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Weiterbildung zum Facharzt/-Fachärztin für Neurologie

In der LWL-Klinik Lengerich können Sie die komplette Ausbildung zum Facharzt/zur Fachärztin für Neurologie absolvieren. Der Chefarzt der Abteilung für Neurologie verfügt über die volle Weiterbildungsermächtigung (48 Monate) im Fach Neurologie. Zwölf Monate Weiterbildung im Fach Psychiatrie sind für die Ausbildung zum Neurologen vorgeschrieben und können in der gleichen Klinik absolviert werden.
Nach der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Westfalen-Lippe vom 01.01.2012 müssen folgende Zeiten für die Facharztweiterbildung im Fach Neurologie absolviert werden:
60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Absatz 1 Satz 1, davon
- 24 Monate in der stationären neurologischen Patientenversorgung,
- 12 Monate in Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Psychiatrie und Psychothe-rapie und/oder psychosomatische Medizin und Psychotherapie,
- 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung neurologischer Patienten,
- können bis zu 12 Monate im Gebiet Innere Medizin und/oder in Allgemeinmedizin, Anatomie, Neurochirurgie, Neuropathologie, Neuroradiologie und/oder Physiologie angerechnet werden,
- können bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet/angerechnet werden

Die 48 Monate Weiterbildung in der Neurologie können komplett in der LWL-Klinik Lengerich absolviert werden. Die Weiterbildungsinhalte werden nach einem strukturierten Ausbildungs-schema und Rotationsplan der Assistenzärzte absolviert. Der derzeitige Stellenplan der Abteilung lautet 1/3/9. Das Rotationsschema für die Facharztweiterbildun sieht wie folgt aus:

Modul Bereich Dauer
1 Stroke Unit inkl. Duplex 6 Monate
2 Normalstation 12 Monate
3 Funktionsdiagnostik/EMG 6 Monate
4 Stationsdienst (Normalstation/Stroke Unit) 18 Monate
5 Austausch Psychiatrie* 12 Monate
6 Intensivstation** und Konsile 6 Monate
60 Monate

* Die Assistenzärzte, die für 12 Monate im Rahmen der Weiterbildung in die Psychiatrie wechseln, werden dort üblicherweise in den Bereichen Allgemeinpsychiatrie, Gerontopsychiatrie und/oder Suchtmedizin eingesetzt.
** Die Weiterbildung in Intensivmedizin findet in Kooperation mit der Helios-Klinik Lengerich statt, in deren Gebäude die Abteilung für Neurologie der LWL-Klinik Lengerich untergebracht ist. Der Chefarzt der Abteilung für Neurologie ist Ausbilder und verfügt über der Zusatzbezeichnung „Spezielle neurologische Intensivmedizin“. Die neurologisch kranken Patienten der Intensivstation der Helios-Klinik Lengerich werden von den Ärzten der Abteilung für Neurologie der LWL-Klinik Lengerich konsiliarisch betreut. Die Weiterbildungsinhalte werden in Kooperation mit den für die Intensivstation der Helios-Klinik Lengerich zuständigen Ärzten vermittelt.
Die Assistenzärzte, die im Rahmen der Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie für 12 Monate in die Abteilung für Neurologie rotieren, werden in der Regel auf der Normalstation eingesetzt.

Die Vermittlung der für die Weiterbildung notwendigen Inhalte erfolgt durch Anleitung und Supervision durch die zuständigen Oberärzte und Fachärzte der Abteilung. Hierzu gehören:
- tägliche Vorstellung der neu aufgenommenen Patienten beim zuständigen Oberarzt, gemeinsames Festlegen des diagnostischen und therapeutischen Procedere,
- regelmäßige Oberarztvisite (einmal pro Woche),
- regelmäßige Chefarztvisite (einmal pro Woche).

Weiterbildungsgespräche

Mindestens einmal jährlich findet ein Weiterbildungsgespräch/Mitarbeitergespräch des Chefarztes mit jedem Weiterbildungsassistenten statt. Hierbei werden die Inhalte und Ziele der Weiterbildung sowie das bisher Erreichte besprochen und geplant. Die Dokumentation der Weiterbildung und des Gespräches erfolgt im Logbuch der Ärztekamme Westfalen-Lippe, welches jeder Weiterbildungsassistent führen muss.

Tägliche Besprechungen

- In der täglichen morgendlichen Frühbesprechung werden alle neu aufgenommenen Patienten vorgestellt und kurz das weitere Procedere sowie die Differentialdiagnosen besprochen bzw. diskutiert.
- Tägliche Röntgenbesprechung: Die Besprechung mit den Radiologen aus der Gemeinschafts-praxis Ibbenbüren findet täglich um 12:30 Uhr statt. Hier werden vor allem die neuroradiologisch wichtigen Bilder und Befunde von CT und MRT demonstriert und diskutiert sowie die diagnosti-schen und therapeutischen Konsequenzen gezogen.

Sonstige Qualifikationen/Weiterbildung

Neben der Weiterbildung zum Fachärzt/zur Fachärztin für Neurologie können folgende Qualifikationen in der Abteilung für Neurologie erlangt werden:
1. EEG-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung.
2. Evozierte Potentiale-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung.
3. EMG-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung.
4. Qualifikation „Therapie mit Botulinumtoxin“ des Arbeitskreises Botulinumtoxin der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.
Der Chefarzt der Abteilung ist im Besitz der Zertifikate der vier o. g. Bereiche und ist Weiterbil-dungsbefugter für die drei genannten Bereiche der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung.

Schwerpunkte der Arbeit

Die Abteilung für Neurologie der LWL-Klinik Lengerich behandelt alle Krankheitsbilder aus dem Bereich der Neurologie sowie viele Krankheitsbilder aus Grenzbereichen zu anderen Fachdiszip-linen (Rückenschmerzen/Bandscheibenschäden, Schwindel, Synkopenabklärung, psychosoma-tische Krankheitsbilder etc.).
Folgende Schwerpunkte kennzeichnen die Arbeit in der Neurologie in Lengerich:

- Schlaganfalldiagnostik und -therapie.

- Die Stroke Unit verfügt derzeit über sechs monotorisierte Betten. Sie wurde im Jahr 2009 mit vier Betten zertifiziert und ist im Krankenhausbedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen eingetragen. Hier werden alle Formen von Schlaganfällen (Hirninfarkte, Blutungen) und transitorisch-ischämischen Attacken aufgenommen und diagnostiziert und behandelt. Fälle, die einer spezielleren neuroradiologisch-interventionellen Therapie bedürfen, werden entweder in Kooperation mit dem Klinikum Osnabrück oder mit der Universitätsklinik Münster versorgt. Ein besonders enger Kontakt besteht zur Stroke Unit des Klinikums Ibbenbüren; beide Stroke Units versorgen den Kreis Steinfurt und vertreten sich gegenseitig im Falle ausgeschöpfter Bettenkapazitäten. Die CT-Diagnostik steht 24 Stunden pro Tag im Hause zur Verfügung, das MRT zu normalen Arbeitszeiten.

- Multiple Sklerose-Behandlung

Sowohl im stationären Bereich als auch im ambulanten Bereich (Ermächtigungsambulanz) bildet die Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose einen Schwerpunkt der Abteilung. Es werden alle gängigen und zugelassenen therapeutischen Verfahren (immunmodulatorische Basistherapie, Eskalationstherapie, intrathekale Triamcinolontherapie, bis hin zur Plasmaphere-se) angewendet und durchgeführt. Die Klinik ist als „Anerkanntes MS-Zentrum“ der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft anerkannt. Sie nimmt an zahlreichen Therapiestudien auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose teil.

- Parkinsonbehandlung

Speziell im stationären Bereich hat sich der Schwerpunkt der Behandlung von Patienten mit Morbus Parkinson in den letzten Jahren stark herauskristallisiert. Neben der üblichen Behandlung mit Pharmakotherapie und Physiotherapie besteht die Möglichkeit zur multimodalen Parkinsonkomplexbehandlung unter Einsatz mehrerer Therapiemodalitäten (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, physikalische Therapie etc.). Darüber hinaus bestehen in fortgeschrit-tenen Krankheitsfällen die Möglichkeiten zur kontinuierlichen Medikamentenzufuhr über Pumpensysteme (subkutane Apomorphintherapie, jejunale kontinuierliche Dopaminzufuhr). Auch die Betreuung von Patienten mit tiefer Hirnstimulation ist über die Abteilung möglich. Bezüglich der Operation (tiefe Hirnstimulation) bestehen Kooperationen und Verbindungen zur Universi-tätsklinik Kiel, Universitätsklinik Würzburg sowie zur stereotaktischen Neurochirurgie in Hamm-Heessen.

- Botulinumtoxintherapie

Im Rahmen der persönlichen Ermächtigung des Chefarztes finden vorwiegend ambulante Behandlungen mit Botulinumtoxin bei entsprechenden Krankheitsbildern (Dystonien, Spastik, Hyperhidrose, Hypersalivation etc.) statt. Auch im stationären Bereich findet die Botulinumto-xintherapie bei entsprechenden Patienten statt. Im Rahmen der Weiterbildung kann die Behandlung sowohl durch Teilnahme an den ambulanten Sprechstunden als auch im stationären Bereich erlernt und durchgeführt werden. Zur Optimierung der Behandlung stehen sowohl elektrophysiologische Verfahren (EMG-gestützte Injektionen) als auch die Sonographie-gestützte Injektionstechnik zur Verfügung. In Kooperation mit der radiologischen Gemeinschafts-praxis können vor Ort auch CT-gestützte Injektionen durchgeführt werden.

Was Sie sonst noch wissen sollten

- Die Arbeit im ärztlichen Team ist durch eine ausgeprägt kollegiale und gering hierarchische Zusammenarbeit in einem hervorragenden Betriebsklima gekennzeichnet.
- Arztentlastende Tätigkeiten (z. B. Routineblutentnahmen, Anlegen von Infusionen, administra-tive Tätigkeiten, Kodierungen etc.) werden von Arzthelferinnen durchgeführt.
- Die Teilnahme am Bereitschaftsdienst erfolgt erst nach ausreichender Einarbeitsungszeit. Das Bereitschaftsdienstmodell ist äußerst mitarbeiterfreundlich (18-Stunden-Dienste). Die Vergütung der Bereitschaftsdienste erfolgt nach der höchsten Tarifstufe (C).
- Ggf. anfallende Überstunden können variabel in Freizeit ausgeglichen werden oder ausbezahlt werden.
Die Vergütung der ärztlichen Tätigkeit erfolgt nach dem Tarifvertrag für Ärzte im öffentlichen Dienst (Marburger Bund-Tarifvertrag).
- Im Rahmen der Weiterbildung werden auch Gutachten unter Anleitung durchgeführt und entsprechend vergütet.
- Es erfolgt eine Beteiligung der ärztlichen Mitarbeiter an den Liquidationserlösen des Chefarztes aus der Behandlung von Wahlleistungspatienten (sog. Poolbeteiligung).
- Die Klinik beteiligt sich ggf. an Umzugskosten.
- Die LWL-Klinik Lengerich ist verkehrstechnisch sehr günstig gelegen und sowohl mit dem Pkw (z. B. über die A1) von Münster oder von Osnabrück aus bequem zu erreichen, als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und Bahn).
- Stipendium: Die LWL-Klinik Lengerich vergibt für Medizinstudenten in den letzten beiden Studienjahren ein Ausbildungstipendium. Im Gegenzug verpflichtet sich der Medizinstudent, im Anschluss an das Studium mindestens zwei Jahre in der Neurologie der LWL-Klinik Lengerich

Noch Fragen?

Sollten Sie weitere Fragen zur Ausbildung oder zur ärztlichen Tätigkeit in der Abteilung für Neurologie der LWL-Klinik Lengerich haben, so steht Ihnen der Chefarzt Dr. Mandrysch gerne jederzeit zur Verfügung.
Kontakt:
Sekretariat der Neurologie
(Tel. 05481/12-120 oder per E-Mail Klaudia.Müsche@wkp-lwl.org).