Die Referenten des Sommersymposiums Prof. Bohus, Prof. Sprick, Prof. Meyer-Lindenberg und Prof. Braus beim Sommersymposium der LWL-Klinik Dortmund.

Sommersymposium 2009

Kurzweilig, unterhaltsam, lehrreich und interessant

so bewerteten eine Vielzahl der Teilnehmer des 1. Dortmunder Sommersymposiums 2009 die Fachveranstaltung zum Thema Neue Aspekte in der Psychiatrie. Trotz, oder gerade wegen des strahlenden Sonnenscheins fanden über 150 Fachleute aus der Region in das Sozialzentrum der LWL-Klinik Dortmund. Sie wurden mit  drei hochinteressanten Vorträgen belohnt.

 

Den Reigen eröffnete Herr  Prof. Dr. Dieter Braus aus Wiesbaden, bereits zum dritten Mal gern gesehener Gast in der LWL-Klinik Dortmund, zum Thema:  Er gewährte seinen Zuhören einen exklusiven "Blick ins Gehirn" und trug zur Neurobiologie von Suchterkrankungen vor. Dabei zeigte er mit Hilfe der Ergebnisse bildgebender Verfahren eindrucksvoll auf, dass das dysfunktionale endogene Reward System mit einer Dysbalance von Dopamin, Glutamat und Endorphin eine herausragende Rolle bei der Entstehung und Unterhaltung von stoffgebundenen wie bei stoffungebundenen Süchten spielt.

 

Herr Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg aus  Mannheim fesselte die Zuhörer mit seinem brillianten Bericht über neue therapeutische Zugänge bei der Schizophrenie. Er schlug den Bogen von der Genetik und den Umweltfaktoren über die Hirnforschung zur Symptomatik der Schizophrenie. Dabei zeigte er anhand seiner aktuellen Forschungsergebnisse, wie die Kombination unterschiedlicher Gendefekte aber auch die  der sozialen Faktoren einerseits die Risiken für die individuelle Vulnerabilität der Erkrankung erhöhen, andererseits aber neue therapeutischen Wege aufzeigen können.

 

Herr Prof. Dr. Martin Bohus aus Mannheim postulierte in seinem engagierten Vortrag, dass die Lifetimeprävalenz für die Borderline Störung  mit 6% deutlich höher liegt, als bisher angenommen und diese Patientengruppe in Deutschland psychotherapeutisch unterversorgt ist. Er verwies auch auf die genetische Komponente bei der Entstehung von Borderline Störungen, ließ aber  psychosoziale Umweltbedingungen nicht unerwähnt. Vielmehr verwies er auf die aktuelle PLOS1-Studie aus den Niederlanden, die u.a. aufzeigt, dass nicht das "shared-environment", also die Primärfamilie allein pathognomonisch ist, sondern auch dem "non-shared-environment", dem erweiterten sozialen Umfeld, eine hohe Bedeutung bei der Entstehung von Borderline Störungen zufällt.

 

Rege Diskussionsbeiträge der Teilnehmer rundeten die gelungene Veranstaltung ab, so dass Herrn Prof. Dr. Dr. U. Sprick, dem ärztlichen Direktor der LWL-Klinik Dortmund und Organisator des Symposiums schon der Sinn nach einer Nachfolgeveranstaltung steht.