Jeder Mensch kennt das: Man verlässt die Wohnung, und auf dem Weg zur Bushaltestelle beschleicht einen das Gefühl, nicht richtig abgeschlossen zu haben. Also geht man noch einmal zurück, steckt den Schlüssel ins Schloss und stellt meistens fest, dass die Sorge unbegründet war. Auf dem Weg in den Urlaub denkt man z.B. immer an die Kaffeemaschine, die man vergessen hat, auszuschalten – und das ist schon ziemlich beunruhigend. In Maßen ist Kontrolle durchaus sinnvoll. Im Extremfall kann sie jedoch bis zur totalen Blockade von Denken und Handeln gehen und zu einer Zwangsstörung führen.
Charakteristisch sind Zwangsgedanken, die Angst und Leiden verursachen, und Zwangshandlungen, die zur Vermeidung oder Minderung der Angst beitragen sollen. Zwangsgedanken äußern sich in dem Drang, gegen den inneren Widerstand und trotz besseren Wissens bestimmte Dinge immer wieder zu tun oder zu denken. Die Gedanken kreisen jenseits der Realität um bestimmte Ideen, Impulse oder Vorstellungen, ständiges Händewaschen aus Angst vor Infektionen oder an allem und jedem zweifeln zu müssen. Als Zwangshandlungen gelten jene Verhaltensweisen, die bei Zwangsgedanken immer wieder stereotyp ausgeführt werden. Zwangshandlungen wirken übertrieben und stehen in keinem realistischen Bezug zu einer tatsächlichen Gefahr. Sie dienen dazu, das Unbehagen an den eigenen Gedanken zu bereinigen oder das Gedachte und seine Folgen unwirksam zu machen.
Zu den häufigsten Zwangshandlungen gehören Waschzwänge, Zählen, Kontrollieren und Berühren. Zwangsstörungen können diagnostiziert werden, wenn sie über einen bestimmten Zeitraum die normalen, täglichen Routinehandlungen beeinträchtigen, die sozialen Beziehungen und beruflichen Leistungen einschränken, der Zeitaufwand bei Zwangshandlungen auffallend groß wird. Zwangsstörungen treten oft in Kombination mit anderen Störungen wie Angst-, Ess- oder zwanghaften Persönlichkeitsstörungen auf. Etwa 2,5 Prozent der Bevölkerung sind im Lauf ihres Lebens irgendwann einmal von Zwangsstörungen betroffen. Sie kommen bei Frauen und Männern etwa gleichermaßen häufig vor, insbesondere im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.
Die Übergänge zu den therapiebedürftigen Zwangsstörungen sind allerdings fließend, also nicht sofort erkennbar, und viele Betroffene verschweigen aus Scham ihr vermeintliches Fehlverhalten.
Eine Übersicht über unser Angebot zur Behandlung von Zwangsstörungen und eine Liste mit Ihren Ansprechpartner/innen finden Sie hier.
Folgende Arztstelle ist an den LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein neu zu besetzen:
Für nähere Auskünfte steht Ihnen der Ärztliche Direktor Dr. Josef Leßmann unter Tel. 02902 82-1004 oder per E-Mail zur Verfügung.
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