Walter Mirtsch und Uw Hillebrandt (Foto A. Nehm)

Forum Gesundheit - Gespräche in der Rotunde

Mach nicht so´n Theater

Dieses Verbot wurde beim Infoabend in der LWL-Tagesklinik in eine Aufforderung umgedreht.

Denn: Theater machen kann sehr befreiend sein, neue Horizonte eröffnen, feige Menschen mutig machen, „Schweiger“ zum Reden bringen, unsere Körpersprache neu beleben.

Körperpsychotherapeut Uwe Hillebrandt und der angehende Dramatherapeut Walter Mirtsch brachten auch einige Accessoires aus dem „Fundus“ mit: Ein Sträflingshemd, eine Krone, eine Clowns-Nase, eine Keule.

Die beiden Experten berichteten anschaulich und unterhaltsam von ihren Erfahrungen mit therapeutischem Theater und führten auch in die Drama-Forschung und –Wissenschaft ein.

Kleine Übungen zum Mitmachen haben dem Publikum viel Spaß bereitet. Beispielsweise, als eine Szene in purer Phantasiesprache gespielt wurde.


Engagierter Vortrag: OA Hans Joachim Thimm

Wie kommt der Psychiater zur Diagnose?

Ein letztes Geheimnis wurde gelüftet

"Spannend, humorvoll, absolut fesselnd", sagten die Besucher des Infoabends, nachdem sie 1 1/2 Stunden lang gestaunt und auch gelacht hatten. Denn Hans Joachim Thimm, Erster Oberarzt der LWL-Klinik Dortmund, vermittelt Inhalte anschaulich, mit Spaß und gleichzeitig mit dem nötigen Respekt vor Patienten und ihren Erkrankungen. 

Das „Forum Gesundheit“ war ausgesprochen gut besucht. Offenbar wollten viele Menschen erfahren, "wie das denn so geht, mit dem Diagnostizieren".

Hans Joachim Thimm schilderte den ca. 100 interessierten Besuchern, dass das schwieriger ist als gedacht ... Wie oft stellen wir im Alltag reflexartig Diagnosen unsere Nachbarn und Freunde betreffend? "Der ist ja völlig schizophren" oder "hysterisch", "depressiv" oder "verrückt". Dabei kann man so eine "Diagnose" niemals aus dem Moment ableiten. "Die richtige Diagnose zu stellen, ist ein längerer Prozess", sagt Thimm. "Deswegen stellen wir meist zuerst eine "Arbeitshypothese" auf. Jemand, dem Sie beispielsweise eine Psychose attestieren, wird diesen Stempel nur schwer wieder los. Da muss man sich schon sicher sein!"

Und so ging es um "Psychopathologie", um Persönlichkeitsstörungen, Manien, "Ich-Störungen", Exogene und Endogene Depressionen und um vieles mehr. 

Der letzte Test für den "Diagnose-Führerschein" war die Analyse eines Schlagertextes von Francoise Hardy. Ergebnis: Eindeutig eine Psychose!!!! (Oder doch einfach nur "die große Liebe"????)

Angelika Nehm


Forum Gesundheit - Gespräche in der Rotunde

Über 130 Besucherinnen und Besucher

folgten am 25. August 2015 in der überfüllten Rotunde der LWL-Tagesklinik Dortmund dem Vortrag von Uwe Johansson zum Thema Demenz. Außerordentlich plastisch, mit erklärenden Filmen über die Funktionsweise des Gehirns und jederzeit gut zu verstehen, stellte der Facharzt für Psychiatrie seinen Zuhörerinnen und Zuhörern das komplexe Krankheitsbild vor. Dabei sparte er nicht mit praktischen Tipps für den Umgang mit Alzheimer Kranken. Auch über unterschiedliche Therapieverfahren wusste er zu berichten. Nachfragen und Diskussionen ließ Johanssen jederzeit zu. So wurde der Vortrag über die Demenz, trotz des überfüllten Saales, zu einem echten Gespräch in der Rotunde. Gespräche wurden auch nach der Veranstaltung rege weiter geführt. 


Dr. Thomas Aubel in der Rotunde

Gespräche in der Rotunde

Was ist eine bipolare Störung?

fragte Dr. Thomas Aubel, Experte für bipolare Störungen, seine Zuhörerinnen und Zuhörer am Dienstag, den 26. Mai 2015 in der Rotunde der LWL-Tagesklinik Dortmund. Tatsächlich haben in einer Telefonbefragung vor einigen Jahren 60 Prozent der Menschen die Ansicht geäußert, dass es sich dabei um die Polkappenschmelze an Nord- und Südpol handele. Nur wenige wussten, dass es sich dabei um eine psychische Erkrankung handelt.

Über diese Erkrankung wusste der Leiter der Bipolar Ambulanz in der LWL-Klinik Dortmund trefflich zu berichten und bezog die anwesenden Interessierten sofort mit ein. Gern nahmen diese sein Angebot an und diskutierten offen und neugierig über die durchaus nicht seltene Erkrankung. Diagnostische und therapeutische Fragen standen dabei im Vordergrund. 

Dr. Aubel blieb natürlich keine Antwort auf die zahlreichen Fragen schuldig. 

Walter Mirtsch und Uwe Hillebrandt

Forum Gesundheit - Gespräche in der Rotunde

Mach nicht so´n Theater

Dieses Verbot wurde beim Infoabend in der LWL-Tagesklinik in eine Aufforderung umgedreht.

Denn: Theater machen kann sehr befreiend sein, neue Horizonte eröffnen, feige Menschen mutig machen, „Schweiger“ zum Reden bringen, unsere Körpersprache neu beleben.

Körperpsychotherapeut Uwe Hillebrandt und der angehende Dramatherapeut Walter Mirtsch brachten auch einige Accessoires aus dem „Fundus“ mit: Ein Sträflingshemd, eine Krone, eine Clowns-Nase, eine Keule.

Die beiden Experten berichteten anschaulich und unterhaltsam von ihren Erfahrungen mit therapeutischem Theater und führten auch in die Drama-Forschung und –Wissenschaft ein.

Kleine Übungen zum Mitmachen haben dem Publikum viel Spaß bereitet. Beispielsweise, als eine Szene in purer Phantasiesprache gespielt wurde.

Jens Voigt und Rüdiger Merx in der Rotunde

Forum Gesundheit - Gespräche in der Rotunde

Was können wir tun

angesichts eines stetig größer werdenden Drogenproblems in unsere Gesellschaft? Wie können wir den Betroffenen helfen? Waren die häufig gestellten Fragen am 24.02.2015 im Forum Gesundheit. Überzeugend und ohne den erhobenen Zeigefinger verdeutlichten Stephan Voigt, Krankenpfleger der Drogenentzugsstation 26 und Rüdiger Merx, Funktionsoberarzt, die Gefahren von THC und anderen Modedrogen. Sie führten anschaulich aus, wie sehr die auf dem Markt befindlichen Substanzen in kurzer Zeit den Körper der Suchtkranken nachhaltig schädigen können. 

Den Suchtkranken mit Druck zu begegnen, nütze nicht, meinte Stephan Voigt und Merx ergänzte, dass Druck immer auch Gegendruck erzeuge. Beide Referenten rieten zu Geduld und Gelassenheit. Besonders das frühe Eintrittsalter in die Drogensucht verhindere oft eine adäquate Reifung der Betroffenen. Ein 25-jähriger Suchtkranker habe nicht selten den Reifungsgrad eines 13-jährigen. Ein solcher Mensch brauche Zeit, um nachzureifen. 

Keineswegs ist die Drogenentwöhnung ohne Erfolg. Oft gelinge der Umstieg auf ein drogenfreies Leben nicht beim ersten Mal, meinte Merx. Voigt erinnerte an die eigenen Versuche, das Leben zu ändern. Mitunter helfe es, sich selbst den Spiegel vorzuhalten, um drogenkranke Menschen besser zu verstehen. Dass beide bei ihren Bemühungen um Suchtkranke diese innere Gelassenheit mitbringen, wurde an diesem kurzweiligen und informativen Vortragsabend deutlich. 


Forum Gesundheit - Gespräche in der Rotunde

Mit Vorurteilen aufräumen

konnte Dr. Carola Dehmel, leitende Apothekerin der LWL-Klinik Dortmund, im Rahmen des Forums Gesundheit. Die Gespräche in der Rotunde wurden lebhaft und teilweise kontrovers geführt. Frau Dehmel gelang es, Wirkungen und unerwünschte Wirkungen von Psychopharmaka, wissenschaftlich fundiert, zu erläutern. Schön, dass es besonders die Patienten der Klinik waren, die ihre überwiegend positive Erfahrungen beisteuern konnten.