8. Dortmunder Symposium
Wege aus dem Opferland
trefflicher kann man die Psychotherapie einer depressiven Störung kaum betiteln. Sich nicht länger als Opfer seiner persönlichen Lebensumstände zu sehen, war das Credo von Walter Kohl. Er beschrieb seinen persönlichen Weg von der Suizidalität bis zur Versöhnung auf dem 8. Dortmunder Symposium, welches traditionell zu Beginn des neuen Jahres stattfand.
Kohl schilderte, in einem von Frau Prof. Dr. Susanne Hagen einfühlsam und wohltuend zurückhaltend geführten Gespräch, eindrucksvoll seinen schwierigen Weg aus dem Zustand "ohne Gefühl und ohne Denken" als einen langen Kampf, der mit dem Streben nach Verbindlichkeit begann, ihm einen vorsichtigen Perspektivenwechsel ermöglichte und schließlich mit der Selbstversöhnung und der Befreiung endete.
Offensichtlich die eigene Lebenskrise aus eigener Kraft überwunden und am Ziel angekommen, zog er die fast 100 Zuhörer in seinen Bann und regte eine lebhafte und intensive Diskussion an, die bis in die Kaffeepause fortgesetzt wurde.