespflege ein Angebot an Betreuungsleistungen insbesondere für Demenzkranke aufbauen, den Verbleib in der Häuslichkeit verlängern und neue Kundenkreise gewinnen", so Tews. Aber auch für die stationären Einrichtungen sollte der Tagespflege-Markt von großem Interesse sein. Tews: "Pflegeheime können insbesondere bei unzureichender Auslastung die Synergien der Infra- und Personalstruktur nutzen, um ein Vorfeldangebot zu etablieren."
(Quelle: sts, CAREkonkret Nr.13, Auszug aus dem Titelthema.)
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Das Land Nordrhein-Westfalen hat dem LWL-Pflegezentrum Warstein als einer der ersten Einrichtungen den "Landesbutton Sturzpräventive Einrichtung" verliehen.
Die Begründerin der 10-Minuten-Aktivierung, Ute Schmidt-Hacken-berg, war bereits zweimal bei uns zu Gast: Im März 2011 machte sie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einer Fortbildung mit ihrem Konzept vertraut, das die Förderung von Menschen mit Demenz zum Ziel hat. Im April kehrte sie mit einem Kamerateam zurück, um einen Kurzfilm für Schulungs-zwecke zu drehen (hier mit dem ehemaligen Pflegedienstleiter Jörg Griesche).