In den wöchentlich stattfindenden Stationsrunden versammeln sich alle Patienten, um die Belange des Zusammenlebens anzusprechen.
Es kann in diesen Runden über alles gesprochen werden - vom alltäglichen Stationsgeschehen über Fragen zur Freizeitgestaltung bis hin zu persönlichen Anliegen.
In den Stationsrunden stellen sich auch die neuen Patienten vor und es finden die Abschiede der zu entlassenden Patienten statt.
Da alle unsere Patienten verschieden sind und mit den unterschiedlichsten Anliegen und Problemen zu uns kommen, bemühen wir uns um eine möglichst individuelle Therapieplanung.
Auf der Grundlage des oben geschilderten Selbstverständnisses können Patienten entweder während der Einzeltherapie in der Beziehung mit ihrem Therapeuten oder in der Gruppe durch die Begegnung, Hilfestellung und Konfrontation mit anderen Gruppenmitgliedern ihre Probleme und Konflikte bearbeiten.
Nach gemeinsam gefundenen Themen, Einzelthemen oder Themenvorgaben entstehen aus Materialien wie Papier, Farbe oder Ton Bilder und Formen, die gemeinsam besprochen werden. Im Austausch in der Gruppe erfahren Patienten Verständnis, Kritik und Anregungen zur Veränderung an ihrer Persönlichkeit. Die Gestaltungstherapie ist eine auf den jeweiligen Menschen abgestimmte Therapie. Sie erleichtert Patienten den Zugang zu eigenen Gefühlen und Lebenshaltung.
In der Beschäftigungstherapie haben Patienten die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Materialien wie zum Beispiel Stein, Ton, Papier und Farbe unter verschiedenen, persönlich abgesprochenen Zielsetzungen zu arbeiten. Sie können ausprobieren, wie sie die Beziehung zu ihrem Werkstück, zur Gruppe (den anderen) und zu den Therapeuten gestalten. Der Werkraum bietet ein Übungsfeld, in dem Patienten eigene Handlungs- und Verhaltensweisen erkennen, überdenken und unter Umständen auch ändern können.
In der Musiktherapie spielen Patienten und Therapeuten zusammen auf verschiedenen Musikinstrumenten (Vorkenntnisse sind nicht nötig) und schaffen so ihre eigene situationsbedingte Musik. Dabei werden sowohl Begrenzungen als auch Möglichkeiten erfahrbar, Gefühle, Erinnerungen, Gedanken aktiviert, hör- und bearbeitbar. Indem also ein gleichzeitiger Prozess von Sinneseindruck, Empfindung und Ausdruck entsteht, können Patienten sich wieder neu erfahren, alte Strukturen lockern, in neue spielerisch hineinspüren und versuchen, diese durch Gespräche in ihr Lebenskonzept zu integrieren.
In der Körpertherapie werden Körper und Seele als Einheit angesehen. Der Zugang zu den Problemen des jeweiligen Menschen erfolgt verstärkt über den Körper. Es wird u.a. an der Wahrnehmung, an muskulären Verspannungen und an der Vertiefung der Atmung gearbeitet. Es werden „Phantasiereisen“ angeboten und mit Musik eigene Bewegungsmöglichkeiten ausprobiert.
Ziel ist, die Empfindung und den Ausdruck von Gefühlen zu stärken und diese in Beziehung zur äußeren, sozialen Welt und der eigenen Lebensgeschichte zu setzen.
Wenn deutlich wird, dass eine Erkrankung nicht losgelöst von familiären Bindungen behandelt werden kann, bieten wird die Möglichkeit mit dem Patienten und den Angehörigen paar- oder familientherapeutische Gespräche zu führen.
Psychosoziale Gesundheit setzt soziale Kompetenz voraus. In den störungsspezifischen Indikationsgruppen geht es zum einen um die Vermittlung von Informationen und zum anderen um das Erarbeiten und Erlernen von Bewältigungsstrategien im Umgang mit der jeweiligen Symptomatik, wie z.B. Ängsten, Zwängen, Depressivität, gestörtem Essverhalten etc.
Zur Unterstützung und begleitend ist je nach Krankheitsbild auch eine medikamentöse Behandlung notwendig. Medikamenteneinnahmen dürfen nur nach Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin erfolgen. Wenn Patienten Medikamente zur Aufnahme mitbringen, müssen diese zu Beginn des stationären Aufenthalts beim Pflegepersonal abgegeben werden. Patienten dürfen keine Medikamente auf ihrem Zimmer haben, da eine unkontrollierte Einnahme für die Gesundheit gefährlich werden kann.
Alternativ kann auch eine Behandlung mit homöopathischen Arzneimitteln indiziert sein, die wir nach ärztlicher Absprache in einzelnen Fällen anbieten.
Das stationäre Milieu wird im wesentlichen geprägt durch das gemeinsame Miteinander von Patienten und Pflegepersonal. Dazu zählen u.a. die persönlichen Kontakte, aber auch Gemeinschaftsveranstaltungen und gemeinsame Freizeitaktivitäten.
In der Soziotherapie geht es in erster Linie um die Gestaltung der zwischenmenschlichen Beziehungen und der Umgebung der Patienten wie zum Beispiel Wohnen, Arbeit und Freizeit.
In der Arbeitstherapie können Patienten ihre Stärken und Schwächen erkennen, ihre Belastungsgrenzen abstecken, grundlegende Arbeitsfähigkeiten trainieren und fördern sowie spezielle Fähigkeiten hinzu gewinnen.
Wir bieten regelmäßige Entspannungsübungen wie autogenes Training nach Schultz, progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Phantasiereisen nach E. Müller an.