Seit der Entscheidung des westfälischen Provinzial-Landtages im März 1902 eine neue Einrichtung für psychisch Kranke in Warstein zu schaffen über die Eröffnung im Jahr 1905 bis zum 100jährigen Jubiläum in diesem Jahr ist bewegende Geschichte passiert. Untenstehend finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse.
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Geschichte, PDF-Datei (0,2 MB)
Überblick "100 Jahre Psychiatrie Warstein", PDF-Datei (0,2 MB)
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1902 Auf Betreiben und Vermittlung des Rendanten der Warsteiner Sparkasse, Franz Hegemann, wird dem Westf. Provinzialverband eine Fläche (Südhanglage) von ca. 40 ha (Grundstück des Gutsbesitzers Franz Bömer aus Suttrop) angeboten; die Stadt Warstein sichert einen täglichen kostenlosen Wasserbezug von 400 cbm zu; Verkehrsanbindung durch Straße und Schiene sind optimal. |
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18.03.1903 44. Westf. Provinziallandtag beschließt die Errichtung einer neuen (seiner fünften) Provinzial-Irrenanstalt bei Warstein (gebaut wurde von 1903 – 1911) |
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01.04.1905 Dr. Hermann Simon tritt als erster Ärztlicher Direktor (Amtszeit hier: 1905 – 1914) seinen Dienst in der Warsteiner Klinik an, die zunächst für 800 Betten geplant war, aber noch während der Bauzeit auf 1.450 Betten erweitert wurde. |
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15.08.1905 Die ersten Patienten (28 Männer aus Lengerich) werden aufgenommen; insgesamt in diesem Jahr: 336 Aufnahmen (Belegung 1910: 1.155 und 1911: 1.250 Patienten) |
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1914-1918 Erster Weltkrieg; im Hungerwinter („Steckrübenwinter“) 1916/17 sterben viele Patienten durch Unterernährung, Tuberkulose und Typhus. Am 31.03.1919 lebten in unserer Klinik nur noch 1.007 Patienten. |
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1919 In den dann leer stehenden Krankengebäuden wurden erholungsbedürftige Kinder (bis zu 600) aus dem Ruhrgebiet untergebracht. |
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01.04.1919 Dr. Ferdinand Hegemann (Sohn des Sparkassenrendanten) wird neuer Ärztlicher Leiter. |
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1922 Die Westf. Provinzialverwaltung schließt mit dem Freiherrn von Fürstenberg einen (15-jährigen) Pachtvertrag für den Suttroper Gutshof ab, um für die Zukunft Nahrungs- bzw. Versorgungsengpässe wie im 1. Weltkrieg zukünftig vermeiden zu können |
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11/1919 Die ersten Vinzentinerinnen aus Paderborn treffen ein (bis zu 128 Ordensschwestern waren in Warstein tätig). |
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ab 1920 „Neuer Geist des Fortschritts“: Ausbau der Arbeitstherapie, physikalische Heilmethoden, erste psychotherapeutische Verfahren, Insulin- und Cardiazol-Schockbehandlungen, ab 1937 Elektrokrampftherapie. |
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14.07.1933 Der Dt. Reichstag verabschiedet das "Gesetz über die Verhütung erbkranken Nachwuchses" (Aktion Sterilisierung: für unser Haus sind 675 Sterilisierungen nachgewiesen, die aber nicht hier sondern in Paderborn, Eickelborn und Lippstadt durchgeführt wurden). |
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04/1934 Dr. Hegemann, der offensichtlich nicht ausreichend "linientreu" war, wurde vom Provinzialverband degradiert und als Oberarzt in die Klinik nach Münster-Marienthal versetzt. Dr. Petermann, dem Zeitgeist entsprechend, folgte als Ärztlicher Leiter in Warstein. |
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1936 Einrichtung und Belegung einer Abteilung mit tuberkulose- und psychisch kranken Patienten aus allen Westf. Krankenhäusern. |
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1941 wurde auf dem Klinikgelände ein Reserve-Lazarett geschaffen mit bis zu 1200 Betten. Dafür musste durch "Verlegungen" Platz geschaffen werden: in der Zeit von 1941 bis 1943 wurden 1.576 Patientinnen und Patienten von hier abtransportiert und z. B. in Hadamar umgebracht (NS Euthanasie-Opfer). |
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1943 Zehn der durch die "Verlegungen" frei gewordenen Krankengebäude wurden separiert zur Errichtung der Lungenheilstätte Stillenberg (1943–1983). |
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22.03.1944 Eine Luftmine schlägt neben Haus Sauerbruch ein und tötet fünf Krankenschwestern sowie eine Laborantin. |
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1945 Bei Kriegsende sind 1668 kranke und verwundete deutsche Soldaten im Reserve-Lazarett. Als die Soldaten nach Kriegsende verlegt bzw. entlassen wurden, erfolgte die Aufnahme von rund 800 tuberkulosekranken Russen für mehrere Monate. |
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1946-1954/55 Unterbringung der Blindenschule Soest in fünf Krankengebäuden mit Kriegsblinden und blinden Kindern. |
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1958/59 Bau zweier Häuser (13 und 14) mit 100 Betten für psychisch kranke Typhus-Patienten |
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1963/65 Bau eines Hauses (11) mit 140 Betten für psychisch kranke Tuberkulose-Patienten (überregionale Versorgung für das gesamte Gebiet Westfalen). |
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1966/68 Bau des Ordensschwesternwohnheims mit Vinzenzkapelle. |
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1973 Bau des heutigen Gebäudes 12 für gerontopsychiatrische Patienten (175 Betten). |
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1971/73/75 Psychiatrie-Enquete (Dr. Eberhard Kluge) Enthospitalisierung / Dezentralisierung |
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1984 Aufbau der medizinischen Rehabilitation psychisch Kranker (Haus Aschoff; seit 01.10.2002 Hermann-Simon-Institut) sowie des Betreuten Wohnens und der Familienpflege. |
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ab 1990 Druck der Sozialleistungsträger zur Trennung Behandlungs-/Nichtbehandlungsfälle |
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1991 Personalverordnung-Psychiatrie |
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29.11.1993 Inbetriebnahme der Station 31 (16 Patienten übernommen von 03/2) |
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ab 01.04.1995 Qualifizierter Drogenentzug (19.11.1996 Umzug ins Haus 21) |
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01.01.1997 Fusionierung WK Stillenberg mit der WKPP Warstein |
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01.01.1997 Etablierung des WPFZ Warstein zu einer eigenständigen Dienststelle |
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01.04.1997 Eröffnung der Station 08 für den Qualifizierten Drogenentzug für Migranten (erste Patienten ab 09.04.1997) |
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14.04.1997 Alkohol- und Medikamentenentwöhnung für deutschstämmige Aussiedler (Migranten) in Haus Elisabeth |
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09.01.1998 Eröffnung der Depressionsstation |
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01.02.1998 Eröffnung der Station zur Behandlung von Persönlichkeitsstörungen (zunächst 12/3 später Station 20) |
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18.11.1998 Offene Psychosestation |
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01.01.2001 Zusammenführung und standort-übergreifende Organisation der Westf. Kliniken Warstein und Lippstadt |
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01.08.2003 Etablierung der Station zur Behandlung von Patienten mit Doppeldiagnose Psychose und Sucht (26.01.2004 Umzug ins Haus 19) |
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02.02.2004 Eröffnung des neuen Pflegeheims an der Lindenstraße |