Lebendes Denkmal – Korbiniansapfel

Die Apfelsorte entstand 1944 im Konzentrationslager Dachau aus einer Sämlingsauslese des Häftlings und Pfarrers Korbinian Aigner.

Er säte mehrere Apfelkerne zwischen den Baracken aus und nahm die jungen Pflänzchen mit, als das Lager zu Kriegsende verlegt werden sollte. Er könnte flüchten und pflanzte drei Sämlinge in seinen Garten. Er nannte diese KZ-Äpfel. Einer der Sorten, KZ3, wurde später Pfarrer Aigner zu Ehren in Korbiniansapfel umgetauft.

Die LWL-Klinik Dortmund wird am 25.09.2015 drei Korbiniansapfelbäume neben dem Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus, hinter dem ehemaligen Ambulanzgebäude, pflanzen. 

Korbinian Aigner (1885-1966) war katholischer Pfarrer in der Nähe Freisings bei München; sein Leben lang hat er sich für die Förderung des Obstbaus in Bayern engagiert. 

Mehrfach hatte Korbinian Aigner die nationalsozialistischen Machthaber öffentlich  kritisiert. 1940 kam er dafür  ins Gefängnis und wurde im jahre 1941 in das Konzentrationslager Dachau verlegt. Während dieser Zeit ist ihm gelungen, vier Apfelsorten zu züchten, die er mit  KZ-1 bis KZ-4 bezeichnete. Eine dieser Sorten, KZ-3, wird bis heute unter dem Namen "Korbiniansapfel" weiter angebaut und verkauft.