Station 21 B II „Neue Wege“

Die Station 21 B2 ist eine offen geführte gemischtgeschlechtliche Station mit 12 Behandlungsplätzen. Es werden Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren aufgenommen. Die Unterbringung erfolgt in Ein-, Zwei-, oder Dreibettzimmern. Alle Zimmer verfügen über ein eigenes Bad mit WC und Dusche. Grundvoraussetzung für eine Aufnahme ist die Freiwilligkeit und die Motivation des Jugendlichen.

Aufnahmegründe:

  • Angst- und Zwangsstörungen, soziale Phobien
  • Störungen des Sozialverhaltens
  • Belastungs- und Anpassungsstörungen
  • Depressive Krankheitsbilder
  • Emotionale Probleme des Jugendalters
  • Psychosomatische Erkrankungen
  • Schizophrenie- und affektive Psychosen nach der Akutphase zur weiteren Stabilisierung und Belastungserprobung
  • Schulabstinenz bei bestehenden Schul- oder Sozialängsten
  • Schulschwierigkeiten mit Sekundärsymptomatik wie z.B. Teilleistungsstörungen (LRS, Dyskalkulie)
  • Aufmerksamkeits-Defizit- Syndrom mit und ohne Hyperaktivität
  • Selbstverletzende Verhaltensweisen
  • Störung der Persönlichkeitsentwicklung
  • Suizidalität bei gegebener Absprachefähigkeit

Das Behandlungskonzept:

Vor einer stationären Aufnahme findet in der Regel ein ambulantes Gespräch mit dem Jugendlichen und seinen Angehörigen bzw. Betreuern statt, um offene Fragen zu klären und eventuell bestehende Hemmungen oder Ängste abzubauen. Der Jugendliche erhält einen ersten Einblick in die Station. Nach der Aufnahme erfolgen zunächst diagnostische Maßnahmen. Dazu gehören z.B. Laboruntersuchungen, körperlich-neurologische Untersuchung, bei Bedarf EEG und EKG. Ebenfalls erfolgen testpsychologische Untersuchungen. Zur Einschätzung und Beobachtung verschiedener Verhaltensweisen in Einzel- und Gruppensituationen findet ein spezifisches verhaltenstherapeutisches Programm Anwendung. Regelmäßig stattfindende psychotherapeutische Gespräche sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Behandlungsprozesses, sowie die Teilnahme an unterschiedlichen Fachtherapien und weiteren tagesstrukturierenden Maßnahmen.

Das Bezugspersonenkonzept:

Dem Jugendlichen stehen bereits zu Beginn der Therapie zwei Bezugspersonen zur Verfügung; der aufnehmende Psychotherapeut oder Stationsarzt und ein Mitarbeiter aus dem Pflege- und Erziehungsdienst. Somit hat der Jugendliche ständige Ansprechpartner. Durch das Bezugspflegekonzept erlangt der Patient, besonders in der Eingewöhnungsphase, Orientierung und Sicherheit. Der jeweilige Bezugstherapeut ist der verantwortliche Fallführer und Ansprechpartner in der Klinik für Eltern, Schule. Einweisende Ärzte und Jugendamt. Aufgaben der Bezugspersonen sind u.a. den Jugendlichen während des gesamten Behandlungsprozesses zu begleiten und zu unterstützen. Wichtig dafür ist der Aufbau einer vertrauensvollen Basis unter Gestaltung professioneller Gesichtspunkte. Die Bezugspersonen arbeiten eng miteinander und stimmen die Behandlungsplanung aufeinander ab.

Fachtherapeutische Angebote:

  • Mototherapie
  • Reittherapie
  • Kunsttherapie
  • Heilpädagogik
  • Ergotherapie
  • Arbeitstherapie

Bei Bedarf besteht auch die Möglichkeit, andere Therapieformen in Anspruch zu nehmen, zum Beispiel Musiktherapie.

Zusätzlich bietet der Pflege- und Erziehungsdienst verschiedene Gruppen an. Die Mitarbeiter/innen haben in den entsprechenden Bereichen Fort- und Weiterbildungen absolviert.

  • Anti-Stress-Training
  • Training sozialer Kompetenzen
  • Selbstvertrauenstraining
  • Video-Day
  • Entspannungsgruppen, wie Reiki, PMR (Progressive Muskelrelaxation)

Gruppenaktivitäten:

Jede Woche finden verschiedene freizeitpädagogische Maßnahmen statt, welche von den Mitarbeitern vorbereitet und begleitet werden. Teilweise sind diese Aktivitäten verbindlich und somit fester Bestandteil des Therapieplans der Jugendlichen. Die Jugendlichen können natürlich auch diese Angebote in ihrer Freizeit nutzen und somit soziale Kontakte und die Integration in die Gruppe verbessern.
Es besteht ein vielfältiges Angebot innerhalb und außerhalb des Klinikgeländes.

Dazu gehören:
-    Kickern, Dart spielen, Gesellschaftsspiele, Nutzung eines Stationscomputers, Kreativangebote, Kegelbahn, Minigolfanlage, Fitnessraum, Turnhalle, Kinder- und Jugendtreff (Sing-Star), Snoezelraum, Entspannungsraum, Garten der Sinne, Schwimmen

Zudem bieten wir besonders in den Ferienzeiten weitere Gruppenaktivitäten an, z.B.:
-    Schwimmen außerhalb von Marsberg, Schlittschuhlaufen, Besichtigungen, Wanderungen, Besuche verschiedener Veranstaltungen, Sommerrodelbahn, Freizeitparks usw.

Schule:

In der Regel werden die Jugendlichen unserer Station direkt nach Behandlungsbeginn in den Klassenverband der Klinikschule integriert. Der Unterricht findet in Kleingruppen (4-8 Schüler/innen) statt und ist an den Lehrplan der öffentlichen Schulen angelehnt. Die Klinikschule und das multiprofessionelle Team der Station kooperieren eng miteinander. Es findet ein ständig fortlaufender Informationsaustausch statt, sodass der Jugendliche unter Berücksichtigung seiner Ressourcen und hinsichtlich des aktuellen Therapiestandes gefördert werden kann. Bei längerer Schulabstinenz unterstützen wir den Jugendlichen bei dem Prozess der Wiedereingliederung in seine Heimatschule.