Der Förderverein „Hand in Hand“, Mitarbeiter und Patienten der Marsberger Einrichtungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben in einer dreijährigen Planungs- und Bauphase mit dem „Garten der Sinne“ im Gelände der kinder- und jugendpsychiatrischen LWL-Klinik Marsberg ein wahres Kleinod zur Förderung ganzheitlicher Sinneswahr-nehmung geschaffen.
In einer Feierstunde konnte der Garten nun an die Betriebsleitung der Kinder- und Jugendklinik übergeben und eröffnet werden.
Vor über 80 geladenen Gästen reflektierte Ulrich Noll, 1. Vorsitzender des Fördervereins, die Entstehung und Entwicklung des Garten der Sinne. In seiner Rede dankte er u.a. den an der Umsetzung beteiligten Handwerkern und den Sponsoren, insbesondere der Volksbank Marsberg, für ihre finanzielle Unterstützung. Sein ganz besonderer Dank galt der Projektleiterin Yvonne Schmidt, für ihr außergewöhnliches Engagement.
Dr. Axel Seeländer, stellvertretender Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik sowie 2. Vorsitzender des Fördervereins, erläuterte die geplante Einbindung des „Garten der Sinne“ in die Therapie der Klinik. So ist der Garten als Ergänzung zu den bereits bestehenden Angeboten der einzelnen Fachtherapien zu verstehen. Er soll Kindern und Jugendlichen das Laufen auf natürlichen Materialien, die Nutzung von Klang-, Hör- und Tastelementen unter dem Aspekt der ganzheitlichen Sinneswahrnehmung ermöglichen. Durch das isolierte Erleben einzelner Sinne können bei den jungen Menschen Wahrnehmungsdefizite ausgeglichen und die Kommunikation mit ihrer Umwelt verbessert werden. Zur Förderung der ganzheitlichen Sinneswahr-nehmung im Garten der Sinne gibt es deshalb mindestens ein Element für jeden der fünf Sinne des Menschen. So sprechen u.a. ein Barfußpfad, Scheinkörper und ein Klangstein die entsprechenden Sinne an und animieren durch eine einladende Gestaltung zum Ausprobieren und Mitmachen.
Ein Klangkonzert des Limbacher Bildhauermeisters Michael Scholl sowie die Prämierung von Ideen für Drehscheibenmotive rundeten die feierliche Eröffnung des Garten der Sinne ab.
Zukünftig steht der Garten neben den Patienten der LWL-Klinik, nach vorheriger Anmeldung auf der Station 24 A I (Tel.: 601-3380), auch öffentlichen Einrichtungen, wie z.B. Schulklassen, Kindergärten oder anderen interessierten Gruppen, zur Verfügung.
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Die Idee auf dem Gelände der KJP, genauer im Garten des Hauses 24, einen „Garten der Sinne“ zu errichten, entstand zum Einen durch einen Besuch des Barfusspfades in Bad Wünnenberg im Sommer 2005 und zum Anderen boten sich wesentliche Elemente aus dem Skillstraining der DBT (Dialektisch Behavioralen Therapie) als Anregung an, speziell zum Thema Sinnesförderung ein bisher noch nicht im Klinikbereich existentes Angebot zu gestalten.
Der „Garten der Sinne“ ist als Ergänzung zu den bereits bestehenden Angeboten der einzelnen Fachtherapien zu verstehen. Er soll Kindern und Jugendlichen das Laufen auf natürlichen Materialien, die Nutzung von Klang-, Hör- und Tastelementen unter dem Aspekt der ganzheitlichen Sinneswahrnehmung ermöglichen. Des Weiteren ist damit die Förderung des Koordinations- und Geschicklichkeitsvermögens angesprochen sowie der Aspekt der Gesundhaltung der Füße (Kräftigung der Muskulatur und Gelenke, Stärkung des Immunsystems, Förderung der Durchblutung, Anregung des Herz-Kreislauf-Systems).
Das Gelände bzw. die Grünfläche – bisher hauptsächlich als Garten der Station 24 AI genutzt - stellte sich im Laufe der Überlegungen für einen geeigneten Standort als idealer Platz dar. Etwas weiter vom Weg abgelegen, in ruhigerer und geschützter Lage, fanden nach Zustimmung der Betriebsleitung erste Gespräche zur weiteren Planung des Projektes statt.
Seit fast 1,5 Jahren trifft sich in regelmäßigen Abständen eine eigens für dieses Projekt gegründete Arbeitsgruppe, der Mitarbeiter der Station 24 AI in der KJP, der technischen Abteilung, der Abteilung für Wirtschaft und interne Dienste und Mitglieder des Fördervereins für Klinik und Schule „Hand in Hand“ angehören.
Der Förderverein, der die Entwicklungen und Planungen des Projektes federführend begleitet, hat durch die Bereitstellung eigener Spendengelder und der Aquise von neuen Geldern einen maßgeblichen Anteil an der Ausgestaltung der einzelnen Stationen im „Garten der Sinne“ geleistet.
Gemeinsam und unter Einbeziehung der verschiedenen Fachkompetenzen ist der „Garten der Sinne“ mit seinen verschiedenen Elementen und Stationen entwickelt und praktisch umgesetzt worden.
Auch Patienten der KJP sind unter dem Aspekt der „Partizipation“ an verschiedenen Arbeiten und Planungen im „Garten der Sinne“ miteinbezogen worden und haben durch ihre kreativen Ideen aktiv an der Gestaltung teilgenommen.
Vor dem Hintergrund der Förderung der ganzheitlichen Sinneswahrnehmung, findet sich mindestens ein Element bzw. eine Station im „Garten der Sinne“ entsprechend unserer 5 Sinne wieder. Jede Station soll offensichtlich die Sinne ansprechen und durch eine einladende Gestaltung zum Ausprobieren und Mitmachen animieren.
Folgende Elemente finden sich im „Garten der Sinne“ wieder:
· Fühlen:
Barfusspfad: „Fühl-Kästen“, welche mit verschieden Materialien, wie z. B. Sand, Kieselsteine (Teichkiesel), Rindenmulch, gebrannte Tonkügelchen, Rasenfläche, etc. gefüllt werden. Zwischen den einzelnen „Kästen“ sowie zu Beginn der Barfusstrecke ist Kopfholzparkett verlegt worden, um den Füßen dadurch immer wieder eine neutrale Fläche bieten zu können, damit sie sich auf das nächste Material einstellen können.
Eingangsweg: unterschiedlich gepflasterter, wellenförmig verlaufender Weg.
· Sehen:
Scheinkörper: Drehscheiben mit verschiedenen Mustern, welche die Aufmerksamkeit magisch auf sich ziehen.
Pflanzenbeete/Wildblumenwiese: Optisch ansprechende, in unterschiedlichen Farben gehaltene und pflegeleichte Beete, mit Pflanzen, welche das ganze Jahr über im Wechsel blühen.
· Hören:
Dendrophon: Klangelement aus Holz bestehend aus 2x4 Balken jeweils aus Metall und Holz, welches verschiedenartige Töne durch Nutzung eines Klöppels erzeugt.
Klangstein: Klangelement aus Granit.
Bachlauf: im Bereich der Ruhezone ist eine kleine Teichanlage mit einem Quellstein entstanden, welche zum Verweilen und „Hören“ einladen soll.
· Riechen und Schmecken:
Kräuterspirale: spiralförmig angelegtes Beet mit einer Auswahl von verschiedenen Kräutern. Die Kräuterspirale soll durch Abzupfen der Blätter zum Probieren einladen.
Rosenbögen: verschiedene Rosenarten laden zum „Beriechen“ ein.
Um die Elemente in den Sinnespfad integrieren zu können, sind bisher einige Erdarbeiten umgesetzt worden, da die gesamte Fläche vorab wenig genutzt wurde und dadurch bedingt auch nur Grundpflege und Instandhaltung durchgeführt wurden.
Mittlerweile verfügt die gesamte Fläche über einen gepflasterten Weg, welche rollstuhl- und somit behindertengerecht gestaltet wurde.
Die bestehenden Wege und terassenförmigen Flächen – von denen eine als ausgewiesene Ruhefläche dienen soll – sind durch Handwerker unseres Hauses gereinigt und z. T. wieder instand gesetzt worden.
Darüber hinaus ist ein „individueller“ Eingangsweg bestehend aus unterschiedlichen Pflasterarten entstanden, der durch seine wellenartige Form und die verschiedenartige Oberflächenbeschaffenheit möglichst alle Sinne der Nutznießer ansprechen soll.
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Marsberg (lwl). Im Rahmen einer Personalversammlung
stellte sich der neue Kaufmännische Direktor und
Betriebsleiter der Marsberger Einrichtungen des Land-
schaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Josef Spiertz,
den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor.
Spiertz übernahm bereits zum Jahresbeginn die Kaufmännische Leitung der beiden LWL-Kliniken und des LWL-Therapiezentrums für Forensische Psychiatrie sowie die Betriebslei-tung des LWL-Wohnverbundes und des LWL-Pflegezentrums Marsberg. Der 52-jährige wechselte aus dem Rheinland nach Marsberg. Spiertz kennt das Krankenhausgeschäft seit mehr als 15 Jahren. So war er unter anderem sechs Jahre für zwei psychiatrische Standorte mit angegliedertem Wohn- und Pflegebereich eines frei gemeinnützigen Trägers verantwortlich. In seiner Einführungsrede erläuterte er seine Arbeitsschwerpunkte und -ziele. Zudem stand er den interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Fragen zur Verfügung. Seine Vorstellung beendete er mit seinem persönlichen Wahlspruch: „Arbeit darf auch Spaß machen!“ Dem schlossen sich die Anwesenden gerne an. Insgesamt beschäftigt der LWL am Standort Marsberg 1450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In den beiden LWL-Kliniken werden alle Formen von psychischer Erkrankungen ambulant, teilstationär oder stationär behandelt. Das LWL-Pflegezentrum Marsberg bietet stationäre Altenhilfe und der LWL-Wohnverbund stationäre und ambulante Eingliederungshilfe nach dem SGB XII an. Das LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie ist eine Maßregelvollzugseinrichtung zur Behandlung und Rehabilitation von Menschen mit einer Suchterkrankung.
Am 11. Oktober 2007 fand im Zirkuszelt Apollo in Paderborn-Mönkeloh das diesjährige Stereoprophylaxie-Festival statt.
Die Veranstaltung bot älteren Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie interessierten Fachkräften und Laien die Möglichkeit, sich umfassend bei den mitwirkenden Institutionen an Informationsständen, in themenbezogenen Workshops sowie Vorträgen über die gesamte Bandbreite seelischer Erkrankungen, Behinderungen und den entsprechenden Hilfsangeboten zu informieren.
Die kinder- und jugendpsychiatrische LWL-Klinik Marsberg nutzte diesen Rahmen, um mit drei Ständen das Angebot der Einrichtung vorzustellen. So informierten die LWL-Tagesklinik und Ambulanz Paderborn, die Stationen 16 III + Drogenambulanz und 24 A I über ihre Behandlungsmöglichkeiten und ihr Präventionsangebot. Frau Schulte (Station 16 III & Drogenambulanz), Herr Kleffner und Frau Hoffmeister (Station 24 A I) sowie Herr Fischer, Frau Mackenberg und Herr Biggs aus der LWL-Tagesklinik und Ambulanz Paderborn betreuten die Info-Stände der LWL-Klinik. Im Vorfeld wurde dafür bereits in den Teams Material vorbereitet.
Laut der bisher größten deutschen Kinder- und Jugendgesundheitsstudie KiGGS (www.kiggs.de) nehmen psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen einen immer größeren Stellenwert ein. Demnach gibt es bei rund 11 % der Mädchen und fast 18 % der Jungen Hinweise auf Verhaltensauffälligkeiten oder emotionale Probleme.
Der Bedarf an Behandlung von psychisch erkrankten und suchtkranken bzw. suchtgefährdeten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen rückt somit immer mehr ins Rampenlicht des sozialpsychiatrischen Sektors. Das spiegelte sich auch in den hohen Besucherzahlen des Stereoprophylaxie-Festivals wider.
Für die Zunahme psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen gibt es heute zahlreiche Gründe: Gesellschaftliche Umbrüche, Leistungsdruck, Medieneinflüsse, Erziehungsfehler, milieubedingte Fehlanpassungen und individuelle Konstellationen wirken zusammen. Arbeitslosigkeit, Armut und psychische Erkrankungen der Eltern vervielfachen das Risiko der Kinder.
Neben genetischen Faktoren gibt es geschlechterspezifische Unterschiedlichkeiten: Jungen leiden eher unter Symptomen, die nach außen gerichtet sind, wie Aggressivität, Hyperaktivität, Delinquenz und Störungen des Sozialverhaltens. Psychische Auffälligkeiten von Mädchen sind eher nach innen gerichtet und zeigen sich in autoaggressiven Verhaltensweisen wie Selbstverletzungen, Essstörungen, Ängsten und Depressionen.
Ursächlich sind auch psychisch belastende Milieus, ein Fehlen von Fürsorge und Zuwendung, Zeitmangel, kritische Lebensereignisse wie der Verlust von Bezugspersonen durch Krankheit, Tod, Migration, Umzug, häufiger Beziehungswechsel von Elternteilen oder Scheidung. Hinzu kommen mangelnde soziale und schulische Integration als Risikofaktoren.
Es besteht außerdem ein Zusammenhang von psychischen Symptomen und Drogenkonsum, so dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene durch Drogenmissbrauch ein höheres Risiko besitzen psychotische Symptome zu zeigen. Dadurch besteht eine erhöhte Gefahr, dass sich irgendwann in ihrem späteren Leben eine manifeste psychische Störung entwickelt. Gerade heute ist es deshalb zwingend notwendig, eine frühzeitige Aufklärung über den gesellschaftlichen Wandel und die damit einhergehenden Risiken für Kinder und Jugendliche zu betreiben. Die kinder- und jugendpsychiatrische LWL-Klinik Marsberg sowie alle anderen am Stereoprophylaxie-Festival beteiligten Institutionen, haben dazu mit ihrem Engagement bei der Veranstaltung im Zirkuszelt einen wichtigen Beitrag geleistet. Neben Informationsständen gehörten Live-Musik, z.B. der „Tanzenden Synapsen“ und der Travestiekünstler Prof. Dr. Schnief von Koks, der über die Risiken und Nebenwirkungen des Drogenmissbrauchs aufklärte, zum Rahmenprogramm. Abends ging das Stereoprophylaxie-Festival in ein Festival der regionalen Popmusik-Förderung über, auf dem sich fünf Bands der Paderborner Universität präsentierten.