Fachvorträge in der LWL-Klinik Dortmund

Den Fokus auf Persönlichkeitsstörungen

legte das Symposium in der LWL-Klinik Dortmund am 12. Februar 2014. Drei ausgewiesenen Experten zum Thema Persönlichkeitsstörungen nahmen ihre zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren überaus unterhaltsamen und launischen Vorträgen mit. Neben brilliantem Entertaintment kamen dabei die wissenschaftlichen Informationen keineswegs zu kurz. Gewohnt gekonnt moderierte Dipl.-Psych. Manfred Tetzlaff.

So berichtete Prof. Kevin Dutton von der Universität Oxford zum Thema Psychopathen  und zeigte auf, dass psychopathische Merkmale keineswegs immer zu delinquenten Verhalten führen muss, vielmehr verwies er darauf, dass zahlreichen  Eigenschaften der Betroffenen außerordentlich gesellschaftsdienlich sein könnnen.

Professor Hans-Joachim Markowitsch referiert über u.a. über die Differentialdiagnose von dissoziativen und neurologischen Amnesien. Er zeigte auf, dass sich die Befunde in PET Untersuchungen ähneln und untermauerte, dass der Anamnese bei der Diagnose eine hohe Bedeutung zukommt.

Dr. Birger Dulz stellte eindrucksvoll dar, dass die Borderline Störung eine Beziehungsstörung ist und letztlich durch die therapeutische Beziehung behandelt werden muß - und dies kann ungeachtet der therapeutischen Schule des Behandlers geschehen. Mut machten seine zahlreichen praktischen Beispiele.


Hartmut Reinbold, Prof. M. Schmauss

Zur Pharmakotherapie der Schizophrenie

Auf großes Interesse

stiessen die beiden Vorträge von Herrn Prof. Dr. M. Schmauß zur optimierten Pharmakotherapie der Schizophrenie und von Hartmut Reinbold, langjähriger leitender Apotheker in der LWL-Klinik Dortmund, zu klinischen und pharmakokinetischen Aspekte der Depot Antipsychotika.

Prof. Schmauss, Ärztlicher Leiter des Bezirkskrankenhauses Augsburg, hob in seinem umfassenden und guten Überblick auf erwünschte und unerwünschte Wirkungen der Neuroleptika der ersten und zweiten Generation ab. Besonders für die modernen Neuroleptika konnte er an Hand der Studienlage für nahezu alle Präparate eine gute antipsychotische Wirkung nach weisen, er verwies jedoch auch auf das sehr unterschiedliche Spektrum der unerwünschten Wirkungen, die es bei der Auswahl der Neuroleptika zu bedenken gilt.

Hartmut Reinbold gab einen exzellenten Überblick über Depot-Neuroleptika und verwies in seinen Ausführungen auf die unterschiedlichen biochemischen Mechanismen bei der Freisetzung der Neuroleptika. Er zeigte auf, dass besonders Depot-Neuroleptika der letzten Generation gleichmäßige Plasmaspiegel sicherstellen.

Beide Vortragenden liessen sich vom interessierten Publikum durch Fragen und Anmerkungen gern unterbrechen und sorgten auf diese Weise für eine sehr anregende Diskussion.