Garten der Sinne

Der Förderverein „Hand in Hand“, Mitarbeiter und Patienten der Marsberger Einrichtungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben in einer dreijährigen Planungs- und Bauphase mit dem „Garten der Sinne“ im Gelände der kinder- und jugendpsychiatrischen LWL-Klinik Marsberg ein wahres Kleinod zur Förderung ganzheitlicher Sinneswahrnehmung geschaffen.
In einer Feierstunde wurde der Garten im Sommer 2008 an die Betriebsleitung der Kinder- und Jugendklinik übergeben und eröffnet.

Vor über 80 geladenen Gästen reflektierte Ulrich Noll, 1. Vorsitzender des Fördervereins, die Entstehung und Entwicklung des Garten der Sinne. In seiner Rede dankte er u.a. den an der Umsetzung beteiligten Handwerkern und den Sponsoren für ihre finanzielle Unterstützung. Sein ganz besonderer Dank galt der Projektleiterin Yvonne Schmidt, für ihr außergewöhnliches Engagement.

Dr. Axel Seeländer, stellvertretender Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik sowie 2. Vorsitzender des Fördervereins, erläuterte die geplante Einbindung des „Garten der Sinne“ in die Therapie der Klinik. So ist der Garten als Ergänzung zu den bereits bestehenden Angeboten der einzelnen Fachtherapien zu verstehen. Er soll Kindern und Jugendlichen das Laufen auf natürlichen Materialien, die Nutzung von Klang-, Hör- und Tastelementen unter dem Aspekt der ganzheitlichen Sinneswahrnehmung ermöglichen. Durch das isolierte Erleben einzelner Sinne können bei den jungen Menschen Wahrnehmungsdefizite ausgeglichen und die Kommunikation mit ihrer Umwelt verbessert werden. Zur Förderung der ganzheitlichen Sinneswahrnehmung im Garten der Sinne gibt es deshalb mindestens ein Element für jeden der fünf Sinne des Menschen. So sprechen u.a. ein Barfußpfad, Scheinkörper und ein Klangstein die entsprechenden Sinne an und animieren durch eine einladende Gestaltung zum Ausprobieren und Mitmachen.

Ein Klangkonzert des Limbacher Bildhauermeisters Michael Scholl sowie die Prämierung von Ideen für Drehscheibenmotive rundeten die feierliche Eröffnung des Garten der Sinne ab.

Der Garten der Sinne steht neben den Patientinnen und Patienten der LWL-Klinik, nach vorheriger Anmeldung auf der Station 24 A I (Tel.: 601-3380), auch öffentlichen Einrichtungen, wie z.B. Schulklassen, Kindergärten oder anderen interessierten Gruppen, zur Verfügung.

Garten der Sinne - Die Idee

Die Idee auf dem Gelände der KJP, genauer im Garten des Hauses 24, einen „Garten der Sinne“ zu errichten, entstand zum Einen durch einen Besuch des Barfusspfades in Bad Wünnenberg im Sommer 2005 und zum Anderen boten sich wesentliche Elemente aus dem Skillstraining der DBT (Dialektisch Behavioralen Therapie) als Anregung an, speziell zum Thema Sinnesförderung ein bisher noch nicht im Klinikbereich existentes Angebot zu gestalten.

Der „Garten der Sinne“ ist als Ergänzung zu den bereits bestehenden Angeboten der einzelnen Fachtherapien zu verstehen. Er soll Kindern und Jugendlichen das Laufen auf natürlichen Materialien, die Nutzung von Klang-, Hör- und Tastelementen unter dem Aspekt der ganzheitlichen Sinneswahrnehmung ermöglichen. Des Weiteren ist damit die Förderung des Koordinations- und Geschicklichkeitsvermögens angesprochen sowie der Aspekt der Gesundhaltung der Füße (Kräftigung der Muskulatur und Gelenke, Stärkung des Immunsystems, Förderung der Durchblutung, Anregung des Herz-Kreislauf-Systems).

Das Gelände bzw. die Grünfläche – bisher hauptsächlich als Garten der Station 24 AI genutzt - stellte sich im Laufe der Überlegungen für einen geeigneten Standort als idealer Platz dar. Etwas weiter vom Weg abgelegen, in ruhigerer und geschützter Lage, fanden nach Zustimmung der Betriebsleitung erste Gespräche zur weiteren Planung des Projektes statt.

Seit fast 1,5 Jahren trifft sich in regelmäßigen Abständen eine eigens für dieses Projekt gegründete Arbeitsgruppe, der Mitarbeiter der Station 24 AI in der KJP, der technischen Abteilung, der Abteilung für Wirtschaft und interne Dienste und Mitglieder des Fördervereins für Klinik und Schule „Hand in Hand“ angehören.

Der Förderverein, der die Entwicklungen und Planungen des Projektes federführend begleitet, hat durch die Bereitstellung eigener Spendengelder und der Aquise von neuen Geldern einen maßgeblichen Anteil an der Ausgestaltung der einzelnen Stationen im „Garten der Sinne“ geleistet.

Gemeinsam und unter Einbeziehung der verschiedenen Fachkompetenzen ist der „Garten der Sinne“ mit seinen verschiedenen Elementen und Stationen entwickelt und praktisch umgesetzt worden.
Auch Patienten der KJP sind unter dem Aspekt der „Partizipation“ an verschiedenen Arbeiten und Planungen im „Garten der Sinne“ miteinbezogen worden und haben durch ihre kreativen Ideen aktiv an der Gestaltung teilgenommen.

Vor dem Hintergrund der Förderung der ganzheitlichen Sinneswahrnehmung, findet sich mindestens ein Element bzw. eine Station im „Garten der Sinne“ entsprechend unserer 5 Sinne wieder. Jede Station soll offensichtlich die Sinne ansprechen und durch eine einladende Gestaltung zum Ausprobieren und Mitmachen animieren.

Folgende Elemente finden sich im „Garten der Sinne“ wieder:

  • Fühlen:
    Barfusspfad: „Fühl-Kästen“, welche mit verschieden Materialien, wie z. B. Sand, Kieselsteine (Teichkiesel), Rindenmulch, gebrannte Tonkügelchen, Rasenfläche, etc. gefüllt werden. Zwischen den einzelnen „Kästen“ sowie zu Beginn der Barfusstrecke ist Kopfholzparkett verlegt worden, um den Füßen dadurch immer wieder eine neutrale Fläche bieten zu können, damit sie sich auf das nächste Material einstellen können.
    Eingangsweg: unterschiedlich gepflasterter, wellenförmig verlaufender Weg.
  • Sehen:
    Scheinkörper: Drehscheiben mit verschiedenen Mustern, welche die Aufmerksamkeit magisch auf sich ziehen.
    Pflanzenbeete/Wildblumenwiese: Optisch ansprechende, in unterschiedlichen Farben gehaltene und pflegeleichte Beete, mit Pflanzen, welche das ganze Jahr über im Wechsel blühen.
     
  • Hören:
    Dendrophon: Klangelement aus Holz bestehend aus 2x4 Balken jeweils aus Metall und Holz, welches verschiedenartige Töne durch Nutzung eines Klöppels erzeugt.
    Klangstein: Klangelement aus Granit.
    Bachlauf: im Bereich der Ruhezone ist eine kleine Teichanlage mit einem Quellstein entstanden, welche zum Verweilen und „Hören“ einladen soll.
     
  • Riechen und Schmecken:
    Kräuterspirale: spiralförmig angelegtes Beet mit einer Auswahl von verschiedenen Kräutern. Die Kräuterspirale soll durch Abzupfen der Blätter zum Probieren einladen.
    Rosenbögen: verschiedene Rosenarten laden zum „Beriechen“ ein.

Um die Elemente in den Sinnespfad integrieren zu können, sind bisher einige Erdarbeiten umgesetzt worden, da die gesamte Fläche vorab wenig genutzt wurde und dadurch bedingt auch nur Grundpflege und Instandhaltung durchgeführt wurden.

Mittlerweile verfügt die gesamte Fläche über einen gepflasterten Weg, welche rollstuhl- und somit behindertengerecht gestaltet wurde.

Die bestehenden Wege und terassenförmigen Flächen – von denen eine als ausgewiesene Ruhefläche dienen soll – sind durch Handwerker unseres Hauses gereinigt und z. T. wieder instand gesetzt worden.

Darüber hinaus ist ein „individueller“ Eingangsweg bestehend aus unterschiedlichen Pflasterarten entstanden, der durch seine wellenartige Form und die verschiedenartige Oberflächenbeschaffenheit möglichst alle Sinne der Nutznießer ansprechen soll.