Janine Berg-Peer bei der Landhaus Lesung

Landhaus Lesung mit Janine Berg-Peer

Kontrovers-lebendig-interessant

verlief die Landhaus-Lesung am 09. September 2014 mit Janine Berg-Peer. Die Autorin, sehr engagiert in der Angehörigenbewegung, las aus ihrem Buch "Schizophrenie ist Scheiße, Mama" und begeisterte mit authentischen Berichten, kritischen Anmerkungen zur Psychiatrie und humorvoll-selbstkritischen Schilderungen ihrer Erfahrungen mit ihrer psychisch kranken Tochter und der Institution Psychiatrie. 

Offensiv sollten ihrer Auffassung nach Angehörige mit der psychischen Erkrankung umgehen, sie nicht verheimlichen. "Es ist nichts diskrimienrend an einer psychischen Erkrankung. Diskriminierend wird sie durch unsere Bewertung", so Berg-Peer. 

Hans Joachim Thimm, Moderator und  Erster Oberarzt der LWL-Klinik, stimmte ihr zu. Zu den kritischen Anmerkungen der Autorin stellte er fest: "Es ist wahr, was sie berichten - es ist auch wahr. Aber es gibt auch eine andere Realität, das Bewusstsein, Betroffene wie Angehörige ernst zu nehmen, ihre Anliegen wahrzunehmen ist zunehmend besser ausgeprägt." 

Die Zuhörerinnen und Zuhörer steuerten eigene Erfahrungen, Ideen und Berichte zur Diskussion bei. Einig war man sich, dass sich Angehörige lauter zu Wort melden müssen, um die Interessen der psychisch Kranken zu vertreten. Hier wurden sie unterstützt von den anwesenden Profis. 

"Landhaus Lesung wie sie besser nicht sein kann", stellte der Moderator fest und lud die Autorin schon für das nächste Jahr zu einer Podiumslesung ein. 

Janine Berg-Peer und Hans Joachim Thimm im kritischen Dialog

Fotos: Angelika Nehm