Engagierte, motivierte und fachlich qualifizierte MitarbeiterInnen vielfältiger Berufsgruppen sind in die Behandlung eingebunden und verfügen über meist langjährige Berufserfahrung. Ihre regelmäßige Teilnahme an Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen sichert den Standard moderner Behandlungsmethoden.
Die 12 Stationen des Zentrums sowie die beiden Tageskliniken werden von je einem Oberarzt sowie einer Pflegerischen Stationsleitung geleitet. Die Kollegialität in den Stationsleitungen ist beschrieben durch aufeinander abgestimmte Stellenbeschreibungen. Die Kollegiale Leitung der Stationen sichert die Fachlichkeit in der Patientenbehandlung, konzeptionelle Weiterentwicklung der Stationen sowie die Anleitung der Teammitglieder unterschiedlicher Berufsgruppen. Regelmäßige Team- und Übergabegespräche stellen den Rahmen her für den multiprofessionellen Austausch über den Fortgang der Behandlung der Patientinnen und Patienten. Für jeden einzelnen werden individuelle Behandlungspläne erstellt, die durch Visiten und Therapiekonferenzen ausgewertet und weiter entwickelt werden. Standards für die Aufnahmen, Verlegungen und Entlassungen der Patienten sichern einen qualitätsgerechten Behandlungsablauf.
Die Pflege organisiert und strukturiert ihre Arbeit im Rahmen eines Bezugspflegesystems.
Sie hat dadurch die strukturelle Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Bezugspflegekräfte Beziehungspflege leisten können. Beziehungspflege als inhaltliches Konzept trägt der Tatsache Rechnung, dass die Pflege in der Psychiatrie in, mit und über die bewusste und planvolle Gestaltung der professionellen Beziehung zu den Patientinnen und Patienten hilfreich wirksam wird. Das Bezugspflegesystem ist mit der Arbeit in der Beziehungspflege und im Pflegeprozess verbunden.
Dabei werden die neuesten Instrumente professioneller Pflege genutzt. Mit Hilfe von Pflegediagnosen und -anamnesen ermitteln die Bezugspflegekräfte die jeweils spezifischen Pflegeprobleme der Patientinnen und Patienten und planen gemeinsam mit ihnen angemessene unterstützende pflegerische Maßnahmen; sie reflektieren die Durchführung sorgfältig im Bezugstandem und im multiprofessionellen Team und dokumentieren ihr Handeln mit Hilfe schlüssiger Instrumente und EDV Medien.
Die Bezugspflegekräfte kooperieren mit den jeweils zuständigen Bezugstherapeuten und stellen dadurch sicher, dass Behandlung und Pflege aufeinander abgestimmt werden. Alle am Behandlungsprozess Beteiligten arbeiten zusammen in den multiprofessionellen Teams der Stationen. Neben den Ärzten und Pflegekräften leisten insgesamt 12 Dipl. Psychologen / Dipl. Pädagogen und 12 Sozialarbeiter/-pädagogen ihren berufsgruppenspezifischen Beitrag zu dieser Teamarbeit; viele von ihnen arbeiten auch im Bezugstherapeutensystem mit.
Das Bezugspersonensystem als Organisationsform
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WZ Paderborn, die am Schlüsselprozess "Aufnahme, Diagnostik, Behandlung, Entlassung" beteiligt sind, haben sich überwiegend in einem Bezugspersonensystem organisiert: Bezugstherapeutensystem und Bezugspflegesystem entsprechen und ergänzen sich. Für jeden einzelnen Patienten bedeutet dies, dass ihm je ein Bezugstherapeut und eine Bezugspflegekraft zugeordnet sind, die ihn "im eng kooperierenden Tandem" durch den Behandlungsprozess begleiten und diesen koordinieren.
Bei Patientinnen und Patienten, die wieder aufgenommen werden, wird die personelle Kontinuität in der therapeutischem Behandlung und pflegerischen Begleitung so weit wie möglich über die Entlassung und Wiederaufnahme hinweg angeboten. PatientInnen, die absehbar immer wieder in eine Krise geraten und stationäre psychiatrische Hilfe brauchen, können darüber hinaus zwischen 2 Behandlungen mit ihren Behandlern eine sog. Behandlungsvereinbarung abschließen, an die sich beide Seiten dann gebunden fühlen. Eine solche Vereinbarung hilft, die bisher miteinander gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse zukünftig wirksam werden zu lassen und eine möglichst große konzeptionelle Kontinuität in einer manchmal langjährigen Behandlung zu wahren.
Wissenschaftliche Kooperationen
Das WZ arbeitet als Akademisches Lehrkrankenhaus mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Münster in der Studentischen Lehre sowie in der Forschung zusammen. Darüber hinaus ist das Zentrum anerkannter Kooperationspartner der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, mit der ebenfalls in Lehre und Forschung eine Kooperation statt findet. Der Ärztliche Direktor ist über einen Lehrauftrag an beiden Fakultäten präsent.
Über das multizentrische Forschungsprojekt "Systemtherapeutische Methoden in der psychiatrischen Akutbehandlung (SYMPA)" besteht eine enge Verbindung zur Abteilung für Medizinische Psychologie der Universität Heidelberg. In dem Forschungsprojekt erfolgt eine Schulung der Mitarbeiterteams von 2 allgemeinpsychiatrischen Sektorstationen in systemischer Beratung mit dem Ziel, eine Verhandlungskultur auf der Station sowie eine Orientierung auch auf die Bedürfnisse der Familienangehörigen einzuführen. Erste Ergebnisse zeigen an Hand von umfangreichen statistischen Daten eine gute Wirksamkeit der stationären Behandlung auch schon unter Standardbedingungen; weitere Auswertungen nach einer Veränderung des Stationskonzeptes unter systemischen Gesichtspunkten folgen Anfang 2006.
Mit der Katholischen Fachhochschule für Sozialarbeit Paderborn besteht eine Kooperation über ein Forschungsprojekt über "Kinder psychisch kranker Eltern". Über das Projekt ist in der Region eine enge Kooperation zwischen dem Westfälischen Zentrum, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, den Jugendämtern sowie Beratungsstellen zustande gekommen mit dem Ziel, die Versorgung von Kindern als Angehöriger psychisch Kranker zu verbessern und ihnen z.B. eine eigene Angehörigengruppe anzubieten. Auf den klinischen Stationen wird den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen als Angehörigen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.