von links:vor historischer Kulisse: Prof. Dr. H.-J. Assion, Dr. H. Krauss, Dr. T. Finkbeiner

9. Dortmunder Symposium

Von subtiler Gewalt, Diskriminierung und Gender Aspekten bei psychisch kranken Frauen

wussten Sabatina James, Dr. Solmaz Golsabah-Broclawski und Prof. Dr. Stephanie Krüger den zahlreichen Fachleuten zu berichten, die am 14. April der Einladung der drei Dortmunder psychiatrische Kliniken gefolgt waren.  In die historische Kulisse der Zeche Zollern hatten Prof. Assion, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Dortmund, Dr. Finkbeiner, Chefarzt der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie des Evangelischen Krankenhauses Lütgendortmund und Dr. Krauss, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Marien-Hospitals in Dortmund-Hombruch, geladen. Unter dem Titel: FRAUENleiden - FRAUENstärken wartete die traditionelle Veranstaltung, diesmal von der LWL-Klinik Dortmund organisiert, erneut mit fesselnden in interessanten Vorträgen auf.  

von oben: Prof. Assion, Sabatina James, Dr. Solmaz Golsabah-Broclawski, Prof. Stephanie Krüger, Landesrat Dr. Meinolf Noeker

Nach Begrüssung durch Herrn Prof. Assion beschrieb Landesrat Dr. Noeker in seinen Grußworten die zahlreichen Gender-Aktivitäten im Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Danach berichtete Sabatina James eindrucksvoll, überzeugend und lebendig von ihren persönlichen Erfahrungen mit Zwangsverheiratung und religiös motivierter Frauen-Diskriminierung. Sie beleuchtete traditionelle Fesseln, zeigte ebenso auf, dass auch scheinbar modernere Gesellschaften, vermeintlich politisch korrekt, durch ihre manchmal unpassende Reaktion Frauendiskrimierung unterstützten. Sie berichtete von Ihrer Arbeit in der Sabatina Stiftung, mit der Sie verfolgten und bedrohten Frauen gezielte Hilfen zukommen lässt. 

Solmaz Golsabahi-Broclawski, Chefärztin der Hellweg Klinik in Bielefeld, betrachtete besonders die unterschiedlichen Rollen der Menschen, die psychisch erkrankten. Sie betonte, dass nicht allein die großen Kulturen erhebliche Unterschiede im Erleben der Betroffenen produzierten, sondern dass es oftmals das Rollenverständnis der einzelnen Person, der Mikrokosmos Ursache für Missverständnisse, Gegensätzlichkeiten und psychischen Stress seien. Dabei gelang es ihr, durch ihren jederzeit lockeren und kurzweiligen Vortrag, das Interesse der Zuhörenden für Gender Themen zu wecken. 

 

Intensive Diskussion nach einem Vortrag

Mit einem alten Vorurteil räumte Prof. Dr. Stephanie Krüger, aus dem Humboldt Klinikum in Berlin, auf. Keineswegs, so berichtete sie, mitunter humorvoll vorgetragen, seien Frauen häufiger als Männer von depressiven Erkrankungen betroffen. Sie zeigte auf, dass Männer in ihrer Depression häufig stumm bleiben, auf andere Weise symptomatisch werden und oft genug nicht als krank diagnostiziert werden. Sie warb für Gender-spezifische therapeutische Angebote. 

So wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf unterschiedliche Weise angesprochen und reagierten mit intensiver Diskussion. "Gender Aspekte in der Psychiatrie sind vielfältiger als ich dachte", äußerte sich ein Teilnehmer. Angeregt aber auch nachdenklich verließen Viele das Symposium, Männer wie Frauen. 

Sie konnten zufrieden sein, die Veranstalter des Symposiums: Noeker, Assion, Finkbeiner, Krauss