Klinik-Startseite



Ambulante Suchtkrankenbehandlung

Drogenabhängige können in der Substitutionsambulanz der LWL-Klinik Marsberg ambulant mit Heroinersatzstoffen behandelt werden. Die Suchtambulanz bietet dazu großzügig ausgestattete Räumlichkeiten. Neben dem Vergaberaum, in dem die Heroinabhängigen den Ersatzstoff unter Aufsicht einnehmen, stehen zwei Behandlungszimmer und ein Aufenthaltsraum, der auch für Gruppentherapien genutzt werden kann, zur Verfügung.

Durch die Verabreichung von Ersatzstoffen (z.B. Methadon) alleine kann keine Heilung der Heroinabhängigkeit erreicht werden. Sie verhindert oder mildert jedoch ihre Folgen nachweislich sehr effektiv. Die Sterblichkeit von intravenös konsumierenden Drogenabhängigen sinkt durch die Substitutionsbehandlung um zwei Drittel. Außerdem geht die Beschaffungskriminalität zurück. Weitere Effekte sind die Verbesserung der körperlichen und seelischen Gesundheit sowie eine bessere soziale Integration. Ein Teil der Betroffenen kann, trotz der bestehenden Heroinsucht, wieder einer beruflichen Tätigkeit nachgehen und praktisch ein normales Leben führen.

Die Dauer der Methadonsubstitution ist, auch abhängig vom Behandlungsziel, sehr unterschiedlich. Eine Substitution kann nur einige Tage bis Wochen dauern, um eine Entzugsbehandlung vorzubereiten bzw. die Zeit bis dahin zu überbrücken. Anderseits können Jahre vergehen, bis die Voraussetzungen für eine abstinenzorientierte Behandlungsmaßnahme vorliegt. Denn Entzüge und Entwöhnungen haben nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn sich die Betroffenen vorher ausreichend stabilisiert haben und wieder sozial eingegliedert sind.

Vergleichbar mit anderen chronischen Erkrankungen, ist auch bei der Drogenabhängigkeit bei einem großen Teil der Betroffenen Symptomfreiheit oder Heilung - nicht erreichbar. Nur eine Minderheit der Opiatabhängigen kann im Verlauf wieder langfristig abstinent leben. Daher kann eine jahrelange, im Einzelfall auch lebenslange Substitution die erfolgversprechendste Behandlungsmethode sein. Die Behauptung, Substitutionsbehandlungen verlängern die Sucht, ist bis heute unbewiesen. Demgegenüber steht die Erfahrung, dass die langfristigen Abstinenzraten von Entwöhnungstherapien und Substitutionsbehandlungen gleich sind.

Die Behandlung mit Methadon unterliegt strengen gesetzlichen Rahmenbedingungen und wird auch durch eine Vielzahl an nichtmedikamentösen Zusatzmaßnahmen flankiert. Das multiprofessionelle Team der Klinik, das aus Ärzten, einer Fachgesundheits- und Krankenpflegerin, einer Arzthelferin und einer Psychologin besteht, steht in enger Kooperation mit den Sucht- und Drogenberatungsstellen der Region, welche die unverzichtbare psychosoziale Betreuung der Patienten durchführen. Zudem erfolgt eine bedarfsgerechte Zusammenarbeit mit dem stationären Bereich der Klinik, niedergelassenen Ärzten, dem LWL-Wohnverbund Marsberg, dem Sozialpsychiatrischen Dienst, dem Jugendamt und anderen Hilfeeinrichtungen.

Zum Seitenanfang Top