Maßregelvollzug
Schizophrenie
Im Maßregelvollzug spielt die Schizophrenie eine große Rolle. Auch allgemein tritt die Schizophrenie vergleichsweise häufig auf: ca. 1% der Bevölkerung weltweit erkranken im Laufe ihres Lebens daran. Die Ausprägung der Schizophrenie variiert: sie kann leicht sein oder schwer, akut und traumatisch, aber auch langsam schleichend und kaum wahrnehmbar.
Die Symptome sind vielfältig: Sie umfassen Denk- und Sprachstörungen, wie zum Beispiel Unkonzentriertheit, Wahnvorstellungen, Wahrnehmungsstörungen wie zum Beispiel Halluzinationen, Stimmungsschwankungen und Ich-Störungen. Von Ich-Störungen spricht man, wenn sich jemand von Außenkräften gesteuert und beeinflusst fühlt. Häufig kapseln sich Betroffene immer mehr ab, leben in einer eigenen Wirklichkeit, hören möglicherweise Stimmen, die es nicht gibt, und nehmen ihre Umgebung als zunehmend bedrohlich und feindselig wahr. Patienten, die an einer Psychose leiden, sind häufig nicht in der Lage, ihren Zustand als Erkrankung zu begreifen. Da eine schizophrene Psychose fast immer mit einer Hirn-Stoffwechsel-Störung einhergeht, lassen sich die Symptome deutlich positiv durch Neuroleptika (Medikamente, die das gestörte Gleichgewicht zwischen den Botenstoffen im Gehirn wieder herstellen) beeinflussen. Weitere wichtige Hilfen sind soziotherapeutische Maßnahmen oder eine psychotherapeutische Begleitung.
Eine besondere Form der Schizophrenie ist die Paranoia, bei der Wahnvorstellungen die einzige beziehungsweise wesentliche Auffälligkeit sind. Wahnideen werden vom Wahnkranken mit großer Gewissheit vertreten, obwohl es keine reale, objektive Berechtigung dafür gibt. Häufig kreisen Wahnideen um Themen wie Liebe, Eifersucht, Bedeutungserleben, Beobachtung, Bedrohung, Verfolgung, Vergiftung, Versündigung, Minderwertigkeit oder Größe. Die Wahnvorstellungen verschwinden meistens mit der erfolgreichen Behandlung der psychiatrischen Grunderkrankung mit Neuroleptika. Eine Psychotherapie kann helfen, die Wahnerlebnisse zu verarbeiten.