Maßregelvollzug
Persönlichkeitsstörung - Verschiedene Krankheitsformen
Dissoziale Persönlichkeitsstörung
Menschen mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung missachten anhaltend soziale Normen und sind auffallend unbeteiligt gegenüber den Gefühlen anderer. Sie haben eine extrem niedrige Frustrationstoleranz und es fällt ihnen schwer, ihre Impulse zu kontrollieren. Da sie nur vermindert fähig sind, sich emotional in andere Menschen hinein zu versetzen, sind sie kaum in der Lage, emotionale Bindungen zu anderen aufzubauen. Entsprechend haben sie Schwierigkeiten damit, anderen Menschen gegenüber ein Verantwortungsgefühl oder auch Schuldgefühle zu entwickeln.
Fehlendes Verantwortungsgefühl, andauernde Reizbarkeit, eine niedrige Schwelle für aggressives Verhalten und eine herabgesetzte Fähigkeit, aus sozialen Erfahrungen (zum Beispiel negativen Reaktionen auf eigenes Verhalten) zu lernen, kennzeichnen diese Art der Persönlichkeitsstörung.
Meistens zeichnet sich diese Störung des Sozialverhaltens bereits im Jugendalter ab, zum Beispiel in Form von Gewalt gegen Personen und Gegenstände, Schuleschwänzen oder Stehlen und setzt sich im Erwachsenenalter fort. Durch die Therapie lernen die Patienten, die Auslöser für ihr impulsives oder aggressives Verhalten zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Es werden Strategien eingeübt, um mit Kritik, Misserfolgen, Ärger, Wut und auch Lob angemessen umzugehen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Zusätzlich zu verhaltenstherapeutischen und pädagogischen Maßnahmen kann eine zeitlich begrenzte, unterstützende Behandlung mit Medikamenten eingesetzt werden.