Maßregelvollzug
Vielfältige Therapieformen
Abhängig von der Erkrankung, den Fähigkeiten und dem Delikt des/der Patienten/in werden im Maßregelvollzug unterschiedliche Therapieformen angewandt. Bevor die eigentliche Behandlung beginnt, wird jeder Patient einer sorgfältigen Diagnose unterzogen. Da forensische Patienten nicht freiwillig in der Psychiatrie sind, muss Ihre individuelle Therapiebereitschaft oft mühsam und langwierig entwickelt werden. Dann erst ist eine sinnvolle Therapie möglich.
Folgende Therapieformen werden u.a. eingesetzt:
In der Sozio-Milieu-Therapie beispielsweise wird der Stationsalltag der Patienten zur Therapiesituation. Psychisch kranke Rechtsbrecher/innen haben häufig in ihrem bisherigen Leben selbst einfache soziale Erfahrungen und Verhaltensregeln nicht erlebt und erlernt. Zerrüttete Familienverhältnisse, fehlende Bindungen, traumatische Erlebnisse wie sexueller Missbrauch prägen vielfach die Vergangenheit von forensischen Patienten.
Durch die gemeinsame Organisation des Alltags und die Gestaltung des Zusammenlebens auf der Station, zum Beispiel in Kochgruppen oder Wohngruppenversammlungen, lernen die Patienten, sich sozial zu integrieren, Verantwortung zu übernehmen und Konflikte gewaltfrei zu bewältigen.
Damit ist die Sozio-Milieu-Therapie ein wichtiger Baustein zur Vorbereitung auf ein straffreies Leben außerhalb des Maßregelvollzuges.