Allgemeine Psychiatrie II

Das Behandlungskonzept

Behandlungskonzept

Die Abteilung Allgemeine Psychiatrie II wendet sich an psychisch kranke Menschen zwischen 18 und 60 Jahren, die im Kreis Unna leben. Zu ihrem Behandlungsangebot gehört auch die Tagesklinik Lünen. Auf diese Weise können Patienten ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend voll- oder teilstationär behandelt werden.


Die Indikationen:
Behandelt werden alle Krankheitsbilder der Erwachsenenpsychiatrie. Hierzu gehören:

  • Affektive, also depressive und manische Erkrankungen
  • Akute Belastungsreaktionen
  • Akute suizidale Krisen
  • Psychosen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Verhaltensstörungen

Die Abteilung gliedert sich in vier Stationen, von denen eine den Patienten vorbehalten ist, die einer geschützten Behandlung bedürfen. Durchschnittlich beträgt die stationäre Behandlungsdauer weniger als vier Wochen. Im Anschluss an einen vollstationären Aufenthalt, oder wenn dieser vermeidbar ist, kann die Betreuung durch die Tagesklinik Lünen erfolgen. Die Förderung und der Erhalt der Selbständigkeit des Patienten stehen hierbei im Mittelpunkt. Auf seinen Wunsch können außerdem die umfassenden Kontakte zu Fach- und Hausärzten, Beratungsstellen und ambulanten Pflegediensten im Kreis Unna aufgebaut oder intensiviert werden. Dabei gewährleistet die intensive Zusammenarbeit die Kontinuität der Behandlung.

„Die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung ist eine Daueraufgabe, die sich aus der originären Verpflichtung zur Daseinsfürsorge für unsere psychisch kranken Mitmenschen ergibt. An dem Bewusstsein für diese Verantwortung muss sich eine Gesellschaft mit ihrem Anspruch auf eine humane Grundhaltung messen lassen.“ (aus: Bericht zur Lage der Psychiatrie, Deutscher Bundestag)

Verschiedene Faktoren können eine psychische Erkrankung begründen. Körperliche Ursachen, die seelische Entwicklung und das soziale Umfeld des Patientenmüssen bei der Behandlung berücksichtigt werden (multifaktorielle Genese). Bewährt hat sich hier ein Weg, der die ganze Persönlichkeit des Patienten mit all ihren Stärken und Schwächen in die Analyse einbezieht. Therapie heißt dann, sich auf einen Prozess einzulassen, und nicht, sich ausschließlich an Symptomen und therapeutischen Organisationsschritten zu orientieren. Nur wenn Erfahrungen aus ganz unterschiedlichen Beziehungen in die Behandlung integriert werden, kann ein umfassendes Bild des psychisch kranken Menschen entstehen, das auch der Gesamtheit seiner Persönlichkeit gerecht wird.

Die Abteilung Allgemeine Psychiatrie II fühlt sich primär der Sozialpsychiatrie und der tiefenpsychologisch orientierten Psychotherapie verpflichtet. Unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten werden den Bedürfnissen der Patienten entsprechend stations- und abteilungsübergreifend angeboten.

Diese Bandbreite ermöglicht die Umsetzung eines individuellen, auf den Patientenzugeschnittenen Therapiekonzepts.
Schwerpunkte des therapeutischen Angebots sind:

  • Einzel- und Gruppenpsychotherapie
  • Kunsttherapie
  • Bewegungstherapie
  • Milieu- und Soziotherapie (lebenspraktisches Training)
  • Arbeitstraining

Darüber hinaus kommt der Arbeit der psychoedukativen Gruppe besondere Bedeutung zu. Hier werden Patienten mit Psychosen über Entstehung, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt. Sie sollen lernen, Warnsignale zu erkennen und mit der Krankheit umzugehen.

Viele verschiedene Berufsgruppen sind an der Behandlung der Patienten beteiligt. Sie arbeiten eng zusammen, tauschen regelmäßig ihre Erfahrungen aus und verstehen sich als therapeutisches Team.

Neben Fachärzten für Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie gehören dem Team auch Diplom-Psychologen, -Pädagogen, -Sozialarbeiter, Fachpflegepersonal für Psychiatrie, Kunst-, Bewegungs- und Beschäftigungstherapeuten an. Ihre unterschiedlichen methodischen Ansätze und ihre verschiedenen Erfahrungen mit dem Patienten werden gemeinsam erörtert und wie Mosaiksteine zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Die Mitglieder des therapeutischen Teams betreuen Patienten kontinuierlich und sind jederzeit ansprechbar. Darüber hinaus ist es ein wesentliches Anliegen der Mitarbeiter, mit den ambulanten Diensten und Einrichtungen im gesamten Kreis Unna zusammenzuarbeiten. Die Teilnahme an der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) hat hier einen hohen Stellenwert. Die Abteilung ist beteiligt an der praktischen Krankenpflegeausbildung, der Weiterbildung zur Fachkrankenschwester und zum Fachkrankenpfleger für Psychiatrie, an der Ausbildung von Medizinstudenten im Praktischen Jahr sowie an der Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten zur Fachärztin/ zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.