Suchtmedizin

Behandlungskonzept

Die Abhängigkeit von einem Suchtmittel entwickelt sich über einen längeren Zeitraum, der nicht selten mehrere Jahre umfasst. Dabei spielen fremde Personen im sozialen Umfeld, die persönlichen Lebensbedingungen, die Verfügbarkeit des Suchtmittels, biologische Erbanlagen und das eigene Verhalten jeweils eine unterschiedlich bedeutsame Rolle. In jedem Fall entwickelt sich mit zunehmender Abhängigkeit ein mehr oder weniger starres Muster des Suchtmittelkonsums, in dem der Erkrankte gefangen ist.

Gruppentherapie Gruppentherapie

Unser Behandlungskonzept unterscheidet drei Phasen:

In der Motivationsphase wird der Betroffene und sein Umfeld in therapeutischen Gesprächen (www.motivationalinterviewing.org) unterstützt und ermutigt, aus dem verfestigten Konsummuster auszusteigen. Diese Phase ist ganz vorrangig ambulant.

In der zweiten Phase erfolgt eine Beendigung des abhängigen Konsums. Dies geschieht vorzugsweise innerhalb des qualifizierten Entzuges. Dabei wird im Verlauf von drei Wochen nicht nur der körperliche Entzug vollzogen, sondern zugleich macht der Betroffene mit mehreren therapeutischen Elementen erste positive Erfahrungen. Dabei ist die Blickrichtung vorrangig auf die Zukunft gewendet: Mit dem Betroffenen werden möglichst konkrete Perspektiven entwickelt, wie die aktuelle Lebenssituation nachhaltig verbessert werden kann. Oft gehört zu den in Frage kommenden Perspektiven eine geeignete Langzeittherapie.

Die dritte Phase kann beginnen, wenn der abhängige Konsum zuverlässig eingestellt ist. In der Regel umfasst sie zunächst eine Medizinische Rehabilitation Sucht. Im Anschluss ist nicht selten eine oft ambulante Psychotherapie sinnvoll, die das in der Rehabilitation Erarbeitete vertieft und den Behandlungserfolgt stabilisiert.

In allen drei Behandlungsphasen arbeitet die LWL-Klinik Dortmund eng mit dem regionalen und überregionalen Suchthilfesystem zusammen.