Fragen

LWL-Tagesklinik Warstein

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Tagesklinik?

Tagesklinik bedeutet, dass PatientInnen zu Hause schlafen und auch das Wochenende zu Hause verbringen. Sie sind – vergleichbar einem geregelten Arbeitstag – von 8.00 Uhr am Morgen bis 16.00 Uhr am Nachmittag zur Behandlung bei uns. Dabei ist das tagesklinische Behandlungsprogramm, da es zeitlich konzentriert ist, eher noch intensiver als bei einer „voll“-stationären 24-Stunden-Behandlung im Krankenhaus.

Wann ist eine Tagesklinik angebracht?

Eine tagesklinische Therapie kommt infrage, wenn eine ambulante Behandlung nicht ausreicht und eine vollstationäre Behandlung nicht notwendig ist. Sie ist nicht möglich, wenn Sie nicht in der Lage sind, täglich pünktlich zu uns zu kommen. Auch wenn Sie ein akutes Suchtproblem oder konkrete Selbstmordgedanken haben, ist unsere Tagesklinik nicht der richtige Ort. Sollte Ihre häusliche Umgebung derzeit extrem belastend sein, kann es sinnvoller sein, ganz in die Klinik zu kommen. In allen anderen Fällen ist es für die Therapie hilfreich und für PatientInnen sehr viel angenehmer, wenn sie am späten Nachmittag nach Hause zurückkehren und nicht aus ihrer häuslichen Umgebung herausgerissen werden.

Wie kommt man in die Tagesklinik?

Sie rufen uns an (Telefon 02902 82-1600) und vereinbaren einen Vorgesprächstermin. Dieses ambulante Vorgespräch, für das Sie eine Krankenhauseinweisung benötigen, dauert eine knappe Stunde. Dabei wird geklärt, welche Behandlungsform (ambulant, tagesklinisch oder vollstationär) in Anbetracht der Vorgeschichte, der akuten psychischen Verfassung und der Zielsetzung aus unserer Sicht angezeigt ist. Dabei geht es auch um die Frage, ob unser Angebot Ihren Erwartungen entspricht. Wenn wir eine Aufnahme miteinander vereinbaren, müssen Sie noch eine vergleichsweise kurze Zeit (meist sind es 2-4 Wochen) warten, bis Sie aufgenommen werden können. Vor dem Vorgespräch empfiehlt es sich, dass Sie mit Ihrer/m behandelnden Ärztin/Arzt oder Therapeutin/Therapeuten über eine eventuelle tagesklinische Behandlung sprechen.

Wie lange dauert eine Behandlung?

Es gibt keine feste Regel. Die Behandlung sollte so lange erfolgen, bis Sie wieder Lebensfreude empfinden, belastbar sind und Ihren Alltag bewältigen. In jedem Fall sollten Sie einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen einkalkulieren.

Wie sieht die Behandlung aus?

Bei der Aufnahme vereinbaren Sie mit uns einen sehr umfassenden, verbindlichen Therapieplan, der Gespräche, Körper orientierte Therapien, kreative Therapien, Entspannungsverfahren und vieles andere enthält. Dadurch haben Sie viele Anregungsmöglichkeiten und kaum Leerlauf, allerdings in ausreichendem Maß Pausen und Rückzugsmöglichkeiten. Neben regelmäßigen Einzelgesprächen finden viele Therapien statt, die Sie zusammen mit den anderen PatientInnen machen. Behandelt werden Sie von einem größeren Team, das aus verschiedenen Berufsgruppen unter ärztlicher Leitung zusammengesetzt ist. Im Fall prekärer sozialer Verhältnisse erhalten Sie auch Unterstützung durch unsere Sozialarbeiterinnen.

Welche Menschen werden in der Tagesklinik behandelt?

In der Tagesklinik werden circa zwanzig PatientInnen behandelt. Das Verhältnis zwischen den Geschlechtern ist ziemlich ausgewogen; vom Alter her werden Sie Menschen zwischen 18 und 70 Jahren antreffen. Viele PatientInnen leiden an Depressionen oder Ängsten. Es finden sich aber auch andere seelische Beeinträchtigungen. Für Menschen mit akuten Suchtproblemen, ausgeprägten Orientierungsstörungen oder schwereren geistigen Behinderungen ist das hiesige tagesklinische Behandlungsprogramm nicht geeignet.

Wer bezahlt die Behandlung in der Tagesklinik?

Die Kosten der Tagesklinik werden von der Krankenkasse getragen. Als einzige klinische Einrichtung sind Tageskliniken von der Selbstbeteiligung befreit. Die Fahrtkosten werden von der Krankenkasse zum allergrößten Teil übernommen. PatientInnen kommen mit ihrem eigenen Pkw oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein Transport mit dem Taxi ist nur in medizinisch begründeten Fällen möglich.

Gibt es Betreuungsmöglichkeiten für Kinder?

Nein. Allerdings gelingt es in den meisten Fällen, eine Kinderbetreuung über ambulante Hilfen rechtzeitig vor der Aufnahme zu regeln. Bei Bedarf erhalten Sie dabei Unterstützung durch unseren Sozialdienst.

Wie sind die Heilungschancen?

Die Aussichten, dass Sie von einer Behandlung bei uns profitieren, sind außerordentlich hoch. Von den PatientInnen, die wir im letzten Jahr entließen und die eine Abschlussbeurteilung abgaben, erlebten sich 96 % als gebessert, davon 37 % sogar als sehr gebessert. Unsere Nachbefragungen ein halbes Jahr nach der Entlassung sowie Begegnungen mit entlassenen PatientInnen bei unseren Ehemaligentreffen zeigen, dass die Behandlungserfolge auch erfreulich stabil sind. Dabei ist ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass der Erfolg einer Therapie eine gemeinsame Leistung von Patientin/Patient und Therapeutin/Therapeut ist, dass also sowohl eine qualifizierte fachliche Arbeit als auch ein aktives Patienten-Engagement in der Behandlung gebraucht werden, um die gestellten Therapieziele zu erreichen.

Noch offene Fragen?

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