Was ist eine Persönlichkeitsstörung?
Persönlichkeitsstörungen treten dann auf, wenn eine oder mehrere Eigenschaften bzw. Verhaltensweisen zu fortwährenden Anpassungsproblemen führen und damit die soziale Integration eines Menschen und seine Entwicklungsmöglichkeiten behindern.
Der Philosoph Karl Jaspers schreibt: „Persönlichkeit ist das Ganze der verständlichen Zusammenhänge, besonders des Trieb- und Gefühlslebens, der Wertungen und Strebungen, des Willens.“ Die Persönlichkeit ist auch Ausdruck der Einzigartigkeit eines Menschen. Die Eigenschaften der Persönlichkeit lassen sich über verschiedene Dimensionen beschreiben und in Profilen darstellen. Eine Persönlichkeitsnorm gibt es dagegen nicht. Allenfalls lässt sich der Ausprägungsgrad einer Eigenschaft vergleichen. Zur Ausbildung einer Störung kommt es aber erst dann, wenn eine Eigenschaft im Kontext der Anforderungen zu bedeutsamen Funktionseinschränkungen führt.
In der Fachsprache gibt es eine Fülle unterschiedlicher Persönlichkeitsstörungen. Man unterscheidet zwischen wahnhaften, selbstverliebten, übererregten, zwanghaften oder seelisch zerrissenen Persönlichkeitsstörungen, deren Grenzen fließend sind und deren auffälligste Merkmale sich oft überschneiden.
Borderline-Persönlichkeitsstörung
Zu den häufigsten Persönlichkeitsstörungen zählt die „Borderline-Störung“, die bei intensivem Ausprägungsgrad eine stationäre Behandlung erforderlich machen kann. Zunächst als auf der Grenze zwischen Psychosen und Neurosen liegendes Störungsbild (engl. „borderline“ = Grenze) beschrieben, wird die „Borderline-Störung“ heute den Persönlichkeitsstörungen zugeordnet. Menschen mit einer „Borderline-Störung“ haben Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung und bei der emotionalen Reaktion auf Anforderungen. Daraus entwickeln sich hauptsächlich folgende Merkmale:
Die Ursache der Störung ist bis heute nicht abschließend geklärt. Einige Fachleute gehen davon aus, dass die emotionale Instabilität veranlagt ist, andere glauben, dass in der Entwicklung keine festen und ausgewogenen Objektbeziehungen entwickelt werden konnten. Im Gegensatz zu anderen seelischen Störungen finden sich bei der „Borderline-Störung“ bereits in der Kindheit und Jugend Auffälligkeiten, beispielsweise eine gewisse Unausgeglichenheit oder ungünstige Entwicklungsbedingungen. Viele Menschen mit einer „Borderline-Störung“ haben zudem im Rahmen ihrer Entwicklung traumatische Erfahrungen machen müssen (z.B. Gewalterfahrungen, Vernachlässigung oder sexuelle Traumatisierungen).
Die Borderline-Störung ist eine Erkrankung des jungen Erwachsenen und bleibt nur in Ausnahmefällen bis ins hohe Alter bestehen. Die Gefährdung und die Einschränkung der Lebensqualität sind lange Jahre enorm. Etwa 10 Prozent der Betroffenen sterben an den Folgen der Erkrankung. Bei Behandlung ist die Prognose für Menschen mit „Borderline-Persönlichkeitsstörung“ jedoch gut.
Die Informationsbroschüre zur Behandlung von Persönlichkeits-, Belastungs- und Anpassungsstörungen können Sie sich hier herunterladen.
Eine Übersicht über unser Angebot zur Behandlung von Persönlichkeitsstörungen und eine Liste mit Ihren Ansprechpartner/innen finden Sie hier.
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