Wann wird die Angst zur Störung? Wenn sie der tatsächlichen Bedrohung nicht mehr entspricht und damit mehr schadet als nutzt.
„Angst ist ein schlechter Ratgeber“, heißt es im Volksmund, aber auch: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“. In diesen beiden Redensarten wird ein durchaus gesunder Instinkt angesprochen – nämlich die Angst vor echten Bedrohungen, die dazu dient, sich selbst zu schützen und vor Fehlern zu bewahren.
Angststörungen richten sich indes gegen Dinge und Ereignisse, vor denen Menschen normalerweise keine Angst haben. Wie etwa vor Fahrstühlen, Spinnen, Tunnels, Massenversammlungen oder dem Fliegen in Flugzeugen. Manche Menschen werden von plötzlichen Panikanfällen – laut Statistik schon von jedem zehnten Menschen mindestens einmal erlebt – heimgesucht, haben Angst in beengten Räumen oder einfach „nur“ Angst, ohne genau zu wissen, wovor. Ein Phänomen: Alle wissen, was Angst ist, sie lässt sich aber nicht definieren, sondern allenfalls umschreiben und bebildern. Es ist das Erleben einer Bedrohung – gedanklich und körperlich – der man sich ausgeliefert fühlt, ohne ihren Gegenstand befriedigend definieren zu können.
Realangst, Existenzangst und neurotische Angst sind die drei Angstformen, zwischen denen heute unterschieden wird, die jedoch nicht streng unterteilt werden. Angst zählt zu den fundamentalen Bestandteilen aller seelischen Erkrankungen. Kaum eine psychische Störung ist nicht von Angst durchdrungen. Wenn Angst das Krankheitsbild bestimmt, spricht man von Angststörung; wenn diese auf bestimmte Objekte und Situationen bezogen ist, von Phobie. Sehr häufig anzutreffen ist die „soziale Phobie“, die Angst vor abwertender Beurteilung durch andere Menschen.
Angst ist immer ein seelisches und körperliches Phänomen zugleich. Herzklopfen, Beklemmung, Unruhe, Zittern, kalter Schweiß, Schließmuskelschwäche sind nicht Folgen der Angst, sondern gehen mit ihr parallel einher. Die Formen sind ebenso facettenreich wie unterschiedlich in ihrem Schweregrad. Angst kann sich hinter der Maske völliger Beherrschtheit verbergen, aber auch in akuten Reaktionen (Panik) oder in Form kindlicher Hilflosigkeit zeigen.
Ängste sind heute therapeutisch gut behandelbar.
Eine Übersicht über unser Angebot zur Behandlung von Angststörungen und eine Liste mit Ihren Ansprechpartner/innen finden Sie hier.
Folgende Arztstelle ist an den LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein neu zu besetzen:
Für nähere Auskünfte steht Ihnen der Ärztliche Direktor Dr. Josef Leßmann unter Tel. 02902 82-1004 oder per E-Mail zur Verfügung.
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