von links: Angelika Niehoerster, Tobi Katze, Hans Joachim Thimm (Foto: Angelika Nehm)

Landhaus Lesungen

Das ist jetzt eben so...

Mit diesem Satz beendete Tobi Katze seine Lesung in der LWL-Klinik Dortmund, die dank des darstellerischen Talents des Bestsellerautors zu einer ebenso humorvollen wie anrührenden Performance geriet. "Das ist jetzt eben so", als Synonym für eine radikale Akzeptanz der Erkrankung. Diese Akzeptanz forderte der therapeutische Leiter des Depressionshauses der LWL-Klinik Dortmund, Oberarzt Hans Joachim Thimm, auch von Gesunden in der Gesellschaft ein.

Eindrucksvoll zeigte Katze den begeisterten 140 Zuhörerinnen und Zuhörern auf, wie nachhaltig die Depression das Leben der Erkrankten verändern kann. Die Patienten, die im Publikum zahlreich vertreten waren, kennen dies. Und auch die Morgende, an denen man nicht aus dem Bett kommt, mit seiner Raufasertapete redet oder mit seiner schmutzigen Wäsche und sich selbst für “verrückt” erklärt.

Die Zuhörer wollten später in der Diskussion von ihm erfahren, wie er es geschafft hat, mit seiner Krankheit einen Umgang zu finden, und was er sich von seinem Umfeld wünscht. “Ich denke mir, wenn es mir schlecht geht, “Das IST jetzt eben so”, und dann geht´s mir besser. Für das Umfeld ist Mitleid ein schlechter Ratgeber”.

Dass der Versuch, Freunden wie Verwandten zu erklären, was es bedeutet depressiv zu sein, mitunter zu absurden, ja lächerlichen Situationen führen kann, führte Katze dem Publikum mit seinem ihm eigenen Witz vor. Das lachen können über die Depression, nimmt Katze als Zeichen der radikalen Akzeptanz der Erkrankung, auch in der Bevölkerung. Die Depression ist eben eine Erkrankung von Vielen.

Das ist jetzt eben so.

Lange nach der Lesung: Tobi Katze signiert sein Buch (Foto: Angelika Nehm)