Bild: W. Liggesmeier, Dortmund

4. Dortmunder Symposium 16. Februar 2008

Depression und Komorbidität

war das Thema eines außerordentlich kurzweiligen wie interessanten Symposiums zu dem die drei Chefärzte der Dortmunder psychiatrischen Kliniken anlässlich der Gründung des Dortmunder Bündnisses gegen Depression in den Wittekindshof  geladen hatten. 
Herr Prof. Dr. Wolfersdorf, Bayreuth - Herr Prof. Dr. Rupprecht, München - Herr Priv.-Doz. Dr. Kühn, Bonn Herr Prof. Dr. Wolfersdorf, Bayreuth - Herr Prof. Dr. Rupprecht, München - Herr Priv.-Doz. Dr. Kühn, Bonn

Auch in diesem Jahr konnten die Veranstalter namhafte Referenten für das inzwischen schon traditionelle Symposium einladen.

So referierte der Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie vom Klinikum der Universität München, Herr Prof. Dr. Rainer Rupprecht vom Klinikum der Universität München in seinem einleitendem Übersichtsreferat zur differentiellen pharmokologische und nicht-pharmakologischen Therapie depressiver Störungen. Er betonte, dass die Behandlung der Depression immer auf  den drei Säulen Pharmakologie, Psychotherapie und  Sozialtherapie fussen muss, um erfolgreich zu sein. .

Priv.-Dozent Dr. Kühn, Bonn
"Die Sexualität depressiver Patienten wird von Therapeuten viel zu selten erfragt", postulierte Herr Privat Dozent Dr. Kai-Uwe Kühn, Leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn,  in seinem ebenso interessanten wie humorvollen Vortrag. Er machte unter anderem deutlich, dass nicht allein die Medikamente Ursache einer sexuellen Dysfunktion bei Depressionen sind und warb dafür, Sexualstörungen dezidierter zu erfragen. "Dabei sollten immer geschlechtsspezifische Unterschiede berücksichtigt werden.
Prof. Dr. Michal Sydow, Dortmund
Herr Prof. Sydow, Chefarzt der Klinik für Anaesthesie- und Intensivmedizin des St. Johannes Hospital Dortmund, zeigte auf, dass die Prävalenz von Depression bei Schmerzsyndromen bei etwa 30% liegt. Durchschnittlich 65% aller depressiv Erkrankten weisen nach einer Metaanalyse aus dem Jahre 2003 Schmerzsymptome auf. "Eine enge Zusammenarbeit zwischen Schmerztherapeuten und Psychiatern ist unerlässlich", so Prof. Sydow.
Herr Prof. Dr. Manfred Wolferdorf
"Die Suizidrate in Deutschland war noch nie so niedrig, wie im letzten Jahr", wies Herr Prof. Dr. Wolfersdorf, Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Bayreuth, in seinem Referat zur Depression und Suizidalität nach. Gleichzeitig betonte er die immer noch hohe Suizidrate bei Depression. "Die Hoffnungslosigkeit und fehlende Perspektive sind neben zahlreichen anderen Parametern ein häufiges psychopathologisches Phänomen. Sie sollten aufmerksam registriert werden."
Die Veranstalter des Symposiums, Herr Dr. Jörg Schmidt, Leitender Oberarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Evangelischen Krankenhauses Lütgendortmund, Herr Dr. Harald Krauß, Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Marien Krankenhauses in Hombruch und Herr Prof. Dr. Dr. Ulrich Sprick, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Dortmund freuten sich über den guten Beusch und über die interessierte Diskussion nach den Vorträgen .

"Ein gute Auftaktveranstaltung  zur Gründung des Dortmunder Bündnisses gegen Depression", waren sich die Veranstalter einig.