Bildnerische Kunst-Therapie ist seit 1984 in der LWL-Klinik Warstein fester Bestandteil des umfangreichen Angebots der künstlerischen Therapien.
Angesprochen werden die Fähigkeiten des Menschen zur Imagination. In der Erinnerung bewahrte Erlebnisse werden in der Phantasie ausgemalt, wobei viele dieser bildhaften Eindrücke diffus oder gar ganz außerhalb der Wahrnehmung bleiben.
Während des Malens werden innere Bilder in die äußere Gestaltung frei gesetzt. Sie werden erfahrbar in der behutsamen Auseinandersetzung mit der Bildaussage, die sich über den dynamischen, atmosphärischen oder symbolischen Ausdruck mitteilen kann.
Ist die Bildaussage wichtig für die Therapie und ist der Betroffene bereit und ausreichend belastbar für eine Aufarbeitung, dann kann das Bild Grundlage für eine verbale Verdeutlichung und Klärung sein, die koorespondierend mit der weiteren gestaltenden Therapie einhergehen kann.
Solch ein Verlauf ist möglich, es wird aber keinesfalls gezielt nach der "inneren Botschaft" gesucht - im Vordergrund steht die Selbstwahrnehmung während des gestalterischen Prozesses. In der bildnerischen Kunst-Therapie wird nicht technische oder ästhetische Qualität angestrebt. Im Vordergrund steht gestalterisches Geschehen und Erleben.