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Spezielle Behandlungseinheit für Schlaganfall-Patienten (stroke unit)

Foto zeigt Mitarbeiterin der Abteilung für Neurologie vor der Station

Als stroke unit werden Krankenhausabteilungen bezeichnet, die sich auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten spezialisiert haben. Hier werden Patienten mit akuten Schlaganfällen aufgenommen,
mittels spezieller Überwachungsanlagen überwacht und von einem auf die Behandlung spezialisierten Team aus Ärzten, Pflegern, Therapeuten anderer Fachrichtungen während der Akutphase des Schlaganfalles behandelt. Auch die sogenannte Lyse-Therapie wird bevorzugt auf diesen Stationen durchgeführt. Dabei wird das Blutgerinnsel, welches den Schlaganfall auslöst, mittels eines speziellen Medikamentes direkt aufgelöst.

Die LWL-Klinik Lengerich verfügt über sechs stroke unit-Betten, die 2012 zertifiziert wurden. Mittlerweile sind sechs Monitorbetten auf dieser Station in Betrieb. Zusätzlich befinden sich auf der gleichen Station 10 Betten zur unmittelbaren Weiterbehandlung nach der Akutphase des Schlaganfalles. Dieses hat den Vorteil, dass die Patienten während
der gesamten stationären Krankenhausbehandlung vom gleichen Team behandelt werden.
Oberarzt Baur leitet diese Station und verfügt über langjährliche Erfahrungen in der Schlaganfallmedizin. Der Teil der Station mit den Monitorbetten wird durch einen eigenen ärztlichen Zwei-Schicht-Dienst betreut. Das Pflegeteam ist ebenfalls auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten spezialisiert.

Auf der Station werden ca. 300 bis 400 Patienten mit Schlaganfällen und flüchtigen Durchblutungsstörungen pro Jahr behandelt. Bei 30 bis 40 Fällen wird die o. g. Lyse-Therapie durchgeführt, welche lediglich in den ersten drei bis viereinhalb Stunden nach Eintreten der Symptome durchgeführt werden kann.

Der schnelle Notruf 112
und sofortige Hilfe können
beim akuten Schlaganfall
viel Schaden abwenden.

Es gibt also keine
Zeit zu verlieren!

Besondere Behandlungsangebote

Die Schlaganfallbehandlung wird als sogenannte neurologische
Komplexbehandlung des Schlaganfalls durchgeführt auf der speziell dafür eingerichteten stroke unit. Hier kooperieren alle beteiligten Berufsgruppen eng miteinander. Nach der Krankenhausbehandlung des Schlaganfallpatienten steht möglicherweise eine Rehabilitation an, die über den Sozialdienst des Hauses organisiert wird.

Parkinson-Komplexbehandlung

Für Parkinson-Patienten besteht die Möglichkeit, in ein interdisziplinäres Behandlungskonzept aufgenommen zu
werden. Hierbei findet eine enge Kooperation zwischen Ärzten und Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Gesundheits- und Krankenpflegern in der Behandlung statt mit erhöhtem Stundenangebot an Therapien und speziell auf die Bedürfnisse der Parkinson-Patienten abgestimmten Behandlungsangeboten.
Auch die Implantation von Apomorphinpumpen oder L-Dopa-Pumpen (s. o.) kann in diesem Rahmen erfolgen. In Einzelfällen erfolgt auch die Kontaktaufnahme und Weiterverlegung in spezialisierte Zentren zur Durchführung der sogenannten Tiefenhirnstimulation („Hirnschrittmacher“).

Neurologische Frührehabilitation

Für Patienten, die aus der Akutphase einer schweren neurologischen Erkrankung (z. B. Schlaganfall etc.) heraus in die Weiterbehandlung übergehen, besteht die Möglichkeit, bereits innerhalb der Abteilung für Neurologie der LWL-Klinik Lengerich eine Frührehabilitation durchzuführen. Diese beinhaltet den Einsatz aller therapeutischen
Berufsgruppen der Abteilung (vergleichbar der Parkinson-Komplexbehandlung) mit erhöhtem Zeit- und Personalaufwand. Dieses spezialisierte Behandlungsangebot kommt denjenigen Patienten zugute, die noch der Akutkrankenhausbehandlung bedürfen, also noch nicht in eine Rehabilitationsklinik verlegt werden können, aber schon erhöhten Bedarf an Rehabilitation und Weiterbehandlung haben.