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Mein Erfahrungsbericht aus der Gerontopsychiatrie

von Janina Eckrodt

Im Spätsommer 2011 entschied ich mich dazu für meine Fachhochschulreife ein Jahr Praktikum in der LWL-Klinik Dortmund zu machen.

Ich begann an meinem ersten Tag in der Gerontopsychiatrie, also auf einer Station für ältere Menschen ab 65. Lebensjahr.

Die ersten Fragen, die sich mir stellten:

„Geschützt-geführt“ was heißt das überhaupt? Gerontopsychiatrie, werden mich diese Menschen überhaupt akzeptieren?

Über meine erste Frage informierte ich mich sofort und erfuhr, dass die Patienten dieser Station häufig an Demenz erkrankt sind und daher zum Teil so stark verwirrt sind, dass sie nicht mehr wissen wo sie sind, wer sie sind, was überhaupt passiert und in welcher Zeit sich ihr Leben abspielt. Aber nicht nur dementiell veränderte Menschen wurden dort behandelt, sondern auch jene, die lebensmüde Gedanken haben.

Meine zweite Frage beantwortete sich nach kurzer Zeit, die Menschen die dort behandelt wurden, schenkten mir oft Dankbarkeit.

 

An meinem ersten Tag auf der Station wusste ich nicht, wo vorne und hinten ist. Alles war neu und ich noch absolut „grün hinter den Ohren“.

Grundpflege, was ist das denn?

Schnell begriff ich, dass Grundpflege das ist, was ein gesunder Mensch regelmäßig durchführt, wie Zähne putzen, sich waschen und kleiden.

Ich hatte jeden Morgen genügend Zeit, mich neben der Grundpflege auch noch mit den Patienten zu unterhalten und mehr über sie und ihre Krankheit zu erfahren. Ich habe gelernt, dass die Patienten oft einfach nur jemanden brauchen der ihnen zuhört und für sie da ist.

 

Es dauerte etwas bis ich mich eingelebt hatte aber Woche für Woche fühlte ich mich wohler und war dankbar für diese neuen Erfahrungen.

Was für mich auch neu war, war die Arbeit im Schichtdienst. Das bedeutet, dass ich lernen musste, meine Freizeit ein wenig umzuplanen, da ein Krankenhaus rund um die Uhr besetzt ist. Also waren von nun an auch Wochenend- und Feiertagsarbeit Bestandteil meines Praktikums. Der klare Vorteil daran ist, dass man durch die Wochenendarbeit auch in der Woche freie Tage hat. Einkaufen ist an einem Mittwochmorgen wesentlich angenehmer als an einem Samstag.

 

Als Besonderheit der Gerontopsychiatrie ist mir aufgefallen, dass hier alle psychiatrischen Krankheitsbilder ab dem 65. Lebensjahr behandelt werden. Also gibt es nicht zu dementiell-erkrankte und depressive Menschen sondern auch suchterkrankte Menschen und Menschen, die unter einer Psychose litten.

Es war ein interessantes und lehrreiches Jahr und ich erinnere mich gerne noch zurück an die Zeit.

 Nach meinem FSJ beschloss ich mich für die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin zu bewerben. In der gesamten Ausbildung profitierte ich sehr von meinen gesammelten Erfahrungen in der Gerontopsychiatrie.