Die Geschichte der LWL-Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe Marsberg

50 Jahre Ausbildung in der Krankenpflege in den LWL-Kliniken Marsberg

Im August 1960 wurden die Krankenpflegeschulen am Landeskrankenhaus Marsberg (Am Markt 2) und am St. Johannes-Stift (Bredelarer Str. 33) in Betrieb genommen und staatlich anerkannt. Die Grundlage der Installierung beider Krankenpflegeschulen an den psychiatrischen Landeskrankenhäusern ermöglichte das Krankenpflegegesetz von 1957. Dieses schloss die Geisteskrankenpflege ausdrücklich mit ein, die im Jahre 1938, während der NS-Zeit, bei dem damaligen ersten reichseinheitlich verabschiedeten Gesetz nicht berücksichtigt wurde. Die Schulleitung beider Schulen wurde durch die Ordensschwestern der Vinzentinerinnen aus dem Mutterhaus Paderborn gestellt, deren Einsatz vertraglich im Landeskrankenhaus bis 1976 und im St. Johannes-Stift bis Ende 1979 geregelt war. Die Schulleitung übernahm im Landeskrankenhaus Schwester Julitta, im St. Johannes-Stift Schwester Berchthildis.

An einen geordneten Schulbetrieb, vergleichbar mit heutigem Standard, war jedoch zunächst nicht zu denken: es fehlten Schulungsräume, die Lehrgangsteilnehmer waren nicht als Auszubildende in der Krankenpflege eingestellt, sondern als Pflegehelfer/Pflegehelferinnen und sie hatten neben ihrer theoretischen Ausbildung vollen Dienst, einschließlich Nachtwachen und Bereitschaften, zu leisten. Die tarifliche Arbeitszeit betrug seinerzeit 44 Stunden. Der Unterricht fand im St. Johannes-Stift viermal in der Woche abends von 19.00 – 21.00 Uhr oder im Landeskrankenhaus in den Nachmittagsstunden statt, nachdem zuvor Frühdienst in den Krankenstationen geleistet worden war. Schwester Berchthildis berichtete dazu, dass zu Beginn der Ausbildungsbetrieb von der Verwaltung des St. Johannes-Stiftes mit sehr viel Skepsis betrachtet wurde. Schwester Berchthildis im O-Ton: „Wir haben damit gerechnet, dass sie nach drei Wochen das Handtuch werfen“, hatte ihr ein Verwaltungsangestellter mit auf den Weg gegeben. Erst nach dem ersten Examen, welches die Auszubildenden mit guten Noten absolvierten, bekam die Schule die Anerkennung auch im Verwaltungsbereich. Die Marsberger Prüflinge schlossen mit dem drittbesten Ergebnis im Kreis ab. In den ersten Ausbildungskursen befanden sich noch LehrgangsteilnehmerInnen, die zuvor ein sogenanntes „Hausexamen“ abgelegt hatten. Die einjährige Ausbildungszeit endete bis 1960 mit einer verwaltungseigenen Prüfung. Die Absolventen durften sich „PflegerIn für Geisteskranke“ nennen und waren ausschließlich in psychiatrischen Landeskrankenhäusern eingesetzt.

Ab 1963 wurden in beiden Krankenpflegeschulen (KPS) regelmäßig 3-jährige Lehrgänge durchgeführt. Die Ausbildung umfasste zwei Jahre Theorie und Praxis mit 400 Stunden. Das 3. Ausbildungsjahr war ein Praxisjahr und erst danach gab es ein Abschlusszertifikat.

1965 kam es zu erheblichen Veränderungen im Krankenpflegegesetz. Die Ausbildung dauerte nun drei Jahre. Es wurden 1200 Stunden Unterricht vorgeschrieben und die Auszubildenden mussten einen Realschulabschluss vorweisen. Zudem schaffte der Gesetzgeber die Möglichkeit zur Einrichtung einer Krankenpflegehilfeschule zum Erlernen eines selbständigen Pflegehilfsberufes, wohl im Hinblick auf den bedrohlich werdenden Personalnotstand. (Anwerben von Pflegenden aus asiatischen Ländern, vorwiegend aus den Philippinen und aus Korea). Auch im St. Johannes-Stift wurde die Krankenpflegehilfeausbildung angeboten und so konnten bis 1976 100 Personen ihre Ausbildung in der Krankenpflegehilfe absolvieren.

1969 erhielt Schwester Berchthildis tatkräftige Unterstützung durch Schwester Thea Guder, die als pädagogische Mitarbeiterin ihren Dienst bis 1989 in der KPS versah.
Am 31.12.1972 übergab Schwester Julitta die Leitung der KPS im Landeskrankenhaus an Johannes Wegener, der als leitender Unterrichtspfleger die KPS vom 01.01.1973 bis zum 31.12.1983 leitete.

Anfang der 70er Jahre installierte das Landeskrankenhaus eine Pflegevorschule für Hauptschulabgänger, denen durch einen zweijährigen Besuch dieser Schulform der Zugang zur KPS ermöglicht wurde. Dieses Angebot, Hauptschulabgänger für den Krankenpflegeberuf zu gewinnen, war eine Maßnahme dem zunehmenden Bedarf von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Pflege gerecht zu werden. Leider stellte das Landeskrankenhaus 1977 dieses Angebot wieder ein.

Zu Beginn des Jahres 1980 wurde der Vertrag zwischen den Vinzentinerinnen des Mutterhauses Paderborn und dem St. Johannes-Stift nach 99 Jahren gekündigt. Schwester Berchthildis verließ die KPS, die sie von Beginn an geprägt und gestaltet hatte. 20 Jahre waren bisher vergangen und viele junge Menschen hatten die Möglichkeit erhalten einen ordentlichen Beruf zu erlernen.

Frau Bartmann-Friese übernahm im April 1980 die Leitung der KPS. Sie kam aus dem Westfälischen Landeskrankenhaus Gütersloh, in dem sie die Funktion der stellvertretenden leitenden Pflegekraft inne hatte. Frau Bartmann-Friese war ein „Marsberger Kind“, denn sie hatte von 1969 bis 1972 die Ausbildung zur Krankenschwester in der KPS am Landeskrankenhaus abgelegt und bis 1976 in der Pflege im Landeskrankenhaus gearbeitet. In der neuen Leitungsfunktion wurde sie direkt vor schwierige Aufgaben gestellt. So musste sie 45 Auszubildende nach kurzer Einarbeitungszeit zum Examen führen.

In der Folgezeit gab es sehr viele organisatorische und strukturelle Veränderungen. Theoretische und praktische Zwischenprüfungen wurden nach dem ersten und zweiten Ausbildungsjahr durchgeführt. Regelmäßige Lernkontrollen gehörten zum Ausbildungskonzept. Neue Dozenten konnten gewonnen werden. Das gesamte Curriculum wurde in Theorie und Praxis überarbeitet und weiterentwickelt.

Mit dem St. Marien-Hospital Marsberg bestand seit 1971 nicht nur vertraglich eine sehr enge Beziehung zu der KPS am St. Johannes-Stift, sondern sie war auch wichtigster Ort der praktischen Ausbildung in den somatischen Disziplinen. Alle praktischen Einsätze in der Chirurgie, in der Ambulanz, im OP-Bereich, in der Gynäkologie, in der Wochen- und Neugeborenenpflege und der Allgemeinmedizin wurden dort abgeleistet. Das St. Marien-Hospital bildete, vertraglich gesichert von 1970 bis 1990, 137 Krankenpflegeschülerinnen und Krankenpflegeschüler in der KPS am St. Johannes-Stift theoretisch aus. Der praktische Einsatz erfolgte ebenfalls im St. Marien-Hospital, den psychiatrischen Einsatz leisteten die Auszubildenden im St. Johannes-Stift.

1985 trat das novellierte Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege in Kraft. Es erfolgte eine Umorientierung in vielen Bereichen der Theorie sowie in der Praxis. Die Mindeststundenzahl von 4600 Stunden war für die Ausbildung zwingend vorgeschrieben. Davon entfielen 1600 Stunden auf die theoretische und 3000 Stunden auf die praktische Ausbildung. Der Gesetzgeber schrieb Einsätze in der Chirurgie, Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Urologie, Wochen- und Neugeborenenpflege, in der Psychiatrie und Kinderheilkunde sowie in der Gemeindekrankenpflege vor. Durch die Struktur unserer Häuser verfügten wir nicht über die gewünschten Einsatzgebiete und mussten so Kooperationsverträge mit mehreren somatischen Klinken eingehen, um die Durchführung in sämtlichen vorgeschriebenen Fachbereichen sicherstellen zu können. Es gelang den Leitungen beider Schulen, Verträge mit dem Maria Hilf-Krankenhaus Brilon, dem St. Nikolaus-Hospital Büren, dem Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn und dem St. Petri-Hospital Warburg zu schließen. Die seit vielen Jahren bestehenden Verträge mit dem St. Marien-Hospital Marsberg konnten verlängert werden. Erstmalig war nun auch ein Einsatz in der Hauskrankenpflege zu absolvieren. Hierzu konnten wir als Kooperationspartner die Caritas-Sozialstation Marsberg gewinnen. Frau Bartmann-Friese hospitierte seinerzeit eine Woche in der Gemeindekrankenpflege in Marsberg, um den bis zu diesem Zeitpunkt nicht durchgeführten Einsatzort kennen zu lernen und ihre Erfahrungen den Auszubildenden, vor ihrem praktischen Einsatz theoretisch zu vermitteln. Das St. Marien-Hospital, die Caritas-Sozialstation Marsberg und das Maria Hilf-Krankenhaus in Brilon sind bis heute unsere verlässlichen und unverzichtbaren Partner. Die praktische Ausbildung wäre ohne die Kooperationen mit diesen Institutionen nicht durchführbar. Für die vielen Jahre der hervorragenden Zusammenarbeit sei an dieser Stelle ein herzliches „Dankeschön“ ausgesprochen, verbunden mit der Zuversicht auf die Fortsetzung der Kooperation in gewohnter Weise.

In der KPS am Landeskrankenhaus übergab Johannes Wegener die Leitung an Sigrid Zacharzewski, die bis zum 30.09.1989 als leitende Unterrichtsschwester die Geschicke der KPS leitete. Ein erneuter Leitungswechsel stand in der KPS der Westfälischen Klinik an. Jürgen Dittrich löste Frau Zacharzewski ab und übernahm die Leitung der KPS vom 01.10.1989 bis 30.09.1996.

1989 konnte Jutta Hansen als Ersatz im St. Johannes-Stift für Thea Guder gewonnen werden und sie unterstützte ab dem Zeitpunkt tatkräftig das pädagogische Team der KPS. Im April 1992 verließ die Leiterin der Krankenpflegeschule am St. Johannes-Stift, Hildegard Bartmann-Friese, nach 13 Jahren Leitungstätigkeit, die KPS und wechselte in das Westfälische Krankenhaus für Psychiatrie und übernahm dort die Leitung des Pflegedienstes als leitende Pflegekraft. Ihr Nachfolger wurde Karl-Josef Sarrazin. Dieser besuchte die KPS am St. Johannes-Stift und beendete die Ausbildung im September 1980, bereits unter der Leitung von Frau Bartmann-Friese. Nach seiner Weiterbildung zum Lehrer für Krankenpflegeberufe kam es 1982 zur Einstellung in der KPS als Unterrichtspfleger. Also waren auch ihm sowohl die KPS als auch das St. Johannes-Stift sehr vertraut.

Zeitgleich fand mit dem Leitungswechsel 1992 der Umzug der Schule in das Gebäude der Westfälischen Schule für Kranke statt. Es handelte sich um eine Verbesserung in Bezug auf die Helligkeit und Größe der Klas-senräume, der Praxisräume sowie der Büroräume für die Unterrichtskräfte.

Mitte der 90-iger Jahre änderte sich die Landschaft der beiden Westfälischen Kliniken in Marsberg vollends. Durch die Einrichtung des Pflegezentrums 1996 und der Wohnverbünde in beiden Kliniken 1998, kam es zur Abtrennung des Nichtkrankenhausbehandlungsbereiches vom Krankenhausbehandlungsbereich. Die Folge war eine Reduzierung von Krankenhausbetten auf eine angemessene bedarfsgerechte Größe der Versorgungsregion sowie der psychiatrischen Versorgung von den Patienten. Die damit einhergehenden konzeptionellen, organisatorischen und strukturellen Veränderungen führten sowohl die Erwachsenenpsychiatrie als auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie zu modernen Krankenhäusern, mit einer umfassenden und bedarfsgerechten psychiatrischen Versorgung.

Der Änderungsprozess erfasste ebenfalls die Verwaltungen des St. Johannes-Stifts und der Westfälischen Klinik. Beide wurden zu einer Verwaltung zusammengelegt und der Westfälischen Klinik zugeordnet. Die Zusammenlegung beider Krankenpflegeschulen stand ebenfalls auf den Prüfstand. In vielen Gesprächen und Arbeitsgruppen konnten sich unter Mitwirkung des Trägers die beiden Betriebsleitungen auf eine „Krankenpflegeschule Marsberg“ einigen. Die Fusionierung war notwendig geworden, um bedarfsgerechte Schülerzahlen und den notwendigen wirtschaftlichen Aspekten Rechnung zu tragen. Durch die Verkleinerung beider Häuser ging man zukünftig von einem geringeren Personalbedarf aus. Darüber hinaus war es notwendig eine Anpassung der Ausbildungsplätze auf die Bettengröße beider Kliniken abzustimmen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Träger der Schule, unterhielt bis zur Fusionierung 135 Ausbildungsplätze an zwei Krankenpflegeschulen am Ort. Diese hohe Zahl von Auszubildenden konnte wirtschaftlich nicht mehr vertreten werden. In einem Stufenplan, der über mehrere Jahre ging, war das Ziel eine Ausbildungsstätte mit 75 Ausbildungsplätzen, die heute noch Bestand hat.

Zur Schulleitung der gemeinsamen KPS gehören seit 1996 die Pflegedirektorin der LWL-Kliniken in Marsberg, Hildegard Bartmann-Friese und der Leitende Lehrer für Krankenpflegeberufe, Karl-Josef Sarrazin. Beide brachten sehr viel Erfahrung im Bereich der Ausbildung von Krankenschwestern und Krankenpfleger mit und konnten mit Unterstützung eines gegründeten Schulbeirates, bestehend aus beiden Betriebsleitungen und der Schulleitung, den Zusammenführungsprozess erfolgreich gestalten. Die zwei bisher getrennten Teams wuchsen zu einem Team zusammen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KPS, allen voran Karl-Josef Sarrazin schafften es, die Ausbildungslehrgänge beider Schulen zu einer gemeinsamen Krankenpflegeschule zusammenzuführen.

Im Jahre 2004 trat die letzte große Novellierung des Krankenpflegegesetzes über die Berufe in der Krankenpflege in Kraft. Zur Beibehaltung der staatlichen Anerkennung musste jede Ausbildungsstätte ein schulinternes Curriculum – basierend auf der Ausbildungsrichtlinie für die staatlich anerkannten Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen in NRW – erstellen und begutachten lassen. Die Curriculumentwicklung war mit erheblichen Anstrengungen verbunden, allerdings auch von großem Erfolg gekrönt: Experten bescheinigten in einem Gutachten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der KPS Marsberg eine hervorragende Arbeit, auf die alle sehr stolz waren. Von dem Zeitpunkt an wurde nicht mehr in Fächern sondern in Lerneinheiten unterrichtet. Sie sollen den Lernenden fachliche, personale, soziale und methodische Kompetenzen vermitteln. Der handlungsorientierte Unterricht umfasst nun mindestens 2100 Stunden. Der praktische Einsatz nach dem neuen Gesetz verlangt mindestens 500 Stunden in der Gesundheits- und Krankenpflege von Menschen aller Altersgruppen in der ambulanten Versorgung in präventiven, kurativen, rehabilitativen und palliativen Gebieten. Die verbleibenden 2000 praktischen Stunden entfallen, neben den somatischen Fächern auf die Psychiatrie, Neurologie und Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Zur besseren Theorie-Praxis-Verknüpfung werden Praxisaufgaben vergeben, die während des praktischen Einsatzes theoretisch erarbeitet werden. Begleitet wird der praktische Einsatz von eigens ausgebildeten PraxisanleiterInnen, die über die Qualifikation Gesundheits- und Krankenpflege verfügen müssen und eine zusätzliche berufspädagogische Zusatzqualifikation mit mindestens 200 Stunden absolviert haben. Sie sind dem Pflegedienst zugeordnet mit der ausgewiesenen pädagogischen Funktion zur Strukturierung des praktischen Ausbildungsprozesses. Jeder Einsatzort in beiden Kliniken hat ein bis mehrere PraxisanleiterInnen, die die Auszubildenden praktisch anleiten und ihnen in Fragen des beruflichen Alltags zur Seite stehen. Die PraxisanleiterInnen sind sehr gut in regelmäßigen Besprechungen mit der Schulleitung und dem pädagogischen Team eingebunden. Außerdem vermitteln die Stationsleitungen in den Stationen ihnen Sicherheit und stehen bei anstehenden Fragen zur Verfügung. Die LWL-Kliniken Marsberg waren bereits vor der Forderung des Gesetzgebers, die Anleitung von Auszubildenden qualitativ durchzuführen, vorbildlich aufgestellt. Eine gute praktische Anleitung und Begleitung ist für die Schulleitung und da besonders für die Pflegedirektorin ein ganz wichtiger Baustein und die Basis für eine fundierte Ausbildung.

Die Verbindung von theoretischem Wissen und praktischer Erfahrung ist ein dauernder Prozessverlauf der Krankenpflegeausbildung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Stationen profitieren von den neuen theoretischen Erkenntnissen und Pflegemethoden und nutzen die sehr gute Verzahnung zwischen Theorie und Praxis. An dieser Stelle sei allen, die sich an der Ausbildung für kompetenten Nachwuchs engagieren, ein riesiges Lob auszusprechen. Die LWL-Kliniken und die kooperieren-den Einrichtungen haben zu den bisherigen Ausbildungserfolgen in hervorragender Weise beigetragen. Wir dürfen stolz darauf sein, dass unsere Auszubildenden nicht nur in Marsberg sondern in ganz Deutschland und in vielen Ländern dieser Welt, darunter u. a. in den USA, Kanada und Neuseeland einen Arbeitsplatz gefunden haben. Die Rückmeldungen von den ehemaligen Auszubildenden sind sehr positiv und legen Zeugnis ab für eine hochwertige Krankenpflegeausbildung in der LWL-Akademie in Marsberg.

Die Schulleitung der LWL-Akademie Marsberg besteht seit 1996 aus der Pflegedirektorin, Frau Bartmann-Friese und dem Leitenden Lehrer für Krankenpflegeberufe, Karl-Josef Sarrazin. Ihm zur Seite stehen heute Annegret Bunse, Dipl. Pflegepäda-gogin, Beate Hempel-Scholz, Lehrerin für Pflegeberufe sowie Robert Böhle, Dipl.- Berufspädagoge als unterrichtende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Frau Könitz als Sekretärin sorgt für den reibungslosen organisatorischen Ablauf.

Das Team organisiert den Schulbetrieb, führt Prüfungen und Zwischenprüfungen sowie die Praxisbegleitung (Besuch in den Einsatzorten) durch und erteilt den überwiegenden Teil der gesetzlich vorgeschriebenen Unterrichtsstunden. Dem pädagogischem Team stehen nebenberufliche Dozenten zur Seite, die aus dem Bereich der ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen MitarbeiterInnen beider Kliniken kommen. Durch engagierten, fachlich fundierten und methodisch abwechslungsreichen Unterricht bilden sie eine wichtige Säule unserer theoretischen Ausbildung. An dieser Stelle möchten wir Frau Dr. Schmedemann-Haacke erwähnen, die als Internistin der LWL-Klinik seit vielen Jahren unermüdlich den Auszubildenden die Thematik der Inneren Medizin nahe bringt. Dr. Jörg Ising ist als niedergelassener Arzt und ehemaliger Krankenpflegeschüler ein Freund und Unterstützer der KPS, in dem er die Auszubildenden unterrichtet und an Prüfungen teilnimmt.

Darüber hinaus kann die LWL-Akademie aus einem großen Reservoir an erfahrenen Experten zu speziellen Themen schöpfen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kommen aus dem Pflege- und Erziehungsdienst beider Kliniken und stellen in einzelnen Unterrichtsstunden ihre Arbeit, die sich sehr an der Praxis orientieren, in anschaulicher Weise dar. Hier findet die Theorie-Praxis-Verknüpfung statt. Die Experten aus der Praxis sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil unserer Ausbildung geworden und allen sei an dieser Stelle ein ganz „Herzliches Dankeschön“ ausgesprochen.

Die LWL-Akademie Marsberg stellt zusammen mit den LWL-Kliniken einen der wichtigsten Ausbildungsstandorte im HSK. Durch die Symbiose von LWL-Kliniken und der LWL-Akademie ist es in Marsberg möglich, eine kontinuierliche und hochwertige Versorgung freier Stellen im Kranken-pflegebereich abzudecken. Dadurch ist bisher einem Fachkräftemangel erfolgreich in der Pflege, wie andernorts bereits eingetreten, entgegengewirkt worden.

Der Erstkontakt zwischen den jungen Menschen und den psychisch kranken Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beginnt dabei oft bereits im Jahrespraktikum der 11. Klasse, bei den Zivildienstleistenden und den Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres. Über diese Begegnung mit der psychiatrischen Arbeit entwickelt sich oft der Wunsch, den Beruf der Krankenpflege in unserer Einrichtung zu erlernen. Trotz der vielfältigen Einsatzgebiete und Einblicke, auch in den somatischen Krankenhäusern, die während der Ausbildung ermöglicht werden, besteht bei sehr vielen Examenskandidaten der Wunsch, in den LWL-Kliniken Marsberg ihre berufliche Laufbahn fortzusetzen.

Oft ist es möglich, einen Großteil der Absolventen in den LWL-Kliniken zu übernehmen. In den vergangenen Jahren konnte bis zu 50 % den Examinierten ein Arbeits-vertrag am Standort Marsberg angeboten werden.

Die qualifizierte Ausbildung in Theorie und Praxis bedingt dabei den hohen Standard in der Pflege, für den die LWL-Kliniken bekannt sind. Um diesen Standard, nach Beendigung der Ausbildung bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu halten und weiter zu fördern, nutzen wir seit einigen Jahren die Begabtenförderung des Landes NRW, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit guten und sehr guten Abschlüs-sen, die Möglichkeit zu eröffnen, sich in speziellen Pflegethemen qualifizieren zu können. So fügt sich die Weiterqualifizierung der Pflegenden in den Kreislauf von hochwertiger Ausbildung, kontinuierlicher Fort- und Weiterbildung und guter Pflege ein.

In den fünf Jahrzehnten erhielten mehr als 1500 junge Menschen eine solide, existenzielle berufliche Grundlage und die Basis für eine fachliche Weiterbildung. Damit sichern wir fortwährend unser höchstes Ziel, das Wohl und die Pflege der uns anvertrauten Patientinnen und Patienten.