Soziotherapie

Profil der soziotherapeutischen Station I

Die Soziotherapie-Station I, auf der 28 Behandlungsplätze zur Verfügung stehen, ist der Abteilung Gerontopsychiatrie (Link)/ Soziotherapie angeschlossen.

Das Angebot der Station I ist ausgerichtet auf die soziotherapeutische Behandlung von allgemeinpsychiatrischen Patienten ab dem 18. Lebensjahr, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankungen/ Störungen bereits länger ernsthaft in ihren psychosozialen Kompetenzen beeinträchtigt sind und auf strafrechtlich nach dem Maßregelvollzugsgesetz untergebrachte psychisch kranken Personen, die in die Gemeinde rehabilitiert werden sollen.

Ziel ist es Störungen in und mit der sozialen Umwelt zu mildern bzw. aufzuheben z.B. durch Erweiterung der sozialen Kompetenzen, Verbesserungen der Beziehungen und Kontakte, Förderung der Aktivitäten im Alltag. Notwendig sind häufig gründliche Planungen bzgl. des Wohn- und Arbeitsumfeldes.

Für das Team das Station I stellt der Recovery-Gedanke einen wesentlichen Bezugsrahmen für die Arbeit mit den Patienten dar.  Recovery kann mit Gesundung übersetzt werden. Der Begriff umfasst einen personenorientierten ganzheitlichen Ansatz im Umgang mit Erkrankungen und Lebenskrisen, der insbesondere im Bereich der Rehabilitation von Bedeutung ist. Der Mensch wird dabei in den Mittelpunkt der Behandlung gerückt, ohne dass primär Defizite benannt und aufgezählt werden oder Abweichungen von einer scheinbaren Normalität definiert werden. Dieser Ansatz deckt sich mit einer sozialpsychiatrisch-psychotherapeutischen Haltung.

 
Patientinnen & Patienten der soziotherapeutischen Staion I

Aufgenommen werden Menschen, deren Gesundheitsstörungen sich nachfolgenden Krankheitsbildern zuordnen lassen:

  • affektive Störungen (Depression, Manie)
  • Angst- & Zwangserkrankungen
  • Intelligenzminderungen mit Verhaltensauffälligkeiten
  • Persönlichkeits- & Verhaltensstörungen
  • schizophrene Psychosen
  • sich in körperlichen Symptomen äußernde seelische Beschwerden (somatoforme Störungen)
  • Suchterkrankungen als Zweitdiagnose

 
Aufgrund der Zusammensetzung der Patienten auf der Station können Frauen, bei denen ein sexueller Missbrauch aus der Vorgeschichte bekannt ist, nicht aufgenommen werden.

 
Aufgaben & Ziele der soziotherapeutischen Station I

Ziele der Behandlung sind die Rückkehr in ein möglichst selbstbestimmtes Leben. Unter der Maxime „Entwicklung ist möglich“ werden gemeinsam mit den Patienten deren Stärken und Schwierigkeiten besprochen. Über die Schaffung einer klaren Tagesstruktur, der Förderung bzw. Wiedergewinnung der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit in unterschiedlichen Lebensbereichen werden die Fähigkeiten der Patienten trainiert. Durch ein auf die Person abgestimmtes Unterstützungsangebot wird die Selbstwirksamkeit und Autonomie im Umgang mit der eigenen Erkrankung gestärkt. Diverse Gruppenangebote sollen die sozialen Kompetenzen wie Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit fördern. Durch eine sorgfältige Entlassungsvorbereitung, durch Klärung der Wohnsituation und Berücksichtigung der erreichten schulischen oder beruflichen Leistungsfähigkeit werden über die Einbeziehung komplementärer Einrichtungen (Link) individuelle passgenaue Lösungen gefunden.

 
Behandlungs- & Therapieangebot der soziotherapeutischen Station I

Das Behandlungs- und Therapieangebot der soziotherapeutischen Station I umfasst:

  • Ärztliche & Psychotherapeutische Therapieangebote mit dem Schwerpunkt auf Krankheits- &  Deliktbewältigung
  • Bewegungstherapeutische Angebote (Link)
  • Ergotherapeutische Angebote (Link) in der stationären Arbeitstherapie sowie in sieben unterschiedlichen Bereichen der zentralen Arbeitstherapie. Im stationären Kontext ist dieses Angebot um ein schulisches Angebot erweitert.
  • Pflegerische Therapieangebote: Im Vordergrund des pflegerischen Angebotes stehen die Milieugestaltung & die Unterstützung bei einer gesundheitsfördernden Tagesstruktur im Bezugspflegesystem. Verschiedene Einzel- & Gruppenangebote dienen dazu die eigenen Fähigkeiten wiederzuerlangen.
  • Sozialarbeiterische Angebote umfassen die psychosoziale Beratung & Begleitung, um die Patienten bei der Erschließung von Hilfsquellen, der Vermittlung weiterführender Institutionen (soziale, medizinische & berufliche Reha) & der Kontaktaufnahme mit Behörden, Betreuern, etc. zu untestützen.

 
Dieses Behandlungskonzept wird im Bezugstandem zwischen Bezugstherapeuten und Bezugspflegekräften gemeinsam mit dem Patienten realisiert.

 

Zur Rehabilitation stehen folgende weitere Angebote zur Verfügung:

Außenwohnen
In der Außenwohnung können sich drei – vier strafrechtlich untergebrachte Personen im weit fortgeschrittenen Lockerungsstatus erproben. Die Behandlung und Betreuung geschieht weiterhin durch das therapeutische und pflegerische Team der Station I. Das außerstationäre Wohnen dient der langfristigen Erprobung im Rahmen von Lockerungen unter realen Bedingungen. Das außerstationäre Wohnen dient als wichtiger und notwendiger Beobachtungszeitraum als Vorstufe zur Langzeitbeurlaubung. Dort kann u. a. die eigene Leistungsfähigkeit und die Selbsteinschätzung hinsichtlich der Voraussetzungen für ein eigenständiges Leben erprobt werden.

Forensische Nachsorge
Patienten die von der Station entlassen werden können, werden von den Mitarbeitern der Station weiter ambulant behandelt. Die Betreuung umfasst die psychiatrische Behandlung durch einen ihm bekannten Therapeuten. Außerdem bieten wir Begleitung durch den pflegerischen und sozialarbeiterischen Dienst an.

Haftnachsorgeambulanz
Hierbei handelt es sich um eine Spezialambulanz, in der psychisch erkrankte Menschen aus dem Strafvollzug behandelt werden. Mit diesem Programm werden diese Menschen unterstützt sich wieder straffrei in die Gesellschaft zu integrieren.