Anlass die Memory-Clinic aufzusuchen besteht dann, wenn man sich Sorgen macht, dass man selbst oder ein Angehöriger an einer beginnenden Demenz erkrankt sein könnte. Es kommt also darauf an, auf mögliche Frühsymptome, auf mögliche Frühwarnzeichen zu achten:
Mögliche Frühwarnzeichen einer Demenz
. Es werden immer wieder dieselben Fragen gestellt, die Antworten rasch wieder vergessen.
. Dinge werden an ungewöhnliche Orte verlegt (Aschenbecher im Gefrierfach, Schuhe im Wohnzimmerschrank).
. Orientierungsprobleme an fremden Orten (Hotel im Urlaub) oder nachts zuhause.
. Nachlassendes Sprachverständnis.
. Die Bezeichnung von alltäglichen Dingen gelingt nicht mehr, die richtigen Worte wollen nicht mehr einfallen, stattdessen werden (unbeholfene) Umschreibungen benutzt.
. Sprachverarmung: das Repertoire an Begriffen und Redewendungen schrumpft.
. Nachlassende Beteiligung an Gesprächen. Es wird immer weniger gesprochen.
. Das Verständnis von Zeichen und Symbolen schwindet (z. B. Verkehrsschilder).
. Geometrische Figuren können nicht von einer Vorlage abgezeichnet werden:
. Das Verständnis des Wertes bzw. der Bedeutung von Geld geht verloren.
. Die Uhrzeit kann nicht mehr abgelesen werden.
. Nachlassendes Urteilsvermögen (z. B. im Straßenverkehr; Verlassen des Hauses in nicht witterungsangepasster Kleidung usw.).
. Planendes Handeln fällt schwerer, es wird zu viel oder zuwenig eingekauft, Zeiträume können nicht mehr gut abgeschätzt werden (Terminabsprachen, „Timing“ beim Kochen usw.).
. Das Verständnis von komplizierteren Zusammenhängen lässt nach.
. Probleme bei der Bedienung gewohnter Haushaltsgeräte, beim Schuhe Schnüren, Krawatte Binden.
. Fehlleistungen, wenn mehrere Anforderungen gleichzeitig bestehen ("Multitasking-Aufga-ben"), oder in unerwarteten komplizierten Situationen (z. B. Straßenverkehr).
. Probleme bei Haushalts-/Kontoführung, Rechnungen werden nicht bezahlt, Nachlässigkeit bei Körperpflege, Hygiene, Kleidung.
. Rückzug von gewohnten Aktivitäten, Aufgabe von Hobbies.
. Stimmungsveränderungen: mutlos, verzagt, Versagensängste – oder aber reizbar, vorwurfsvoll, Nichtwahrhabenwollen eigener Fehler.
Wenn Sie den Eindruck haben, es könnte sein, dass Sie selbst oder ein(e) Angehörige(r) an einer beginnenden Demenzerkrankung leiden könnte, dann sollten Sie zuerst Ihren Hausarzt aufsuchen. In vielen Fällen wird der Hausarzt die Frage, ob eine Demenz vorliegt oder nicht, schon aus-reichend beantworten können. Unter Umständen wird er Sie zur weiteren Abklärung an einen niedergelassenen Facharzt (Psychiater, Neurologe, Nervenarzt) überweisen.
Wenn der Hausarzt sich auch danach noch nicht sicher ist, kommt die Überweisung in die Memory Clinic in Betracht. Sie sollten die Überweisung mit Ihrem Hausarzt besprechen. Wichtig ist dabei, dass der Hausarzt Ihnen Vorbefunde (frühere Untersuchungsergebnisse, Laborwerte, Kranken-hausentlassungsberichte usw.) mitgibt, damit wir unnötige Doppeluntersuchungen vermeiden und schneller zu einem Ergebnis kommen können. Welche Vorbefunde für uns wichtig sind, ist einer Liste zu entnehmen, die Sie bzw. Ihr Hausarzt hier herunterladen können.
Wenn Sie die Memory Clinic aufsuchen wollen: bitte immer nur nach Terminabsprache!
Es ist immer hilfreich und sinnvoll, wenn der/die Betroffene nicht allein in die Memory Clinic kommt, sondern von Angehörigen begleitet wird. Das stärkt den Rücken und nimmt die Angst vor der Untersuchung. Außerdem möchten wir von den Angehörigen erfahren, wie Sie die Situation beurteilen.
Wichtig: Bitte bringen Sie unbedingt Ihre Lesebrille und Ihr Hörgerät mit (soweit vorhanden)- und Ihre Versicherungskarte!
Wie an anderer Stelle erwähnt, handelt es sich bei den Angeboten der Memory Clinic um medizinische Leistungen, die von der Krankenkasse bezahlt werden. Das heißt, Sie müssen Ihre Krankenversicherungskarte mitbringen.
Wenn Ihnen dieser Schritt zu groß erscheint,
wenn Sie noch keine richtige Diagnostik und Behandlung wünschen, sondern nur eine erste Beratung,
wenn Ihr Angehöriger, um den es eigentlich geht, nicht bereit ist, zum Arzt zu gehen oder
wenn Sie sich zunächst einmal ganz einfach nur informieren wollen, kostenlos und unverbindlich,
dann bieten wir Ihnen folgende Möglichkeit an:
Beratung nach Anmeldung über das Sekretariat:
Frau Wulfinghoff: 0251 91555-2402
Weitere Beratungsmöglichkeiten:
Alzheimer-Gesellschaft Münster
Tannenbergstr. 1
48147 Münster
Tel. 0251/780397
e-mail: alz-ges@muenster.de
www.alzheimer-muenster.de
Gerontopsychiatrische Beratung im Clemens-Wallrath-Haus
Josefstr. 4
48151 Münster
Tel. 0251/5202-0
Informationsbüro Pflege
Gesundheitshaus
Gasselstiege 13
Infobuero@stadt-muenster.de
Alzheimer-Gesellschaft Warendorf
Wilhelmstr. 5
59227 Ahlen
Tel. 02382/4090
e-mail: alzheimer.gesellschaft@kaa-ahlen.de