Das Schlaflabor ist eine Einrichtung zur Untersuchung physiologischer und pathologischer Abläufe während des Schlafes des Menschen. Hier werden Körperfunktionen wie Atmung, Hirnströme, Augenbewegungen, Muskelbewegungen aufgezeichnet und ausgewertet. Es dient zur Diagnostik und Behandlung von Patienten mit schlafbezogenen Atemstörungen (z. B. Schlafapnoe-Syndrom), nächtlichen epileptischen Anfällen, Schlafstörungen wie Schlafwandeln oder anderen Bewegungsstörungen im Schlaf. Auch die eher psychisch bedingten Ein- und Durchschlafstörungen sowie eine gestörte Schlafwahrnehmung oder verschobene Schlafphasen- und Rhythmen werden in diesem Schlaflabor diagnostiziert.
Die Abteilung für Neurologie der LWL-Klinik Lengerich betreibt derzeit ein Schlaflabor mit derzeit zwei stationären Schlafmessplätzen (Polysomnographie). Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Durchführung ambulanter Voruntersuchungen (Schlafapnoe-Screening) sowie die Möglichkeit zum Langzeit-EEG. Das Schlaflabor wird durch die Medizinisch Technischen Assistentinnen der Abteilung organisiert. Anmeldungen zur Schlafdiagnostik erfolgen über sie (Tel. 05481 801-98 113).
Die ärztliche Leitung haben der Chefarzt der Abteilung, Dr. Bethke, sowie Frau Dr. Staude. Sie werden vom ehemaligen Oberarzt Dr. Takow unterstützt, der langjährige Erfahrung in der Schlafmedizin hat. Die Notwendigkeit zur stationären Schlaflabordiagnostik ergibt sich typischerweise erst dann, wenn ein Patient mit entsprechenden Beschwerden ein Drei-Stufen-Diagnostik-Programm durchlaufen hat. Dazu gehört die allgemeinmedizinische Untersuchung beim Hausarzt, die ambulante Untersuchung beim Facharzt sowie typischerweise das Schlafapnoe-Screening beim niedergelassenen Facharzt für Lungenheilkunde, Hals-Nasen Ohrenheilkunde oder Neurologie.
Dieses Stufendiagnostikschema ist bei allen schlafbezogenen Atemstörungen notwendig. Bei anderen Schlafstörungen (s. o.) oder Krankheiten in Bezug auf den Schlaf kann die Indikation auch prästationär durch einen Facharzt für Neurologie gestellt werden.