Foto (LWL/Nehm): (Vordere Reihe:) Prof. Dr. Hans-Jörg Assion (Ärztlicher Direktor, LWL-Klinik Dortmund), Heinz Camen (Pflegedirektor), Sigrun Hüther (Leiterin des LWL-Pflegezentrums), Thomas Profazi (LWL-Krankenhausdezernat), Werner Schulte (stellv. Kaufmännischer Direktor, LWL-Klinik Dortmund); (hintere Reihe:) Christiane Scheidler (stellv. Pflegedirektorin), Prof. Dr. Jens Bothe (Kaufmännischer Direktor), Dr. Meinolf Noeker (LWL-Krankenhausdezernent), Nicole Weixel (Leiterin des LWL-Wohnverbundes Dortmund), Dr. PD Gerhard Reymann (Chefarzt, Leiter der Suchtabteilung, stellv. Ärztlicher Direktor)

Neues Entgeltsystem birgt finanzielle Risiken

LWL-Dezernent stimmt Dortmunder Beschäftigte auf künftige Anforderungen ein

Dortmund/Münster (lwl). In der LWL-Klinik Dortmund haben die Bauarbeiten für einen Krankenhausneubau und ein neues Küchengebäude begonnen. Momentan wird eine Baustraße auf dem Gelände eingerichtet. Die Kosten für beide Baumaßnahmen belaufen sich auf ca. 45 Mio. Euro. Darüber hat sich LWL-Krankenhausdezernent Dr. Meinolf Noeker aus Münster bei seinem Jahresgespräch mit der örtlichen Betriebsleitung und der Mitarbeitenden-Versammlung ausgetauscht.

Noeker dankte den Beschäftigten der Dortmunder Klinik sowie des LWL-Wohnverbundes, des Pflegezentrums und der REHA für die engagierte Arbeit mit den ihnen anvertrauten Menschen. Er lobte die fachlich hoch qualifizierten Leistungen und das einmal mehr unter schwierigen gesundheitsökonomischen Rahmenbedingungen erzielte wirtschaftliche Betriebsergebnis.

„Die Zukunft des LWL-Psychiatrieverbundes wird wesentlich vom anhaltenden Kostendruck im Gesundheitswesen geprägt bleiben“, sagte der LWL-Krankenhausdezernent. Besonders zu Buche schlage die unzureichende Finanzierung der nötigen Baumaßnahmen durch das Land. Immer weiter auf gehe zudem die Schere zwischen den Kosten für die Tarifsteigerungen beim Personal und dem Budget, das die LWL-Kliniken von den Krankenkassen erhalten. Die LWL-Kliniken, -Wohnverbünde und -Pflegezentren hätten kostenbewusst gearbeitet und trotz des anhaltend hohen Kostendrucks unter dem Strich „die Zielvorgabe einer „schwarzen Null“ im Betriebsergebnis gehalten“, so Noeker weiter. Allerdings stehe den psychiatrischen Kliniken eine immense weitere Herausforderung ins Haus: „Wenn voraussichtlich ab dem Jahr 2015 das umstrittene neue „Pauschalierende Entgeltsystem Psychiatrie-Psychosomatik“, kurz PEPP genannt, kommt, werden die LWL-Kliniken sich erneut gravierend umstellen und anpassen müssen. Zusätzliche finanzielle Risiken drohen für die Mehrzahl der Kliniken“, sagte Noeker bei der detaillierten Vorstellung des neuen Entgeltsystems in der Personalversammlung. „Für viele Kliniken werden sich mit der Einführung von PEPP zusätzliche Einbußen ergeben. Wir müssen uns daher auf die Veränderungen frühzeitig einstellen.“ Dennoch verbreitete Noeker auch Zuversicht: „Die LWL-Kliniken verfügen über ein hohes Maß an therapeutischer Professionalität und genießen eine breite Akzeptanz und Vertrauen in der Bevölkerung. Wir haben eine hohe Nachfrage. In der Region sind wir das Rückgrat der psychiatrischen Versorgung und sind unverzichtbar.“