Walter Kohl

8. Dortmunder Symposium

Wege aus dem Opferland

trefflicher kann man die Psychotherapie einer depressiven Störung kaum betiteln. Sich nicht länger als Opfer seiner persönlichen Lebensumstände zu sehen, war das Credo von Walter Kohl. Er beschrieb seinen persönlichen Weg von der Suizidalität bis zur Versöhnung auf dem 8. Dortmunder Symposium, welches traditionell zu Beginn des neuen Jahres stattfand.

Kohl schilderte, in einem von Frau Prof. Dr. Susanne Hagen einfühlsam und wohltuend zurückhaltend geführten Gespräch, eindrucksvoll seinen schwierigen Weg aus dem Zustand "ohne Gefühl und ohne Denken" als einen langen Kampf, der mit dem Streben nach Verbindlichkeit begann, ihm einen vorsichtigen Perspektivenwechsel ermöglichte und schließlich mit der Selbstversöhnung und der Befreiung endete.

Offensichtlich die eigene Lebenskrise aus eigener Kraft überwunden und am Ziel angekommen, zog er die fast 100 Zuhörer in seinen Bann und regte eine lebhafte und intensive Diskussion an, die bis in die Kaffeepause fortgesetzt wurde.

Symposium Prof. Hagen und Walter Kohl (oben) Dr.Turmes, Stefan Wöhrmann (Mitte), Prof Assion im Gespräch mit Walter Kohl (unten)

Die drei ärztlichen Leiter der Dortmunder psychiatrischen Kliniken, Herr Prof. Dr. Assion, Herr Dr. Finkbeiner und Herr Dr. Kraus hatten zum achten Mal zum Dortmunder Symposium geladen. Mit dem, diesmal von Herrn Dr. Finkbeiner, organisiertem Programm trugen sie der Tatsache Rechnung, dass die Bedeutung psychiatrischer Erkrankungen europaweit zunimmt.

Neben Walter Kohl gab Herr Dr. Luc Turmes, Ärztlicher Leiter der LWL-Klinik Herten, einen kritischen Überblick über die S3-Versorgungsleitlinien der unipolaren Depression.

Stefan Wöhrmann, vom Verband der Ersatzkassen e.V., wagte sich an eine kritische Bestandsaufnahme des psychiatrischen Versorgungssystems und zeigte einen Blick in die Zukunft.

Auch die beiden Fachvorträge fanden in der anschließenden Diskussion ihre Fortsetzung. Wie immer gab es zudem Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen.

Dass die gemeinsame Arbeit und die Bemühungen der drei Dortmunder psychiatrischen Kliniken mehr und mehr wie Zahnräder ineinandergreifen und die Versorgung verbessert, stellten die drei Chefärzte, nicht zuletzt auch mit der vorbildlichen Organisation dieses Symposiums, unter Beweis.

Bis auf den letzten Platz gefüllt. Das 8. Dortmunder Symposium.