Therapie individuell zugeschnitten

Sorgfältige Diagnose vor Behandlungsbeginn

Abhängig von der Erkrankung, den Fähigkeiten und dem Delikt des Patienten werden im Maßregelvollzug unterschiedliche Therapieformen auf jeden Patienten individuell zugeschnitten. Bevor die eigentliche Behandlung beginnt, wird jeder Patient und jede Patientin einer sorgfältigen Diagnose unterzogen. Da forensische Patienten nicht freiwillig in der Psychiatrie sind, muss Ihre individuelle Therapiebereitschaft oft mühsam und langwierig entwickelt werden. Dann erst ist eine sinnvolle Therapie möglich.

Folgende Therapieformen werden in erster Linie eingesetzt:

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Psychotherapie und Verhaltentherapie in Einzel- und Gruppengesprächen

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Medikamentöse Therapie

•  Arbeits- und Beschäftigungstherapie
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Nicht-sprachbasierte Therapieformen wie etwa Sport- und Bewegungstherapie, Musiktherapie oder Kunsttherapie

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Sozio-Milieu-Therapie

In der Sozio-Milieu-Therapie beispielsweise wird der Stationsalltag der Patienten zur Therapiesituation. Psychisch kranke Rechtsbrecher haben häufig in ihrem bisherigen Leben selbst einfache soziale Erfahrungen und Verhaltensregeln nicht erlebt und erlernt. Zerrüttete Familienverhältnisse, fehlende Bindungen, traumatische Erlebnisse wie sexueller Missbrauch prägen vielfach die Vergangenheit von forensischen Patienten.

Durch die gemeinsame Organisation des Alltags und die Gestaltung des Zusammenlebens auf der Station, zum Beispiel in Kochgruppen oder Wohngruppenversammlungen, lernen die Patienten, sich sozial zu integrieren, Verantwortung zu übernehmen und Konflikte gewaltfrei zu bewältigen. Damit ist die Sozio-Milieu-Therapie ein wichtiger Baustein zur Vorbereitung auf ein straffreies Leben außerhalb des Maßregelvollzuges.

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